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Der Tagesspiegel: IW-Direktor Hüther: Aktueller Ölpreis hat keine dramatischen Folgen für die Konjunktur in Deutschland

    Berlin (ots) - Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), erwartet durch den hohen Ölpreis keine dramatischen Folgen für die Konjunktur in Deutschland. Die Lohnpolitik reagiere heute nicht wie in den 70er Jahren bei den ersten Ölkrisen, sagte er dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe). Zudem sei die Energieeffizienz seitdem stark gesteigert worden. Hüther rechnet für 2005 mit einem durchschnittlichen Preis von 40 Dollar, das seien etwa zehn Dollar mehr als noch vor einem halben Jahr angenommen. Für das Wirtschaftswachstum bedeutet das laut IW-Chef zwei bis drei Zehntel Einbußen. "Ärgerlich, aber nicht dramatisch", sagt Hüther.

    Außerdem halten Ölexperten Versorgungsengpässe für unwahrscheinlich. "Bis zum Jahresende wird es erhebliche neue Förderkapazitäten geben", sagte Lawrence Eagles, Ölanalyst der Internationalen Energieagentur (IEA), dem "Tagesspiegel". "Auch aktuell sind die Märkte recht gut versorgt." Barbara Meyer-Bukow vom Mineralölwirschaftsverband sagte, würde allein die tatsächliche Versorgungslage beachtet, müsste der Ölpreis deutlich unter 50 Dollar liegen.

    Aktienexperten reagierten gelassen auf die Entwicklung am Ölmarkt. "Wir ändern unseren Ausblick für den weiteren Verlauf an den Aktienmärkten nicht und erwarten weiterhin auf Sicht von sechs Monaten einen Anstieg beim Dax auf 4250 Punkte", sagte Tammo Greetfeld, Aktienstratege der Hypo-Vereinsbank (HVB), dem "Tagesspiegel". Höhere Ölpreise seien "nicht per se negativ". Man müsse die Frage stellen, warum sie steigen. Und ein großer Teil des Anstiegs der vergangenen Quartale sei auf die robuste Nachfrage nach dem Rohstoff dank der guten globalen Konjunktur zurückzuführen, sagte Greetfeld. Die positiven Effekte aus dem Wirtschaftswachstum würden die negativen des teuren Öls ausgleichen.

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