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Der Tagesspiegel: Bauern rechnen mit höheren Rohstoff- und Lebensmittelpreisen

Berlin (ots)

Der deutsche Bauernverband erwartet steigende
Preise bei Rohstoffen und Lebensmitteln. "Die Entwicklungen auf den 
Agrarmärkten stimmen wieder zuversichtlich", sagte Gerd Sonnleitner, 
Präsident des Deutschen Bauernverbandes, dem "Tagesspiegel am 
Sonntag" wenige Tage vor Beginn der weltgrößten Agrarmesse "Grüne 
Woche" in Berlin. Die Rohstoffpreise seien weltweit angestiegen. Das 
werde allerdings nicht in allen Fällen voll auf die 
Lebensmittelpreise durchschlagen. Von einem Euro, den der Verbraucher
für Nahrungsmittel ausgibt, entfielen im Schnitt nur 25 Cent auf die 
Rohstoffe.
Grund für die weltweit steigende Nachfrage auch der Boom der 
nachwachsenden Rohstoffe.
"Durch den jüngsten Lieferstopp und die stetige Verteuerung der 
Energie sowie unser gemeinsames Ziel des Klimaschutzes gewinnt die 
Bioenergie an Bedeutung", sagte der Bauernpräsident. Von fast zwölf 
Millionen Hektar Ackerland würden bereits zwei Millionen Hektar mit 
nachwachsenden Rohstoffen und Bioenergie bestellt. Viele Landwirte 
hätten ein weiteres neues Standbein gewonnen. "Sie können damit 
unternehmerisch besser auf Preisdruck reagieren."
Dass der Anbau nachwachsender Rohstoffe zu einer Verknappung bei 
Lebensmitteln führen könnte, bestritt Sonnleitner. "In Deutschland 
und Europa gibt es keinen Mangel. Bei unseren Bauern wird auch 
künftig die Nahrungsmittelproduktion immer im Vordergrund stehen."
Die steigenden Preise hätten sich auf die Einkommen der Landwirte 
noch nicht niedergeschlagen. "Da die Energie- und Düngemittelpreise 
gestiegen sind, erwarten wir für 2007 keine höheren Einkommen", sagte
der Bauernpräsident. Mit durchschnittlich 1900 Euro Bruttoeinkommen 
im Monat hätten es die Bauern schwer, notwendige 
Zukunftsinvestitionen zu tätigen.
Den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen lehnt der 
Bauernverband nach wie vor ab. Daran werde auch die von 
Bundesagrarminister Horst Seehofer geplante Novelle des 
Gentechnikgesetzes nichts ändern. "Für uns wird sich in der Praxis 
wenig oder gar nichts ändern", sagte Sonnleitner. "Der Verbraucher 
will solche Lebensmittel derzeit nicht, darum werden wir sie auch 
nicht produzieren."

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


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