Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

Stifterverband kritisiert Verbot von Studiengebühren

    Essen (ots) - Der Stifterverband hält die Abstimmung zugunsten
eines Studiengebührenverbotes für eine krasse Fehlentscheidung. Er
befürchtet, dass die deutschen Hochschulen dadurch weiter an
Attraktivität verlieren. "Das gesetzliche Verbot von Studiengebühren,
wie es nun von der Regierung gegen die Stimmen der Opposition
durchgesetzt wurde, zementiert die Gängelung der Hochschulen durch
den Staat dauerhaft. Es widerspricht damit dem erklärten Ziel der
Bundesregierung, Autonomie und Qualität der Hochschulen in
Deutschland zu stärken. Dieser Vorstoß der Bundesregierung
hintertreibt alle Bemühungen um eine Steigerung der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Hochschulsystems." Mit diesen
Worten kritisierte heute Dr. Arend Oetker, Präsident des
Stifterverbandes, das Abstimmungsergebnis im Bundestag zum Thema
Studiengebühren.
    
    Jede Hochschule muss die Freiheit haben, weitgehend selbst
bestimmen zu können, wie und in welche Richtung sie sich entwickeln
will. Zu den Grundsätzen einer solchen Autonomie gehören die Freiheit
zur Auswahl und Zulassung der Studierenden (damit würde notwendig die
Entwicklung besserer Beratungs- und Betreuungsangebote einhergehen!)
sowie die Freiheit zur Erhebung von sozialverträglichen
Studiengebühren. Vorschläge für eine zukunftsweisende Gestaltung von
Bildungsfinanzierungs- und Studienbeitragssystemen hat der
Stifterverband gemeinsam mit dem CHE, Gütersloh, bereits vor Jahren
auf den Tisch gelegt.
    
    In seiner Stellungnahme anlässlich der öffentlichen Anhörung zur
HRG-Änderung hatte der Stifterverband darauf aufmerksam gemacht, dass
Studiengebühren nachweislich keinen abschreckenden Effekt auf
Abiturienten haben und verwies auf Erfahrungen in anderen Ländern.
Wohl aber haben sie einen positiven Effekt auf die Zahl der Abbrecher
(weniger Studierende brechen ihr Studium ab) und die Qualität der
Ausbildung und Betreuung. Der Andrang bei privaten
Hochschulgründungen in Deutschland - sämtliche gebührenpflichtig -
sprechen ebenfalls gegen ein Gebührenverbot.
    
    Auch aus sozialer Sicht sei ein Gebührenverbot unsinnig, da
momentan mit den Steuern der geringer verdienenden Nichtakademiker
die Ausbildung (Studium) der zukünftig besserverdienenden Akademiker
finanziert werde.
    
    
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