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Der Tagesspiegel: Auch Arbeitgeber kritisieren neues Datenerfassungssystem "Elena" BDA-Vize Gunkel: Zusätzlicher Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Nutzen

Berlin (ots)

Berlin - Nach Datenschützern und Gewerkschaften
haben nun auch die Arbeitgeber Kritik am neuen Datenerfassungs- und 
Vernetzungsprogramm "Elena" geübt. Das im zentralen Erfassungssystem 
für Arbeitnehmerdaten steckende "Potenzial zum Bürokratieabbau" werde
"leider nur rudimentär genutzt", sagte der stellvertretende 
Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen 
Arbeitgeberverbände (BDA), Alexander Gunkel, dem Tagesspiegel. Der 
zusätzliche Aufwand für die Arbeitgeber stehe bislang in keinem 
Verhältnis zum Nutzen.
Seit Beginn des Jahres müssen alle Firmen die Einkommensdaten 
ihrer Beschäftigten elektronisch an eine zentrale Speicherstelle 
melden. Betroffen sind davon in Deutschland bis zu 40 Millionen 
Beschäftigte. Bislang seien in das Verfahren aber nur die Angaben für
Arbeitslosengeld I, Elterngeld und Wohngeld einbezogen, sagte Gunkel.
"Es wäre besser gewesen, wenn man die elektronische Erfassung gleich 
auf mehr Bescheinigungen ausgeweitet hätte." Nach Gunkels Worten 
haben die deutschen Arbeitgeber "mehr als 100 Auskunfts-, Melde- und 
Bescheinigungspflichten gegenüber Behörden". Das liege daran, "dass 
unser Sozialversicherungsrecht so kompliziert ist".Der BDA-Vize 
betonte, dass auch die Arbeitgeber an einer Verringerung der 
vorgeschriebenen Datenweitergabe  interessiert seien. "Wir wollen so 
wenig Daten wie möglich liefern", sagte Gunkel. "Die Streichung von 
Überflüssigem  würden wir sofort unterstützen." Allerdings müssten 
die Kritiker schon sagen, welche Daten wegfallen könnten. "Uns ist 
dazu bisher nichts eingefallen."
Zu den Warnungen vor möglichem Datenmissbrauch sagte Gunkel, dafür
gebe es bislang keine Belege. Es sei gesetzlich festgelegt, dass ein 
Zugriff auf die Arbeitnehmer-Daten nur mit Zustimmung der Betroffenen
erfolgen dürfe. Außerdem sei es eigenartig, dass diese Kritik 
ausgerechnet vom Bundesdatenschutzbeauftragten komme, der den 
"Hauptschlüssel zur Elena-Datenbank" selber verwalte.
Bei Rückfragen: 030/29021-14107 (Rainer Woratschka) oder 
030/29021-14905(Politikredaktion).

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


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