Eichenprozessionsspinner verbreitet sich in Deutschland: Wie Sie sich vor den Raupen schützen und was nach Hautkontakt hilft
München (ots)
Gesperrte Freibäder, Waldwege und Parks - der berüchtigte Eichenprozessionsspinner verdirbt uns aktuell vielerorts das Badevergnügen oder auch Spaziergänge. Doch wie kann man sich vor den giftigen Raupen schützen?
Behörden empfehlen, betroffene Gebiete mit befallenen Bäumen zu meiden.[1,2] Dabei ist der Eichenprozessionsspinner inzwischen in weiten Teilen Deutschlands nachweisbar, tritt jedoch regional unterschiedlich stark auf.[3] Eine tagesaktuelle Einschätzung des Gefährdungspotentials durch den Eichenprozessionsspinner liefert der Deutsche Wetterdienst.
Abstand halten, Berührung meiden, im Zweifel medizinischen Rat suchen
Generell gilt: Raupen und Nester sollten auf keinen Fall berührt werden. Falls es dennoch zu einem Kontakt kommt, sollte so schnell wie möglich die Kleidung gewechselt und geduscht werden. Die Kleidung muss bei mindestens 60 °C gewaschen werden, damit das in den Brennhaaren enthaltene Nesselgift zerstört wird.[1,2]
Kratzen sollte vermieden werden, da die Haare dadurch noch tiefer in die Haut dringen.[4,5] Zur Juckreizlinderung können Kühlumschläge sowie Antihistaminika, beispielsweise von Fenistil, eingesetzt werden. Fenistil Gel wirkt durch das enthaltene Antihistaminikum Dimetindenmaleat und den Kühleffekt der Hydrogel-Formulierung juckreizlindernd bei Hautbeschwerden wie Urtikaria.[6,7]
Bei stärkeren oder anhaltenden Symptomen sollte unbedingt eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, insbesondere bei Atembeschwerden, Augenreizungen oder allergischen Reaktionen.[1-5]
Brennhaare: So entstehen Hautreaktionen
Ab Mai bilden sich bei den Raupen die sogenannten "Brennhaare", die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei günstiger Witterung und Luftströmung können diese Härchen über weite Strecken transportiert werden. Kommt die menschliche Haut in Kontakt mit den mikroskopisch kleinen Brennhaaren, können diese sich auf der Haut festsetzen und dort leicht brechen. Infolgedessen kann es zu Juckreiz und Hautausschlag (Raupendermatitis, Kontakturtikaria/Nesselsucht) von leichter bis starker Ausprägung kommen. Auch Allgemeinsymptome wie Schwindelgefühl oder Fieber sind möglich.[1-5]
Wie der Eichenprozessionsspinner zu seinem Namen kam
Lange galt er in Deutschland als fast ausgestorben, doch seit Mitte der 1990er Jahre breitet er sich auch hierzulande wieder stark aus: Beim Eichenprozessionsspinner handelt es sich um einen in Europa heimischen Nachtfalter, der sich unter warmtrockenen Bedingungen fast ausschließlich auf Eichenbäumen ansiedelt. Typisch sind Gespinstnester am Stamm oder an starken Ästen sowie Raupen, die sich bei der Nahrungssuche in langen, mehrreihigen "Prozessionen" bewegen.[1-4]
Referenzen:
[1] Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (2024): Gefahr durch den Eichenprozessionsspinner, https://www.bmleh.de/DE/themen/wald/wald-in-deutschland/eichenprozessionsspinner.html , letzter Zugriff: 15. Juli 2026.
[2] Umweltbundesamt (2026): Eichenprozessionsspinner, https://www.umweltbundesamt.de/eichenprozessionsspinner#schadpotential , letzter Zugriff: 15. Juli 2026.
[3] Julius Kühn-Institut, Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (2019): Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea L.), https://www.julius-kuehn.de/media/Veroeffentlichungen/Flyer/Eichenprozessionsspinner.pdf , letzter Zugriff: 15. Juli 2026.
[4] Bundesamt für Naturschutz (2014): Der Eichenprozessionsspinner in Deutschland, Historie - Biologie - Gefahren - Bekämpfung, https://bfn.bsz-bw.de/frontdoor/deliver/index/docId/402/file/Skript_365.pdf , letzter Zugriff: 15. Juli 2026.
[5] Deutscher Wetterdienst (2026): Warnhinweis zu Brennhaaren, https://ots.de/xCq96L, letzter Zugriff: 15. Juli 2026.
[6] Patienteninformation Fenistil Gel, Stand Dezember 2025.
[7] Fachinformation Fenistil Gel, Stand Dezember 2025.
Pflichttexte
Endverbraucher: Fenistil Gel Wirkstoff: Dimetindenmaleat Anwendungsgebiete: Zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz bei kleinen juckenden Insektenstichen auf intakter Haut. Juckreiz bei Hauterkrankungen wie chronischem Ekzem, Urtikaria und andere allergisch bedingte Hautkrankheiten; Verbrennungen 1. Grades, Sonnenbrand. Warnhinweis: Enthält Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph.Eur.) und Propylenglycol. Apothekenpflichtig. Stand: 01/2024. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.
Fachpersonal: Fenistil Gel Wirkstoff: Dimetindenmaleat Zusammensetzung: 1 g Gel enthält 1 mg Dimetindenmaleat; Sonstige Bestandteile: Gereinigtes Wasser; Propylenglycol; Carbomer 980; Natriumhydroxid; Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.). Anwendungsgebiete: Zur kurzfristigen Linderung von Juckreiz bei kleinen juckenden Insektenstichen auf intakter Haut. Juckreiz bei Hauterkrankungen wie chronischem Ekzem, Urtikaria und andere allergisch bedingte Hautkrankheiten; Verbrennungen 1. Grades, Sonnenbrand. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der weiteren sonstigen Bestandteile; großflächige Anwendung; auf geschädigter Haut. Nebenwirkungen: Häufigkeit nicht bekannt: leichte und vorübergehende Hautreaktionen an der Auftragsstelle; Trockenheit der Haut, Brennen auf der Haut, allergische Dermatitis. Warnhinweis: Enthält Methyl-4-hydroxybenzoat (Ph. Eur.) und Propylenglycol. Apothekenpflichtig. Stand: 12/2025 Haleon Germany GmbH, 80258 München
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