Alle Storys
Folgen
Keine Story von Börsen-Zeitung mehr verpassen.

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung: Ausverkauf bei Banken Kommentar zur Lage am Bankenmarkt, von Markus Frühauf.

Frankfurt (ots)

Bei den Bankenwerten herrschte am Dienstag
Ausverkaufsstimmung. Die Aktie der Deutschen Bank rutschte auf ein 
Fünfjahrestief, bei der Schweizer UBS war es sogar ein 
Zehnjahrestief. In London gerieten Royal Bank of Scotland, Barclays, 
HSBC und Lloyds TSB unter die Räder. Mit dem Ende des zweiten 
Quartals machen Befürchtungen über erneute massive Korrekturen bei 
den Banken die Runde.
Dominierte bei Branchenvertretern noch vor Wochen die Ansicht, 
dass die Talsohle der Finanzkrise durchschritten sei, halten nun 
wieder Sorgen über weitere Belastungen die Märkte in Atem. Die vom 
US-Immobilienmarkt ausgehende Krise ist noch lange nicht 
ausgestanden. Fest steht, dass die Banken noch einige Zeit brauchen 
werden, um die Verwerfungen der Krise in ihren Bilanzen zu 
verarbeiten. Es ist sogar wahrscheinlich, dass Zweitrundeneffekte wie
etwa eine Rezession in den USA für neue Belastungen sorgen.
Weiterhin stehen bei den Banken die Übernahmefinanzierungen für 
Finanzinvestoren (Leveraged Loans) in den Büchern, die sie derzeit am
Markt nicht platzieren können. Bei der Deutschen Bank sind es nach 
milliardenschweren Korrekturen noch immer gut 30 Mrd. Euro. Darüber 
hinaus geraten am US-Immobilienmarkt auch Segmente in den Sog der 
Krise, die qualitativ deutlich über dem Subprime-Bereich, also dem 
Segment für Schuldner mit geringer Bonität, liegen. Bei beiden 
Positionen muss auch künftig mit Korrekturbedarf gerechnet werden.
Zudem dürfte die Schieflage bei den US-Anleiheversicherern 
(Monoliner) nun bei Banken signifikante Wertberichtigungen erfordern.
Denn die Monoliner haben ihre Triple-A-Ratings verloren, und damit 
sinkt auch der Wert der von ihnen garantierten Titel. Die Branche hat
Anleihen im Volumen von 2,5 Bill. Dollar versichert, was Bankern 
schon seit geraumer Zeit schlaflose Nächte bereitet.
Schließlich greift die Finanzkrise auf die Realwirtschaft über. 
Denn die Konjunkturaussichten haben sich deutlich eingetrübt. 
Dementsprechend mau sind die Perspektiven für die Ertragslage der 
Banken. Zudem kann der Vorsorgebedarf bei Krediten zunehmen. Die 
aktuelle Entlassungswelle an Wall Street ist ein Indiz für die 
mageren Ertragsaussichten der Branche. Die Krise wird Banken und 
Märkte noch auf absehbare Zeit beschäftigen.
(Börsen-Zeitung, 2.7.2008)

Pressekontakt:

Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0

Original-Content von: Börsen-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

Weitere Storys: Börsen-Zeitung
Weitere Storys: Börsen-Zeitung