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09.12.2003 – 16:39

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Interview mit dem Sat1-Chef Roger Schawinski zu Harald Schmidt und der Situation bei Sat1.

Berlin (ots)

„Bloß nicht kopieren"
Herr Schawinski, glauben Sie wirklich, dass Harald Schmidt zu Sat
1 zurückkehrt? Warum nicht. Er selbst hat von einer kreativen Pause
gesprochen.
Welchen Grund gibt es für Schmidt-Fans, Ihren Sender noch
einzuschalten? Das kann ich Ihnen genau sagen, weil ich selbst
Schmidt-Fan bin: Anke Engelke, Hugo Egon Balder mit „Genial daneben",
„Edel & Starck" und und und. Es ist wahnsinnig schade, aber Sie
würden all den anderen Sat-1-Stars absolut unrecht tun, wenn Sie den
Sender auf Harald Schmidt reduzieren.
Haben Sie sich bereits mit Schmidt zum Essen getroffen? Nein, noch
nicht. Wir haben darüber telefoniert, und wir werden uns noch
treffen.
Sie planen eine neue Late Night. Das ist doch ein enormes Risiko,
weil jeder den Vergleich zu Schmidt ziehen wird, oder? Genau seit
Freitag Abend - meinem ersten Arbeitstag - müssen wir neu denken.
Natürlich wird jeder bei der neuen Show zuallererst den Vergleich mit
Harald Schmidt anstellen. Deshalb muss der Host sicher neben den
Qualitäten eines exzellenten, witzigen Moderators, vor allem am
Anfang aber auch Stehvermögen beweisen. Deshalb versuchen wir erst
gar nicht, Harald Schmidt zu kopieren. Das ist unmöglich. Unsere neue
Late Night soll eher klassisch sein, das heißt, das, was die Menschen
am Tag bewegt hat, verläßlich aufgreifen. Im Idealfall haben wir DEN
Kopf des Tages da in der Sendung oder zugeschaltet.
Erwarten Sie einen jetzt Rutschbahn-Effekt bei den Sat-1-Stars?
Nein! Sie werden verstehen, dass ich an meinem dritten Arbeitstag
noch nicht mit allen Stars persönlich sprechen konnte. Mit vielen
habe ich bereits telefoniert. Es gibt mit keinem unserer Stars eine
vergleichbare vertragliche Situation, wie sie mit Harald Schmidt
bestand. Es ist schon ungewöhnlich, wenn am 5. Dezember noch kein
Vertrag für das Folgejahr vorliegt.
Das Programm Ihres Senders wird bereits in der „Kreativpause" von
Harald Schmidts an Farbe und Vielfalt verlieren. Was sind Ihre
Gegenmaßnahmen? Extreme Situationen fordern, dass man einmal
durchatmet und sich dann darauf konzentriert, innovativ und schnell
zu sein. Sie verstehen sicher, dass ich Programmideen zunächst mit
meinen Mitarbeitern diskutiere und nicht an meinem dritten Arbeitstag
in der Öffentlichkeit.
Überhaupt, der neue Sat 1-Chef Roger Schawinski aus der Schweiz
und das Sat 1-Programm aus Berlin. Wo sehen Sie die größten
Baustellen? Zunächst einmal sehe ich viele Stärken, auf denen wir
aufsetzen können: hervorragende Comedy, herzzerreißende TV-Movies,
moderne Serien und wirklich große Shows.
ots-Originaltext: Der Tagesspiegel

Rückfragen bitte an:

Der Tagesspiegel
Thomas Wurster
Chef vom Dienst
Telefon: 030-260 09-419
Fax: 030-260 09-622
Email: thomas.wurster@tagesspiegel.de

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