Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Indigener Anführer in Peru erschossen: Gewalt gegen Indigene nimmt zu - Forderung nach sofortigen Schutzmaßnahmen
Mit Entsetzen hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) auf den Mord an dem indigenen Asháninka-Anführer Américo Pascual Tumisha in Peru reagiert. Der 57-Jährige war am Sonntag, 23. August, im Distrikt Yurúa in der Region Ucayali erschossen worden. Die Menschenrechtsorganisation wirft der peruanischen Regierung vor, nicht genug für den Schutz der indigenen Gemeinschaften in der Region zu unternehmen, und fordert sofortige Schutzmaßnahmen.
„Die Tötung von Américo Pascual Tumisha zeigt, wie gravierend die Lage entlang der brasilianisch-peruanischen Grenze für indigene Vertreterinnen und Vertreter ist. Viele von ihnen erhalten Morddrohungen“, betont Dr. Eliane Fernandes, GfbV-Referentin für Indigene Völker, die sich aktuell im Asháninka-Gebiet in Brasilien aufhält. „Wir verlangen von der peruanischen Regierung, die Sicherheit entlang der Grenze zu erhöhen. Die bedrohten indigenen Anführer brauchen sofortigen und wirksamen Schutz.“
Américo Pascual Tumisha gehörte dem Indigenen Volk der Asháninka an und war der Anführer der Gemeinschaft Onconashari. Tumisha war Teil einer Kontrollpatrouille im Gebiet seiner Gemeinschaft, als diese auf bewaffnete Personen traf, die offenbar illegal Copaíba-Öl aus dem Gemeinschaftsgebiet entnahmen. Bei der darauffolgenden Konfrontation wurde er durch Schüsse getötet. Seine Begleiter konnten fliehen.
„Der Mord an Américo Pascual Tumisha und die Drohungen müssen lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen konsequent strafrechtlich verfolgt werden. Wir fordern die Regierungen Brasiliens und Perus auf, gemeinsam gegen die grenzüberschreitend agierenden kriminellen Netzwerke vorzugehen“, appelliert Fernandes.
Der Vorfall reiht sich in eine wachsende Zahl von Gewalttaten gegen indigene Anführer ein, die im peruanischen Amazonasgebiet ihr Land gegen illegale Ausbeutung verteidigen. Anfang August hatte die GfbV bereits davor gewarnt, dass Führungspersonen der Asháninka im Grenzgebiet zwischen Brasilien und Peru bedroht werden. Laut der Menschenrechtsorganisation haben auch die Asháninka-Brüder Benki, Moisés, Wewito und Francisco Piyãko in Brasilien sowie die Asháninka Maria Elena Paredes und Arlindo Ruiz Drohungen erhalten.
Sie erreichen Dr. Eliane Fernandes unter e.fernandes@gfbv.de.
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