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Boersen-Zeitung: Stimmungswechsel, Kommentar von Peter Roller zur Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG

Frankfurt (ots)

Das Erscheinen von Jürgen E. Schrempp auf der
Hauptversammlung der DaimlerChrysler AG in Berlin löste zwar 
Missfallensbekundungen aus, doch die große Abrechnung mit dem Ende 
2005 vorzeitig aus dem Amt geschiedenen einstigen 
Vorstandsvorsitzenden blieb aus. Die Stimmung bei den Aktionären 
zeigte sich im Vergleich zu den Vorjahren deutlich verändert und 
lässt sich durchaus und ohne Übertreibung als die oft beschworene 
Aufbruchstimmung beschreiben. Der Klimawechsel war vor allem in den 
Beiträgen der Fondsmanager zu spüren, die in den zurückliegenden 
Jahren zu den schärfsten Kritikern Schrempps und seines Kurses 
gehörten.
Doch der seit etwas mehr als hundert Tagen amtierende neue 
Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche genießt, das wurde mehr als 
deutlich, das Vertrauen nicht nur der Fondsmanager, sondern des 
überwiegenden Teils der Aktionäre. Dies dürfte weniger seiner im 
Grunde wenig Neuigkeiten bietenden Rede auf der Hauptversammlung zu 
verdanken sein, sondern vor allem dem frischen Wind, der schon seit 
seinem Amtsantritt Anfang September als Mercedes-Chef deutlich zu 
spüren war.
Doch trotz der freundlichen Grundstimmung, zu der sicherlich auch 
beigetragen hat, dass die Aktie des Unternehmens erstmals seit vielen
Jahren nicht durch eine dramatische Underperformance aufgefallen ist,
gehen die Aktionäre nicht auf Schmusekurs. Vielmehr haben sie klar 
formuliert, was sie vom Vorstand erwarten: Endlich eine nachhaltige 
Steigerung der Profitabilität des Konzerns, eine wieder dem Anspruch 
von Mercedes-Benz entsprechende Qualität der Fahrzeuge und eine 
Lösung des Dauerproblems Smart.
Dies wurde natürlich auch in den zurückliegenden Jahren gefordert,
doch der neuen Führung wird jetzt erstmals zugetraut, dass aus 
Ansprüchen Wirklichkeit wird. Dass zur Erreichung dieses Ziels noch 
vieles zu tun ist, machte Zetsche deutlich. So sieht er trotz 
deutlicher Fortschritte unverändert Handlungsbedarf bei der Qualität 
der Mercedes-Fahrzeuge und auch beim Smart. Doch er zeigte sich davon
überzeugt, in der Mercedes Car Group mit den bereits unter seiner 
Führung eingeleiteten Maßnahmen zur Steigerung von Produktivität und 
Effizienz wie geplant 2007 eine Umsatzrendite von 7% zu 
erwirtschaften. Das wäre ein erster Erfolg, aber noch lange nicht 
ausreichend.
(Börsen-Zeitung, 13.4.2006)

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