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IGBCE: Wir kämpfen für den Erhalt von TMD Friction in Coswig

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IGBCE: Wir kämpfen für den Erhalt von TMD Friction in Coswig

Über 300 Beschäftigte, Familienangehörige und Unterstützer setzen bei Kundgebung ein starkes Zeichen gegen die geplante Verlagerung nach China

Coswig, 7. März 2026 – Über 300 Beschäftigte haben heute gemeinsam mit ihren Familien, Freunden und Unterstützern in Coswig für den Erhalt des TMD-Friction-Standortes demonstriert. Anlass ist die Entscheidung des Münchner Finanzinvestors Aequita, die Produktion vollständig nach China zu verlagern. Für die Beschäftigten in Coswig bedeutet das den Verlust von rund 100 der 120 Arbeitsplätze.

Für die IGBCE ist klar: Diese Entscheidung darf nicht kampflos hingenommen werden. Die Kundgebung hat deshalb ein deutliches Signal gesendet – an das Management, an die Eigentümer und an die Politik. Hauptrednerin der Kundgebung war Stephanie Albrecht-Suliak, Landesbezirksleiterin der IGBCE Nordost.

Stephanie Albrecht-Suliak erklärte in ihrer Rede:

„Es ist nicht hinnehmbar, dass ein profitabler Standort geschlossen und industrielle Wertschöpfung aus Deutschland abgezogen wird, obwohl die Menschen hier über Jahrzehnte hervorragende Arbeit geleistet haben. Wer heute noch von einem starken Industriestandort Europa spricht, muss jetzt zeigen, dass es damit ernst gemeint ist. Sonst werden aus Sonntagsreden über Resilienz und strategische Souveränität leere Phrasen.“

Albrecht-Suliak weiter:

„Wir erleben längst keinen freien globalen Wettbewerb mehr. China subventioniert in großem Stil industrielle Wertschöpfung, die USA sichern ihre Interessen mit harter Industrie- und Zollpolitik ab. Und Europa schaut an vielen Stellen noch immer zu, statt entschlossen dafür zu sorgen, dass Investitionen, Produktion und gute Arbeitsplätze hier bleiben. Genau das rächt sich jetzt – auch in Coswig.“

Aus Sicht der IGBCE ist der Fall TMD Friction deshalb weit mehr als eine betriebliche Einzelentscheidung. Er steht beispielhaft für eine Entwicklung, die viele Branchen in Deutschland und Europa erfasst hat: Produktionsverlagerungen, wachsender Kostendruck, unfaire Wettbewerbsbedingungen und politische Rahmenbedingungen, die industrielle Transformation häufig verteuern, statt sie abzusichern.

Stephanie Albrecht-Suliak betonte:

„Wenn wir zulassen, dass profitable Standorte geschlossen werden, obwohl es Know-how, Beschäftigte, Qualität und Markt gibt, dann gefährden wir nicht nur einzelne Werke. Dann gefährden wir die industrielle Substanz ganzer Regionen. Wir brauchen endlich eine aktive Industriepolitik, die Wertschöpfung schützt, Investitionen ermöglicht und gute Arbeit in Deutschland und Europa hält. Sonst schreitet die Deindustrialisierung, gerade auch in Ostdeutschland, ungebremst voran.“

Für die Beschäftigten in Coswig ist diese Entwicklung besonders bitter. Seit 116 Jahren werden hier Bremsbeläge in hoher Qualität produziert. Der Standort steht für Erfahrung, Verlässlichkeit und industrielle Kompetenz in Sachsen.

Philipp Zirzow, Bezirksleiter der IGBCE, sagte:

„Für die Menschen hier in Coswig ist das keine abstrakte Standortdebatte. Das ist ihre Arbeit, ihr Einkommen, ihre Würde und für viele Familien ein ganzes Stück Sicherheit im Leben. Wenn ein Werk mit solcher Tradition und solcher Leistung einfach dichtgemacht werden soll, dann macht das wütend – und es macht auch verdammt traurig.“

Zirzow weiter:

„Hier in Sachsen wissen die Kolleginnen und Kollegen sehr genau, was es heißt, wenn industrielle Arbeitsplätze verschwinden. Ist ein Standort erst einmal weg, kommt er in aller Regel nicht zurück. Darum geht es nicht nur um TMD Friction. Es geht um die Frage, ob wir weiter hinnehmen, dass gute Arbeit, Wertschöpfung und industrielle Stärke Stück für Stück aus unserem Land verschwinden.“

Und weiter:

„Coswig steht für gute Industriearbeit, für Erfahrung, für Qualität und für Menschen, die ihren Laden am Laufen halten. Wer so einen Standort aufgibt, gibt nicht nur Arbeitsplätze auf. Der nimmt auch einer Region Perspektive, Stolz und Zukunft. Wir werden an der Seite der Beschäftigten stehen und um diesen Standort kämpfen.“

Die IGBCE fordert deshalb, die Entscheidung zur Verlagerung zu überprüfen, ernsthafte Gespräche über Zukunftsperspektiven für den Standort aufzunehmen und ein klares politisches Bekenntnis zum Erhalt industrieller Wertschöpfung in Sachsen, Deutschland und Europa abzugeben.

„Coswig darf nicht zu einem weiteren Symbol dafür werden, wie industrielle Kerne ohne echten Widerstand aufgegeben werden. Wir erwarten Verantwortung von den Eigentümern und endlich entschlossenes Handeln für die Standorte von der Politik“, so Albrecht-Suliak.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

IGBCE Bezirk Sachsen

Norbert Winter

+49 173 60 80 653

norbert.winter@igbce.de

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IGBCE Sachsen
Verantwortlich: Philipp Zirzow, Bezirksleiter
Schützenplatz 14, 01067 Dresden
Telefon: +49 35 18 67 650
E-Mail:  bezirk.sachsen@igbce.de
Internet:  IGBCE Bezirk Sachsen
 
Über uns:

Der IGBCE-Bezirk Sachsen betreut rund 20.000 Mitglieder in mehr als 220 Betrieben und gibt rund 38.000 Beschäftigten mit gelebter betrieblicher Demokratie ein Zuhause. Bezirksleiter ist Philipp Zirzow.

Als einer von vier Bezirken gehört der Bezirk Sachsen zum Landesbezirk Nordost.

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