Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge

"Die Trauernden Eltern" von Käthe Kollwitz bald auch in Russland / Volksbund hat eine Nachbildung der Skulptur anfertigen lassen / Auftakt der Reise in Diksmuide-Vladslo/Belgien am 18. Juni, 18 Uhr

Kassel (ots) - Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge wird in diesem Sommer eine Nachbildung der Skulpturengruppe "Die Trauernden Eltern" von Käthe Kollwitz nach Russland bringen. Dort soll sie an den Gräbern der deutschen und sowjetischen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges in Rshew aufgestellt werden.

Die zweiteilige Skulptur, mit der sie ihre Trauer über den Verlust ihres Sohnes Peter zum Ausdruck bringt, zählt zu den bedeutendsten Arbeiten der Künstlerin. Peter Kollwitz fiel im Oktober 1914 bei Diksmuide in Flandern. 1932 ließ sie die Figurengruppe auf dem Soldatenfriedhof in Esen-Roggeveld bei Diksmuide aufstellen, wo Peter begraben war. Als der Volksbund 1956 den Friedhof auflöste und die Toten nach Vladslo umbettete, wurden auch die Skulpturen versetzt. Bei Rshew, etwa 200 Kilometer westlich von Moskau, hat der Volksbund 2002 eine Kriegsgräberstätte für die deutschen Gefallenen des Zweiten Weltkrieges eingeweiht, die gemeinsam mit den benachbarten sowjetischen Kriegsgräbern einen Friedenspark bildet. Unter den Unbekannten auf dem deutschen Friedhof liegt wahrscheinlich auch der Enkel von Käthe Kollwitz, der 1942 in dieser Region ums Leben kam und ebenfalls Peter hieß. Er konnte nicht eindeutig identifiziert werden. "Die Skulpturengruppe ist mit ihrer bewegenden, nationale Grenzen sprengenden Darstellung elterlicher Trauer eine eindringliche Mahnung zum Frieden. Indem wir 100 Jahre nach dem Beginn des Ersten und 75 Jahre nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges die Statuen nach Russland bringen, wollen wir ausgehend vom Schicksal der Familie Kollwitz einen symbolischen Bogen zwischen den beiden Weltkriegen spannen und zugleich zwischen Ost und West", sagt Volksbund-Präsident Markus Meckel.

Die maschinell hergestellte Nachbildung ist wie das Original aus belgischem Granit, allerdings etwa 10 Prozent größer.

Zum Auftakt der Reise stellt der Volksbund die Nachbildungen am 18. Juni um 18 Uhr in Diksmuide der Öffentlichkeit vor. An der Veranstaltung auf der deutschen Kriegsgräberstätte wirken der deutsche Botschafter Dr. Eckart Cuntz, Geert Bourgeois, Vizeminister der flämischen Regierung und Minister für Tourismus, Bürgermeisterin Lies Laridon, Tourismusbeauftragter Franky De Block sowie Volksbund-Präsident Markus Meckel mit. Dabei wird auch die neugestaltete Houtlandstraat, die Zufahrtsstraße zum Friedhof, wieder eröffnet.

Auf dem Weg nach Rshew präsentiert der Volksbund die Skulpturen an verschiedenen Standorten: am 22. Juni in Gütersloh, der Partnerstadt von Rshew, am 28. Juni in Berlin, am 2. Juli in Warschau und am 6. Juli in Minsk. Am 20. September soll die Figurengruppe in Rshew der Öffentlichkeit übergeben werden.

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