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Indigene Menschenrechtsverteidigerin aus Peru erhält Menschenrechtspreis der Stadt Weimar

Indigene Menschenrechtsverteidigerin aus Peru erhält Menschenrechtspreis der Stadt Weimar
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Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) begrüßt die Entscheidung der Stadt Weimar, den 32. Weimarer Menschenrechtspreis an die peruanische Menschenrechts- und Umweltverteidigerin Olivia Bisa Tirko zu verleihen. Sie wird für ihren Einsatz gegen Umweltzerstörung, Ölverschmutzung und die Ausbeutung indigener Territorien im peruanischen Amazonasgebiet geehrt. Die GfbV hatte die Präsidentin des Volkes der Chapra für den Preis nominiert.

„Ich freue mich, dass die Stadt Weimar den mutigen Einsatz von Olivia Bisa Tirko für die Rechte Indigener Völker und den Schutz des Amazonas würdigt“, sagt Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker* bei der Gesellschaft für bedrohte Völker. „Olivia Bisa verteidigt nicht nur den Regenwald. Sie verteidigt die Lebensgrundlagen ihres Volkes gegen jene, die den Amazonas als Rohstofflager betrachten. Dafür wird sie angefeindet und bedroht. Die Auszeichnung sendet ein wichtiges Signal an indigene Menschenrechtsverteidiger weltweit, dass ihr Einsatz gesehen wird und Schutz verdient.“

Olivia Bisa Tirko gehört dem Volk der Chapra an und ist seit 2022 Präsidentin der autonomen Territorialregierung der Chapra im peruanischen Amazonasgebiet. Als erste Frau in diesem Amt wurde sie zu einer der wichtigsten indigenen Stimmen Perus. Sie dokumentierte die Folgen von Ölverschmutzung und setzte sich erfolgreich für die Sanierung der betroffenen Gebiete ein. Die Chapra verteidigen unter ihrer Führung ein rund 200.000 Hektar großes Territorium, dessen Wälder bis heute weitgehend intakt geblieben sind.

Seit sie sich gegen Umweltverschmutzung und neue Erdölförderprojekte einsetzt, wird die Menschenrechtsverteidigerin massiv bedroht. Sie erhält regelmäßig Morddrohungen. Gegner ihres Engagements haben gerichtliche Verfahren gegen sie angestrengt und schüchtern ihre Familie ein. Die UN-Sonderberichterstatterin für Menschenrechtsverteidigerinnen und Menschenrechtsverteidiger, Mary Lawlor, warnte bereits 2024 vor ihrer zunehmenden Gefährdung.

Olivia Bisa Tirko macht die Situation der Chapra zudem auf internationalen Konferenzen und UN-Plattformen sichtbar und setzt sich weltweit für die Rechte Indigener Völker ein. Ihr Fall zeigt exemplarisch, welchen Gefahren indigene Umwelt- und Menschenrechtsverteidiger heute weltweit ausgesetzt sind. Während Regierungen und Unternehmen den Zugriff auf Rohstoffe und Energiereserven ausweiten, geraten indigene Gemeinschaften zunehmend unter Druck, ihre Territorien und Lebensgrundlagen zu verteidigen.

Die 32. Verleihung des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar wird am 10. Dezember 2026 stattfinden.

* Wir schreiben das „Indigen“ in „Indigene Völker“ groß, um den kulturellen und historischen Kontext dieser Bezeichnung zu würdigen. Durch die Großschreibung werden der spezifische Status der Völker, ihre Einzigartigkeit sowie ihre kollektiven Rechte betont. Im Gegensatz zur kleingeschriebenen Form, die „indigen“ als allgemeines Adjektiv für „einheimisch“ oder „ursprünglich“ nutzt, verweist die Großschreibung auf das Selbstverständnis dieser Gemeinschaften als Völker mit besonderen kulturellen Identitäten und Rechten, wie sie in internationalen Abkommen, wie der UN-Deklaration über die Rechte der Indigenen Völker, festgelegt sind.

Sie erreichen Jan Königshausen unter j.koenigshausen@gfbv.de oder 0551/49906-14.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
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E-Mail:  presse@gfbv.de
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Menschenrechtsorganisation mit beratendem Status bei den UN 
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