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Weser-Kurier: Zur Griechenland-Krise schreibt Mirjam Moll:

Bremen (ots) - Auf das ewige Pokerspiel Athens hat niemand mehr Lust. Die immer neuen Hiobsbotschaften aus Griechenland mag kaum einer mehr hören. Kein Wunder, denn Finanzminister Gianis Varoufakis hat mit seiner verbrämt-ideologischen Philosophiererei nicht nur jene vor den Kopf gestoßen, die sein Land aus der Krise führen wollen, sondern auch sein eigenes Volk. Die Popularitätsrate des Wirtschaftsprofessors ist von 72 auf 45,5 Prozent abgestürzt. Varoufakis hat sich verzockt. Dass er nun einen Aufpasser, den stellvertretenden Außenminister Euklides Tsakalotos, zur Seite gestellt bekommt, dürfte für Varoufakis eine umso bittere Pille sein. Den vielleicht notwendigen Schritt, sich von seinem eigenwilligen Finanzminister zu trennen, wagt Alexis Tsipras dennoch nicht. Zu groß wäre der innenpolitische Schaden - denn damit würde der Regierungschef ein teilweises Scheitern seines eigenen Kabinetts eingestehen. Dabei käme nichts der Wahrheit näher. Egal wie viele Ersatzspieler Tsipras zum Poker nach Brüssel schickt - die Zeiten des Bluffens sind längst vorbei. Bitten und Betteln um ein paar extra Milliarden wird ihm ebenso wenig helfen. Die Lösung, um das Spiel zu gewinnen, hat Hellas selbst in der Hand. Es muss endlich eine brauchbare Reformliste vorlegen.

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