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Weser-Kurier: Kommentar von Stefan Lakeband zum Datenklau

Bremen (ots) - Anträge, Bescheide, Genehmigungen - deutsche Behörden haben nicht gerade den Ruf, besonders schnell zu sein, wenn es um die Belange der Bürger geht. Und eigentlich könnte man das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in diesem Fall sogar loben: Anders als beim Datenklau Anfang des Jahres hat das BSI vergleichsweise schnell eine Plattform geschaffen, auf der verunsicherte Nutzer ihre E-Mail-Adresse überprüfen können. Doch leider ist die Geschichte vom Datenklau keine Geschichte bürgernaher Behörden. Denn der Stein kam ins Rollen, weil Reporter den Fall veröffentlichten - und nicht die ermittelnde Staatsanwaltschaft. Der Umkehrschluss: Die Ermittler wussten von 18 Millionen gestohlenen Passwörtern und haben keinen Grund gesehen, die Betroffenen zu informieren. Und wie nun herausgekommen ist, sind die entwendeten Datensätze auch zum Teil noch aktiv. Das heißt nichts anderes, als dass Verbrecher unbehelligt fremde E-Mails hätten lesen oder auf die Rechnung anderer hätten online einkaufen können. Vor diesem Hintergrund wirken die jetzigen Hinweise, man solle am besten sein Passwort ändern, schon fast spöttisch.

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