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14.08.2002 – 10:57

Deutscher Naturschutzring

DNR: USA führen Krieg gegen die Natur
UN-Gipfel in Johannesburg wird zum Tribunal gegen verfehlte Politik der Industrieländer

    Bonn (ots)

Angesichts der beispiellosen Flutkatastrophen in
Europa und anderen Teilen der Welt als Folge von Wetterextremen durch
Klimaveränderungen hat heute in Berlin der Deutsche Naturschutzring
(DNR) die USA des Krieges gegen die Natur bezichtigt.
    
    "Wer wie die Amerikaner für 25 % der vom Menschen verursachten
Treibhausgase verantwortlich ist und gleichzeitig das
Klimaschutzabkommen von Kyoto boykottiert, gehört auf die Anklagebank
eines noch zu schaffenden internationalen Umweltgerichtshofs,"
erklärte DNR-Präsident Hubert Weinzierl. Die USA würden sehr rasch
dem Kyoto-Abkommen beitreten, wenn Sammelklagen etwa der Flutopfer in
Europa gegen die skandalöse Politik der US-Regierung aussichtsreich
wären, führte der DNR weiter aus. Nach der jüngsten Flutkatastrophe
ist unter Fachleuten unstrittig, dass wir uns mitten in einer
bedrohlichen Klimaveränderung befinden. Erstmals seit
Menschengedenken ist beispielsweise ein Teil des Dresdner
Hauptbahnhofs von Wassermassen überflutet worden.
    
    Bei der in 10 Tagen in Johannesburg beginnenden UN-Konferenz zu
nachhaltiger Entwicklung mit 50.000 Teilnehmern und mehr als 100
Regierungschefs kündigte der DNR energische Maßnahmen für den
Klimaschutz und die Armutsbekämpfung an. "Wir werden in Johannesburg
alle Hebel in Bewegung setzen, um endlich eine weltweite Besteuerung
von Flugbenzin zu erreichen", versicherte DNR-Generalsekretär Helmut
Röscheisen. Die Abgase aus dem Flugverkehr gelten als wichtige
Ursache der Klimaveränderungen. Der bevorstehende Weltgipfel für
nachhaltige Entwicklung in Johannesburg sei die letzte Chance zum
weltweiten Umsteuern, damit wenigstens die kommenden Generationen
nicht ganz absaufen, sagte Weinzierl.
    
    Der DNR machte sich erneut für eine weitere Anhebung der Ökosteuer
stark, um den Energieverbrauch weiter zu drosseln. Dabei sollte
darüber nachgedacht werden, ob zukünftig nicht ein Teil des
Aufkommens zur Förderung von Energieeinsparmaßnahmen und der
regenerativen Energien eingesetzt werden kann.
    
    Wichtig sei es auch, dass die Bundesregierung ihre
Nachhaltigkeitsstrategie nachbessert: "Bundeskanzler Gerhard Schröder
sollte sich endlich zu dem Reduktionsziel für klimaschädigende Abgase
von 40 % bis 2020 bekennen und dafür bei den EU-Staaten eine
Vorreiterrolle einnehmen", forderte Weinzierl.
    
    Als unerträglich bezeichnete es der DNR-Präsident, dass die
Umweltpolitik und die Überlebensfragen der Menschen aus dem Wahlkampf
verdrängt werden. So habe Kanzlerkandidat Edmund Stoiber dafür
niemanden in seinem Kompetenzteam benannt. Weinzierl forderte daher,
Stoiber solle endlich Farbe bekennen und sagen, wen er für Umwelt-
und Zukunftsfragen vorgesehen habe: Entweder habe er kein Interesse
oder keine Kompetenz?"
    
    Krasses Versagen wirft der DNR den Politikern von CDU/CSU und FDP
vor. "Wer wie der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Lippold
zur Bekämpfung der Klimakatastrophe auf den Ausbau der Atomenergie
setze, entlarve sich als bloßer Vertreter von Kapitalinteressen.",
sagte DNR-Generalsekretär Röscheisen. Damit Atomkraftwerke
tatsächlich einen nennenswerten Beitrag zur Energieversorgung leisten
könnten, müssten Hunderte weitere Anlagen errichtet werden. Dies sei
aber bei der unbeherrschbaren Risikotechnologie der Bevölkerung nicht
zu vermitteln. Würde dagegen ein nennenswerter Teil der Mittel, die
bisher für den Bau der teuren Atommeiler ausgegeben wurden für
erneuerbare Energien und Energieeinsparmaßnahmen eingesetzt, könnte
die drohende Klimakatastrophe noch abgewendet werden, erklärte der
DNR.
    
    
ots Originaltext: DNR
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:
Helmut Röscheisen,
DNR-Generalsekretär,
Tel.: 0228/35 90 05

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