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Börsen-Zeitung: Gesunde Handelspower, Kommentar zur Fusion von Boots und Allied Unichem von Sabine Wadewitz

    Frankfurt (ots) - Der Pharmagroßhandel geriert sich als einkaufsfreudige Branche. Die europäischen Marktführer Celesio, Phoenix und Alliance UniChem haben ihre Position in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Akquisitionen regional verbreitert und stets signalisiert, dass weitere Schritte geplant sind. Mit der nun angekündigten Fusion von Boots und Allied UniChem werden die Machtverhältnisse jedoch grundlegend verändert, denn die künftige Nummer 1 wird stärker vertikal integriert sein als der Wettbewerb.

    Die neue Alliance Boots steuert nicht nur Pharmagroßhandel und Apothekenketten, sondern kombiniert dies mit einer weltweit bekannten Marke, mit der größten britischen Drogeriekette sowie eigenen Kosmetik- und Gesundheitsprodukten. Damit entsteht Handelspower im britischen Markt, und die kombinierte Firma schafft zudem ein breiteres Fundament für die internationale Expansion des Geschäfts.

    Die reinen Kostensynergien des Deals von 100 Mill. Pfund sind damit lediglich willkommenes Beiwerk des Merger, die neuen strategischen Möglichkeiten dürften sich deutlich stärker auszahlen. Allerdings wird es Boots im Integrationsprozess leichter fallen, auch die Hausaufgaben im aktuell schwächelnden britischen Drogeriegeschäft zu erledigen. Boots kann jedoch künftig die eigenen Markenprodukte in fast doppelt so vielen Drogerien und Apotheken absetzen wie bisher. Die Großhandelssparte der UniChem verbreitert ihr Kundennetz entsprechend.

    Die auf verschreibungspflichtige Medikamente konzentrierten Aktivitäten der Alliance UniChem sind wachstumsstark, was Stabilität bringt angesichts des stärker konsumabhängigen Geschäfts der Boots- Drogerien. Der britische Gesundheitsmarkt ist zuletzt zwar weiter liberalisiert worden, nachdem die Zahl der Apotheken durch Lizenzbeschränkungen zuvor konstant gehalten wurde. Die Rahmenbedingungen sind aber attraktiv geblieben, zumal auf ein neues Apothekenvergütungssystem umgeschwenkt wurde, das abgekoppelt von Zahl und Preis der Arzneien stärker an der Dienstleistung ansetzt.

    Für die Boots-Aktionäre hat sich die Szenerie mit der Fusion aufgehellt. Noch mehr Freude wird aufkommen, wenn nach dem Verkauf der internationalen Healthcare-Sparte eine üppige Sonderausschüttung winkt.

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