PRESSEPORTAL Presseportal Logo
Alle Storys
Folgen
Keine Story von Der Tagesspiegel mehr verpassen.

11.08.2007 – 17:00

Der Tagesspiegel

Der Tagesspiegel: Laschet fordert Einbürgerungskampagne

Berlin (ots)

Der nordrhein-westfälische Integrationsminister
Armin Laschet (CDU) hat eine bundesweite Einbürgerungskampagne 
gefordert. "Seit Jahren sinken die Einbürgerungszahlen, Deutscher zu 
werden ist nicht attraktiv. Das ist ein Problem", sagte Laschet dem 
"Tagesspiegel am Sonntag". Deshalb müsse der Bund die Menschen 
einladen, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen. "Es muss 
deutlich werden, dass wir die Menschen brauchen und wollen." Das 
Gefühl, willkommen zu sein, sei entscheidend für den 
Integrationserfolg.
Migrantenorganisationen sehen ein Einbürgerungshindernis vor allem im
Zwang, den alten Pass aufgeben zu müssen. "Grundsätzlich ist es 
besser, nur eine Staatsangehörigkeit zu besitzen", sagte Laschet. 
Allerdings komme bald - womöglich schon im kommenden Jahr - der 
Zeitpunkt, an dem viele Jugendliche mit deutschem Pass und 
Migrationshintergrund entscheiden können, welche Nationalität sie 
endgültig annehmen wollen. "Dann könnte es eine neue Debatte geben." 
Im Staatsangehörigkeitsgesetz ist verankert, dass Kinder 
ausländischer Eltern, die hier geboren werden, den deutschen Pass 
bekommen. Mit 18 Jahren können sie sich entscheiden, ob sie ihn 
behalten oder die Nationalität ihrer Eltern annehmen wollen.
Laschet fordert eine "neue Verwaltungsphilosophie" in den 
deutschen Behörden. Besonders die Mitarbeiter in den Ausländerämtern 
würden sich "noch zu sehr als Teil der Abschreckung verstehen und 
nicht als Teil einer aktiven Integrationspolitik". Ausländerämter 
müssten Integrationsämter werden, sagte Laschet.
Rückfragen: Politikredaktion, Telefon 030/26009-295

Pressekontakt:

Der Tagesspiegel
Chef vom Dienst
Thomas Wurster
Telefon: 030-260 09-308
Fax: 030-260 09-622
cvd@tagesspiegel.de


Original-Content von: Der Tagesspiegel, übermittelt durch news aktuell