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Börsen-Zeitung: Ein wahrer Erfolg, Kommentar von Reinhard Kuls zu den jüngsten deutschen Arbeitsmarktzahlen

Frankfurt (ots) - Gewiss, der neue Positivrekord am deutschen Arbeitsmarkt - noch nie seit 1992 waren in einem Mai so wenige Arbeitslose registriert wie diesmal - ist der Vielzahl der statistischen Revisionen der vergangenen Jahre zu verdanken. Die letzte wurde 2009 umgesetzt und dürfte das wahre Bild des deutschen Arbeitsmarkts noch bis zum Dezember verschleiern.

Beachtlich ist die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt dennoch. Denn auch ohne die Schönung durch eine neue Definition von Arbeitslosen (die Teilnehmer an den vielfältigen Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik zählen nicht mehr dazu) bleibt noch ein Abbau der Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich um 90000. Es ergäbe sich ein Mai-Stand nur wenig über dem Niveau vom Mai 2008. Das war noch vor der scharfen Rezession, und damals - im Gefolge des vorherigen Booms - marschierte der deutsche Arbeitsmarkt mit Siebenmeilenstiefeln nach oben, sprich die Arbeitslosenzahl nahm auf Vorjahressicht jeden Monat im Bereich von einer halben Million und mehr ab.

Auch andere aktuelle Daten legen den zwingenden Schluss nahe, dass es mit dem deutschen Arbeitsmarkt wesentlich schneller und stärker nach oben geht, als dies viele noch immer vermuten. Mit statistischen Schummeleien allein lässt sich das nicht erklären. Der Arbeitsmarkt und damit die gesamte deutsche Volkswirtschaft haben eine Geschmeidigkeit gewonnen, die sie nun in Dynamik umsetzen. Mithilfe der staatlich geförderten Kurzarbeit und mehr noch, wie neue Berechnungen zeigen, mittels der von den Tarifpartnern für viele Branchen vereinbarten flexiblen Arbeitszeitmodelle reagieren die deutschen Unternehmen ungleich schneller auf die inzwischen überraschend kräftige Nachfrage vor allem aus dem Ausland.

Damit kommt Deutschland viel eher aus der Rezession heraus als etwa andere Euro-Länder, die (noch) nicht über einen solchermaßen atmenden Arbeitsmarkt verfügen, sei es tarifvertraglich vereinbart oder staatlich festgelegt. Er tritt zudem zur hohen preislichen Wettbewerbsfähigkeit hinzu, die sich Deutschland in den vergangenen Jahren bereits hart erarbeitet hat. Er wird ihren vorteilschaffenden Effekt noch verstärken - sicher zum Unmut so mancher Neider im Ausland. Das aber wäre das letzte Argument für Deutschland, wieder davon abzurücken.

(Börsen-Zeitung, 2.6.2010)

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