Trotz Krise: Chemie-Sozialpartner starten Initiative für Ostdeutschland
Gemeinsame Medienmitteilung
Trotz Krise: Chemie-Sozialpartner starten Initiative für Ostdeutschland
Berlin, 27. April 2026 – Während viele Unternehmen unter hohem wirtschaftlichem Druck stehen, senden Arbeitgeber und Gewerkschaft in der ostdeutschen Chemie- und Pharmaindustrie ein bewusstes Signal: Ausbildung hat Priorität. Der Arbeitgeberverband Nordostchemie und die IGBCE Nordost haben gemeinsam mit Unternehmensvertreterinnen und -vertretern eine Initiative gestartet, um Nachwuchs zu sichern und offene Ausbildungsplätze besser zu besetzen.
Im Rahmen des „Steuerungskreises Ausbildung“ verständigten sich die Sozialpartner auf konkrete Ansätze, um dem Rückgang bei Ausbildungszahlen entgegenzuwirken und jungen Menschen den Einstieg in industrielle Berufe zu erleichtern. Die gemeinsame Botschaft: Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt die duale Ausbildung entscheidend für die Zukunft der Branche.
„Die wirtschaftliche Lage zwingt viele Unternehmen zu Einschnitten – das betrifft auch das Ausbildungsangebot. Umso wichtiger ist es, dass wir gemeinsam daran arbeiten, jeden angebotenen Ausbildungsplatz mit einer passenden Bewerberin oder einem passenden Bewerber zu besetzen“, sagt Nora Schmidt-Kesseler, Hauptgeschäftsführerin des Arbeitgeberverbands Nordostchemie. „Die duale Ausbildung bleibt das Herzstück der Fachkräftesicherung unserer Branche.“
Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin Nordost der IGBCE, sagt: „Beide Seiten haben ein vitales Interesse daran, dass unsere stark unter Druck geratene Branche in der Krise nicht noch an dem Ast sägt, auf dem sie sitzt. Ohne Fachkräfte hat die Chemie keine Zukunft. Die Zahlen sind erschreckend, und wir müssen leider befürchten, dass die Zahl der Ausbildungsplätze in diesem Jahr noch einmal sinken wird, wenn wir nicht sofort umlenken. Wir als Gewerkschaft werden aber auch jene Unternehmen nicht aus der Verantwortung lassen, die sich unserem Anliegen verweigern sollten. Unsere Initiative bietet zugleich die Chance, die Ausbildung zu modernisieren und Leuchttürme der Ausbildung zu schaffen.“
Bei dem Treffen sind aktuelle Entwicklungen, Praxiserfahrungen aus den Unternehmen sowie bereits laufende Projekte ausgewertet worden. Daraus wurden gemeinsame Handlungsfelder priorisiert und konkrete nächste Schritte vereinbart.
Der Steuerungskreis Ausbildung soll fortgeführt werden. Ziel ist es, die Ausbildungssituation in der Region zu stabilisieren, Nachwuchs für industrielle Berufe zu gewinnen und Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen.
Ansprechpartner:
Tom Karl
Gewerkschaftssekretär
IGBCE Landesbezirk Nordost
T 030 2787 1347
M 0151 10082261
__________________________________ Industriegewerkschaft IGBCE Verantwortlich: Stephanie Albrecht-Suliak Landesbezirksleiterin Nordost Inselstraße 6, 10179 Berlin Telefon: +49 30 27 87 13-0 Telefax: +49 30 27 87 13-44 E-Mail: lb.nordost@igbce.de Internet: nordost.igbce.de Über uns: Der Landesbezirk Nordost umfasst die fünf Bundesländer Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die IGBCE ist hier zuständig für rund 150.000 Beschäftigte in mehr als 760 erfassten Betrieben.
Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie hat im Landesbezirk Nordost rund 80.000 Mitglieder.