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Börsen-Zeitung: Kein Selbstläufer, Kommentar zur Staatsanleihe Griechenlands von Kai Johannsen

Frankfurt (ots)

Griechenland bekommt am Euro-Staatsanleihemarkt
weiterhin Geld. Das hat der gestrige Bond-Auftritt mit einer 
siebenjährigen Laufzeit über 5 Mrd. Euro bewiesen. Aber - und das hat
die Anleihetransaktion eben auch gezeigt - ein Selbstläufer war der 
Deal nicht.
Die Investoren legten eine stärkere Zurückhaltung als bei der 
Anleihetransaktion Anfang dieses Monats an den Tag, was an 
verschiedenen Aspekten ablesbar war. Das Orderbuch war zwar nur rund 
drei Stunden geöffnet und erreichte ein Volumen von mehr als 6 Mrd. 
Euro. Bei der zehnjährigen Laufzeit Anfang des Monats, über die 
ebenfalls 5 Mrd. Euro aufgenommen wurden, betrug das Nachfragevolumen
noch mehr als 16 Mrd. Euro. Beteiligt haben sich an der gestrigen 
Transaktion auch "nur" noch 175 Investoren. Vor vier Wochen waren 400
Adressen mit von der Partie.
Preissensibler sind die Anleger ebenfalls geworden. Das 
siebenjährige Papier wurde noch mit einer Spread-Vorgabe von 310 
Basispunkten (BP) über Swaps vermarktet - auf diesem Niveau war auch 
die Zehnjährige angepriesen worden. Vor vier Wochen konnten die 
Hellenen den Spread noch um 10 BP auf 300 BP einkürzen. Dieses Mal 
war der Spielraum für engere Spreads nicht mehr gegeben. Es blieb bei
310 BP über Swaps (rund 334 BP über Bundesanleihen).
Die Investorenzurückhaltung trotz EU-Hilfsplan kann zum Teil auf die 
anstehenden Osterfeiertage und den verlängerten Urlaub vieler Anleger
zurückgeführt werden, aber eben nur zu einem Teil. Denn in Sachen 
griechischer Refinanzierung steht noch ein wenig an. 15,5 Mrd. Euro 
werden bis Ende Mai noch benötigt, hieß es bei der griechischen 
Schuldenagentur in der vergangenen Woche. Seit gestern sind es 5 Mrd.
Euro weniger.
Bleibt die Frage, wie der Rest geschultert wird. Im Euro ist nur 
noch wenig Platz, da bereits die Laufzeiten fünf, sieben und zehn 
Jahre bedient wurden. Vom Fälligkeitsprofil her betrachtet kommt nun 
noch eine dreijährige Anleihe in Betracht, über die weitere 5 Mrd. 
Euro lockergemacht werden könnten. Denn 2013 haben die Hellenen 
auslaufende Papiere über 23 Mrd. Euro, im Jahr zuvor sind es 31 Mrd. 
Euro. Und viel mehr als 30 Mrd. Euro an Fälligkeiten sollte es auch 
nicht sein, damit die Refinanzierungslast nicht zu groß wird. Den 
Rest müssen die Griechen dann aber über andere Währungen besorgen. 
Trotz EU-Hilfsplan im Gepäck gibt es aus Gründen der 
Aufnahmefähigkeit nur zwei Optionen: Dollar und Yen.

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