Airbnb ohne eigene Immobilie? Wie das Geschäftsmodell der Kurzzeitvermietung funktioniert
Leipzig (ots)
Wer mit Airbnb Geld verdienen möchte, denkt meist zuerst an den Kauf einer eigenen Ferienwohnung. Es gibt jedoch auch Geschäftsmodelle, bei denen Unternehmer selbst keine Immobilie besitzen. Stattdessen werden Wohnungen oder Häuser angemietet, professionell eingerichtet und – mit Zustimmung des Eigentümers – kurzfristig an Reisende weitervermietet.
Viele glauben, dass man für ein erfolgreiches Airbnb-Geschäft eine Immobilie kaufen muss. Tatsächlich lässt sich die Kurzzeitvermietung auch mit angemieteten Objekten aufbauen. Entscheidend sind die richtigen Verträge, eine rentable Standortwahl und ein professioneller Betrieb. Nachfolgend erfahren Sie, wie das Geschäftsmodell ohne eigene Immobilie funktioniert, welche rechtlichen und wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche Fehler Einsteiger bei der Kurzzeitvermietung am häufigsten machen.
Wertschöpfung durch professionelle Bewirtschaftung
Bei diesem Modell mietet ein Betreiber eine Wohnung oder ein Haus für einen längeren Zeitraum und bietet die Räume anschließend für kurze Aufenthalte an. Die Buchungserlöse müssen sowohl die monatliche Miete als auch sämtliche Betriebsausgaben decken. Verbleibt danach regelmäßig ein ausreichender Überschuss, kann die Unterkunft wirtschaftlich betrieben werden.
Anders als beim Immobilienkauf entsteht der Ertrag nicht durch Eigentum oder eine mögliche Wertsteigerung. Entscheidend ist vielmehr, wie gut der Betreiber das Objekt bewirtschaftet. Zu seinen Aufgaben gehören die Vermarktung, die laufende Preisgestaltung und die Kommunikation mit den Gästen. Außerdem müssen Anreisen, Reinigungen, Wäschewechsel und Reparaturen zuverlässig organisiert werden. Automatisierte Nachrichten oder digitale Schließsysteme können den Aufwand verringern, machen das Geschäft jedoch nicht zu einer passiven Einnahmequelle.
Zustimmung und Genehmigungen vorab klären
Ein normaler Mietvertrag berechtigt den Mieter nicht automatisch zur kurzfristigen Weitervermietung. Bevor die Unterkunft auf Airbnb oder einer anderen Plattform angeboten wird, muss deshalb die ausdrückliche Zustimmung des Eigentümers vorliegen. Sie sollte schriftlich festhalten, in welchem Umfang die Nutzung erlaubt ist und wer bei Schäden oder Beschwerden verantwortlich bleibt.
Darüber hinaus gelten je nach Standort unterschiedliche Vorschriften. Einige Kommunen begrenzen die Nutzung von Wohnraum als Ferienunterkunft, verlangen eine Genehmigung oder schreiben eine Registrierungsnummer vor. Daneben können bau- und brandschutzrechtliche Anforderungen eine Rolle spielen. Diese Punkte sollten vollständig geklärt sein, bevor der Betreiber einen langfristigen Mietvertrag abschließt oder in die Ausstattung investiert. Andernfalls besteht das Risiko, laufende Kosten für ein Objekt tragen zu müssen, das nicht wie geplant genutzt werden darf.
Die Wirtschaftlichkeit realistisch berechnen
Ob eine Unterkunft genügend Buchungen erzielt, hängt nicht allein von der touristischen Bekanntheit des Standorts ab. Nachfrage kann ebenso durch Unternehmen, Messen, Kliniken, Hochschulen oder größere Bauvorhaben entstehen. Deshalb ist zunächst zu prüfen, welche Gäste am jeweiligen Ort übernachten und welche Anforderungen sie an Lage, Größe und Ausstattung stellen.
Für eine verlässliche Einschätzung sollten vergleichbare Angebote, übliche Übernachtungspreise und saisonale Schwankungen betrachtet werden. Einzelne besonders starke Monate sagen wenig über das gesamte Jahr aus. Eine vorsichtige Rechnung berücksichtigt daher auch Zeiten mit niedriger Auslastung, denn die Miete läuft unabhängig von der Zahl der Buchungen weiter.
Neben der Kaltmiete fallen unter anderem Nebenkosten, Internet, Reinigung, Wäsche, Verbrauchsartikel und Plattformgebühren an. Hinzu kommen Ausgaben für Möbel, Haushaltsgeräte und deren späteren Ersatz. Rücklagen für Reparaturen, Schäden und unerwartete Leerstände dürfen ebenfalls nicht fehlen. Erweist sich das Vorhaben nur bei nahezu vollständiger Belegung als rentabel, bietet die Kalkulation keinen ausreichenden Sicherheitsspielraum.
Der laufende Betrieb braucht feste Strukturen
Nach dem Start müssen Buchungen verwaltet, Anreiseinformationen verschickt und Reinigungen koordiniert werden. Treten technische Probleme auf, erwarten Gäste zudem eine schnelle Reaktion. Klare Zuständigkeiten und standardisierte Abläufe helfen deshalb, Fehler zu vermeiden und eine gleichbleibende Qualität sicherzustellen.
Gleichzeitig sind die Einnahmen und Ausgaben vollständig zu dokumentieren. Welche Steuern und kommunalen Abgaben anfallen, hängt von der konkreten Ausgestaltung des Betriebs ab und sollte vorab fachlich geprüft werden. Auch der Versicherungsschutz muss zur gewerblichen Nutzung passen, da private Standardpolicen typische Schäden einer Kurzzeitvermietung häufig nicht vollständig abdecken.
Zu den häufigsten Fehlern gehört es, ein Objekt anzumieten, bevor die rechtliche Zulässigkeit und die wirtschaftlichen Zahlen geprüft wurden. Ebenso problematisch sind zu hohe Erwartungen an Preise und Auslastung. Eine moderne Einrichtung unterstützt zwar die Vermarktung, kann eine ungünstige Lage oder fehlende Nachfrage jedoch nicht ausgleichen.
Fazit
Kurzzeitvermietung ohne eigene Immobilie ist grundsätzlich möglich, verlangt aber eine sorgfältige Vorbereitung. Eine schriftliche Erlaubnis des Eigentümers, die Einhaltung der örtlichen Vorschriften und eine vollständige Kostenrechnung bilden das Fundament. Wer darüber hinaus genügend Rücklagen einplant und den Betrieb verlässlich organisiert, kann mit angemieteten Objekten ein tragfähiges Beherbergungsgeschäft entwickeln. Ohne rechtliche Klarheit und realistische Zahlen wird die langfristige Mietverpflichtung dagegen schnell zur finanziellen Belastung.
Über die Sali Consulting GmbH:
Simon Reintjes, Geschäftsführer der Sali Gruppe, und Unternehmenssprecher Calvin Crustewitz zeigen Gastgebern, wie sich Immobilien rechtssicher und profitabel nutzen lassen. Mehr als 200 eigene Wohnungen und zahlreiche Partnerbetriebe setzen bereits auf das integrierte Sali-System. Mehr Informationen unter: https://sali-gruppe.de/
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