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Weser-Kurier: Kommentar von Birgit Svensson über den Kurdenkonflikt

Bremen (ots) - Nicht nur der irakische Kurdenführer Massud Barsani hat Sorge vor einer Eskalation zwischen der türkischen Regierung und der PKK. Aber seine ist besonders groß. Denn mit dem Kollaps des Friedensschlusses zwischen Ankara und der Guerillatruppe gerät auch seine Aussöhnung mit Staatspräsident Erdogan in Gefahr. Denn dieser beschuldigt die nordirakischen Kurden, mit der PKK gemeinsame Sache zu machen. Wie kein anderer aber braucht der Iraker den Türken, um mit seiner autonomen Region im Nordirak noch einen Schritt weiter in die Unabhängigkeit zu gehen. Eine neue Pipeline, die die beiden an Bagdad vorbei verhandelt hatten, sichert jetzt in der IS-Ära den Fortbestand des Ölexports aus dem Norden. So kam Barsani höchst gelegen, dass die neue Pipeline fast fertig war, als die Islamisten ihren Staat im Irak und in Syrien ausriefen. Auch Bagdad hat inzwischen seinen Widerstand gegen das kurdisch-türkische Projekt aufgegeben, ist es doch die einzige Gelegenheit, Öl aus dem Nordirak fließen zu lassen. Die Türkei kontrolliert die Menge und verkauft es auf dem Weltmarkt. Insofern hat Ankara auch die Trümpfe in der Hand, den Hahn kurzerhand zuzudrehen.

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