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31.10.2007 – 20:50

Börsen-Zeitung

Börsen-Zeitung: Die Fed klärt auf, Kommentar zur US-Zinssenkung von Jürgen Schaaf

Frankfurt (ots)

Die Prognose, dass die US-Notenbank Federal
Reserve (Fed) den Leitzins um 25 Basispunkte auf 4,5% senken würde, 
war nicht allzu gewagt. Zu klar waren zuvor die Signale aus dem 
Entscheidungsgremium um den Vorsitzenden Ben Bernanke gewesen. 
Dennoch wurde die Entscheidung mit Spannung erwartet. Versprach man 
sich von dem begleitenden Kommuniqué doch Aufschluss über die 
nächsten Züge der Fed.
Diesen hat die Fed geliefert. Mit der Kernaussage des Kommuniqués,
dass Inflations- und Konjunkturrisiken sich nach diesem Schritt die 
Waage halten, signalisierten die Währungshüter, dass sie vorerst 
keine weiteren Änderungen des Zinsniveaus planen - unter der 
Bedingung, dass sich die Datenlage nicht wesentlich ändert.
Die klare Botschaft war wichtig, denn nicht nur in Zeiten erhöhter
Unsicherheit, aber dann ganz besonders kommt der Kommunikation der 
Währungshüter enorme Bedeutung zu. Aufklärung und Führung durch die 
Notenbank trägt zur Planungssicherheit der Akteure bei und hilft, 
unerwünschte Ausschläge an den Märkten zu vermeiden. Seitdem die 
Finanzturbulenzen durch die amerikanische Subprimekrise toben, ist 
die Nervosität groß und, damit gepaart, die Volatilität an den 
Märkten hoch. Potenzielle Missverständnisse kursieren zuhauf.
Vermutet, und im selben Atemzug kritisiert, wurde mitunter, dass 
die Fed am Gängelband der Finanzmärkte hinge. Sie stünde unter dem 
Druck, deren Erwartungen nicht zu enttäuschen. Zwar ist richtig, dass
die Fed den Erwartungen an den Finanzmärkten Beachtung schenkt. 
Primäre Motivation dahinter ist aber, dass volatile Märkte negative 
Auswirkungen auf Konjunktur und Wachstum haben - die Zielgrößen der 
Fed. Deshalb senden Notenbanker frühzeitig Signale, um Überraschungen
zu vermeiden.
Die Fed hat deutlich gemacht, dass sie trotz des robusten 
Wachstums der US-Wirtschaft im dritten Quartal von 3,9% erwartet, 
dass der Absturz des Immobiliensektors das Wachstum der nächsten 
Quartale drosseln dürfte und die Inflationsgefahren moderat, wenn 
auch nicht gebannt sind. Sie widerlegt damit die Erwartung, dass die 
USA unmittelbar vor einer Reihe weiterer Zinssenkungen stehe. Dass 
der Schwanz also mit dem Hund wedelt, wenn die Fed auf die 
Finanzmärkte schaut, ist ein Irrglaube.

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