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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zu Entschädigungen im Flugverkehr

Bremen (ots) - Das ist doch wirklich mal eine richtungsweisende Entscheidung. Ein Urteil, das auch ohne juristischen Sachverstand und ohne Stirnrunzeln nachvollzogen werden kann: Angekommen ist man dann, wenn die Tür aufgeht. Wer noch stundenlang nach der sowieso schon verspäteten Landung im Flugzeug geschmort hat, während der Anschlussflug zur Startbahn rollt, weiß, was das heißt und bekommt nun leichter eine Entschädigung. Nicht freuen werden sich die Airlines. Der Himmel ist seit Jahren schwer umkämpft, die Margen schrumpfen. Vielleicht setzen deshalb viele Gesellschaften schon heute auf eine Zermürbungsstatik, wenn es um Entschädigungen für Flugausfälle und Verspätungen geht. Selbst, wenn alle Voraussetzungen unbestritten gegeben sind, wird die Bearbeitungszeit gern über Monate gezogen. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Online-Plattformen, auf denen sich Juristen ausschließlich mit dem Eintreiben von Entschädigungen bei Fluggesellschaften beschäftigen. Gerade beim Reklamationsmanagement haben viele Airlines offenbar erheblichen Nachholbedarf. Allerdings steht zu befürchten, dass sie nun auf andere Tricks verfallen, das EuGH-Urteil aufzuweichen. Etwa die Flugzeiten auf dem Papier künstlich zu verlängern, sodass schon von vorne herein ein komfortabler Zeitpuffer entsteht, der andererseits kurze Umstiegszeiten für Passagiere nahezu unmöglich macht.

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