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Moratorium für die Genehmigung neuer LNG-Terminals in den USA: Präsident Biden will vor weiteren Genehmigungen Klimafolgen prüfen lassen

Berlin (ots)

US-Präsident Joe Biden hat heute angekündigt, die Genehmigung neuer LNG-Exportterminals auszusetzen und zunächst die Auswirkungen auf Klimakrise sowie auf Wirtschaft und nationale Sicherheit untersuchen zu lassen. Durch Bidens Entscheidung wird unter anderem das riesige geplante Calcasieu Pass 2 Terminal des LNG-Konzerns Venture Global in Louisiana auf den Prüfstand gestellt. Mit Venture Global haben die deutschen Energie- und Gaskonzerne EnBW und SEFE (ehemals Gazprom Germania) langfristige Lieferverträge abgeschlossen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) begrüßt die Entscheidung des US-Präsidenten und fordert auch in Deutschland ein Moratorium für die Genehmigung und den Bau weiterer LNG-Terminals.

Dazu DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner:

"Präsident Bidens Entscheidung macht Hoffnung, dass die Eskalationsspirale beim LNG-Ausbau endlich gestoppt wird. Zum ersten Mal werden die LNG-Exportterminals in den USA sowohl auf ihre Klima- und Umweltauswirkungen als auch auf ihre Menschenrechtsverletzungen hin untersucht. Dies könnte für die bis zu 17 neu geplanten Terminals in den USA das Aus bedeuten. Das gigantische Terminal Calcasieu Pass 2 mit seinen Verbindungen nach Deutschland ist wohl das erste auf der Liste, das die neue Prüfung durchlaufen muss. Die Bundesregierung muss sich diesen Schritt von Präsident Biden zum Vorbild nehmen und die Klima- und Umweltprüfungen für alle noch geplanten Projekte nachholen. Auch Deutschland braucht dringend ein Moratorium für Bau und Genehmigung weiterer LNG-Terminals. Eine kurzsichtige Politik, die trotz sinkenden Gasverbrauchs auf Umweltzerstörung und Fracking-LNG setzt, gefährdet die deutsche Energiesicherheit und unsere Klimaziele. Nur der konsequente Ausbau der Erneuerbaren Energien und eine Steigerung der Energieeffizienz können unsere Energieversorgung langfristig auf sichere Beine stellen."

Hintergrund:

Das Moratorium auf neue LNG-Exportgenehmigungen bezieht sich auf neue Projekte, nicht auf bereits laufende Exportlizenzen. Das Calcasieu Pass 2 LNG Terminal ist das zweite geplante Terminal von Venture Global LNG. Es ist ein riesiges Projekt, das enorme negative Folgen für die Umwelt und Menschen vor Ort hat, und voraussichtlich ab Ende 2024 LNG exportieren würde. Das Projekt würde laut der US-Umweltschutzbehörde jedes Jahr mehr CO2 ausstoßen als zwei durchschnittliche Kohlekraftwerke. Hinzu kommen weitere Umweltbelastungen wie die Emission von Stickstoffoxiden und flüchtigen organischen Verbindungen. Bereits im Juli 2023 wurde etwa die Hälfte des geplanten Produktionsvolumens verkauft: Unter anderem wurden Lieferverträge mit Energie Baden-Württemberg (EnBW) und dem deutschen staatlichen Konzern Securing Energy for Europa (SEFE, ehemalige Gazprom Germania) abgeschlossen.

Pressekontakt:

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer
0160 90354509, mueller-kraenner@duh.de

DUH-Newsroom:

030 2400867-20, presse@duh.de

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