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Fahrgastverband PRO BAHN: Mehr Güterzüge dürfen nicht zulasten der Fahrgäste gehen

Fahrgastverband PRO BAHN: Mehr Güterzüge dürfen nicht zulasten der Fahrgäste gehen
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14. August 2026. Wegen des Niedrigwassers am Rhein hat DB Cargo angeboten, kurzfristig rund 400 zusätzliche Güterwagen einzusetzen. Der Fahrgastverband PRO BAHN und sein Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland begrüßen die Verlagerung auf die Schiene, warnen aber vor Einschränkungen im Personenverkehr.

„Mehr Güter auf die Schiene: ja. Weniger Züge für Fahrgäste: nein“, sagt Professor Lukas Iffländer, Bundesvorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN. „Regional- und Fernverkehr dürfen weder ausgedünnt noch unzuverlässiger werden. Wer Güter- und Personenverkehr um dieselben knappen Trassen kämpfen lässt, hat den Ausbau zu lange verschleppt.“

„Besonders im Mittelrheintal ist jede weitere Fahrplanausdünnung untragbar“, sagt Noah Wand, Landesvorsitzender von PRO BAHN Rheinland-Pfalz/Saarland. „Pendler, Schüler und Reisende dürfen nicht zur Reserve für die Industrie werden.“

„Die Politik zeigt gerade, wie schnell zusätzliche Kapazitäten organisiert und Regeln flexibilisiert werden können, wenn der Druck groß genug ist“, sagt Noah Wand. „Genau dieses Engagement wünschen wir uns auch für die Fahrgäste. Wenn Züge im Mittelrheintal regelmäßig überfüllt sind, muss genauso entschlossen nach Lösungen gesucht werden – etwa indem die Voraussetzungen für längere Züge und Doppeltraktionen auch zwischen Remagen und Mainz geschaffen werden.“

Wand kritisiert die politische Prioritätensetzung: „Sobald wirtschaftliche Lieferketten unter Druck geraten, findet kurzfristig eine Ministerrunde statt. Fahrgäste warten dagegen oft vergeblich auf Gehör. Der für Oktober 2025 geplante Bahngipfel steht hierfür exemplarisch: Dieser wurde ersatzlos abgesagt.“

„Wir wünschen uns diese Flexibilität auch im Personenverkehr“, so Wand weiter. „Wenn Züge wie im Mittelrheintal regelmäßig überfüllt sind, müssen genauso pragmatisch zusätzliche Kapazitäten ermöglicht werden – etwa durch Doppeltraktionen auch zwischen Remagen, Koblenz und Mainz. Was im Güterverkehr kurzfristig möglich gemacht wird, darf im Personenverkehr nicht an fehlender Infrastruktur oder starren Rahmenbedingungen scheitern.

Iffländer nimmt auch die Unternehmen in die Verantwortung: „Niedrigwasser am Rhein ist kein überraschendes Ereignis. Wer seine Lieferketten trotzdem so aufstellt, dass bei Niedrigwasser hektisch nach zusätzlichen Transportkapazitäten gesucht werden muss, hat nicht ausreichend vorgesorgt. Hektik im Krisenfall ersetzt keine langfristige Logistikstrategie. Die Schiene muss dauerhaft in resiliente Lieferketten eingebunden werden – und nicht erst dann, wenn auf dem Rhein nichts mehr geht.“

„Kurzfristig muss der Personenfahrplan vollständig gesichert werden. Langfristig brauchen wir zusätzliche Kapazitäten auf der Schiene“, sagt Wand. „Nur ein konsequenter Infrastrukturausbau verhindert, dass Güter- und Personenverkehr immer wieder gegeneinander ausgespielt werden.“

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