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Weser-Kurier: Kommentar von Thomas Spang zu North Charleston

Bremen (ots) - Noch ein Vorfall wie in Ferguson - das ist der erste Gedanke. Die brutale Polizeigewalt gegen den unbewaffneten Walter Scott in North Charleston scheint dem Muster zu entsprechen, das in dem Schwarzen-Vorort von St. Louis wochenlange Unruhen auslöste. Doch während in Ferguson Polizei und Justiz alles dazu taten, den Beamten vor einer Strafverfolgung zu schützen, stellt sich die Situation in North Charleston ganz anders dar: Der Todesschütze Michael Slager sitzt hinter Gittern und wird sich wegen Mordes verantworten müssen. Diese Reaktion in North Charleston demonstriert die gewachsene Sensibilität in den USA im Umgang mit Polizeigewalt. Und liefert einmal mehr ein Anschauungsbeispiel dafür, wie hilfreich die Verpflichtung zum Tragen von Körperkameras bei Beamten im Einsatz sein könnte. Gelöst sind die strukturellen Probleme, die zu solchen Übergriffen führen, jedoch längst nicht. Auch in North Charleston besteht die bedenkliche Situation, dass die Zusammensetzung der lokalen Polizei nicht im Entferntesten die Nachbarschaften reflektiert, in denen sie Dienst tut. Darüber hinaus fehlt ein Register, das den tödlichen Schusswaffengebrauch von Beamten national erfasst. Dieses dürfte die traurige Realität zu Tage fördern, dass ein Durchgreifen der Justiz wie in North Charleston bisher die seltene Ausnahme, nicht die Regel ist.

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