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Weser-Kurier: Über das Verschwinden jugendlicher Flüchtlinge in Bremen schreibt Moritz Döbler:

Bremen (ots) - Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge - das ist ein Reizbegriff in Bremen, weil einige wenige von ihnen für unverhältnismäßig viele Straftaten verantwortlich sind. Nach jahrelanger kontroverser Debatte soll im kommenden Jahr eine geschlossene Einrichtung entstehen, um diese Intensivtäter unter Kontrolle zu bringen. Es ist wohl eines der sensibelsten politischen Themen für den Senat. Auch deswegen ist nicht hinzunehmen, dass 156 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge spurlos aus der Obhut der Verwaltung verschwinden können. Dass Staatsrat Jan Fries der Stadtbürgerschaft keine erhellenden Antworten geben konnte, ist eine Sache. Aber dass so gar nichts daraus folgt, macht den Vorgang zu einem Skandal. Wenn man annimmt, dass die meisten der 156 tatsächlich unbegleitet und minderjährig sind, dann verletzt die Verwaltung ihre Aufsichtspflicht. Eltern, deren minderjährige Kinder spurlos verschwinden, würde man das kaum durchgehen lassen, aber ausgerechnet bei einem staatlichen Vormund soll das keine Folgen haben. Und was ist mit der Schulpflicht, die wohl für die meisten dieser Jugendlichen gilt? So geht das nicht.

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