Mitarbeiter gewinnen ohne Fassade: Warum Arztpraxen mit Ehrlichkeit erfolgreicher rekrutieren
Bensheim (ots)
Der Mangel an qualifiziertem Praxispersonal sorgt vielerorts für Ernüchterung. Anzeigen bleiben wirkungslos oder ziehen Bewerbungen an, die fachlich und sprachlich nicht passen. Studien und Erfahrungswerte zeigen: Ein erheblicher Teil der Kandidaten erfüllt zentrale Anforderungen nicht. Gleichzeitig bewerben sich Menschen, die sich kaum mit der jeweiligen Praxis beschäftigt haben.
Das Problem ist dabei selten reine Reichweite. Häufig fehlt es an klarer Positionierung. Wer als Arbeitgeber nicht unterscheidbar ist, wird austauschbar und zieht entsprechend unspezifische Bewerbungen an.
Wenn jede Praxis gleich klingt
Viele Stellenanzeigen ähneln sich stark: flexible Zeiten, modernes Umfeld, freundliches Team, Fortbildungsmöglichkeiten. Solche Versprechen sind längst Standard. Aus Sicht von Bewerbern entsteht kaum ein erkennbarer Unterschied zwischen einzelnen Praxen.
Hinzu kommt: Der tatsächliche Arbeitsalltag bleibt oft unscharf. Wie läuft die Zusammenarbeit konkret ab? Wie wird geführt? Wie wird mit Stress umgegangen? Welche fachlichen Schwerpunkte prägen den Tag wirklich? Begriffe wie „familiär“ oder „wertschätzend“ sagen wenig, solange sie nicht mit erlebbaren Beispielen hinterlegt sind.
Die Folge ist Skepsis. Viele Kandidaten gehen davon aus, dass Anzeigen geschönt formuliert sind. Vertrauen entsteht so nicht.
Klarheit vor Kommunikation
Wer gezielt passende Mitarbeitende gewinnen möchte, braucht zunächst innere Klarheit. Das betrifft sowohl die eigene Identität als Arbeitgeber als auch das Verständnis der gewünschten Zielgruppe. Ein präzises Anforderungsprofil umfasst mehr als Qualifikation und Berufserfahrung. Entscheidend sind auch Werte, Arbeitshaltung und Teamverhalten. Welche Persönlichkeiten ergänzen das bestehende Team sinnvoll? Welche Erwartungen an Führung und Organisation passen zur Praxis?
Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich nachvollziehen, wie potenzielle Kandidaten denken: Welche Belastungen erleben sie aktuell? Was motiviert sie zu einem Wechsel? Welche Rahmenbedingungen sind ihnen wirklich wichtig? Wer diese Perspektive einnimmt, spricht nicht beliebig viele Menschen an, sondern gezielt die richtigen.
Gleichzeitig lohnt sich der Blick nach innen. Statt Schlagworte zu sammeln, sollten typische Situationen betrachtet werden, in denen sich die Praxiskultur zeigt: Wie werden Entscheidungen getroffen? Wie wird Feedback gegeben? Wie reagiert das Team in schwierigen Momenten? Solche realen Szenen transportieren mehr als jede Werteformel.
Auch sprachlich hilft ein einfacher Maßstab: Würde ich es einem vertrauten Menschen genauso erklären? Wer so formuliert, verzichtet automatisch auf leere Phrasen.
Vertrauen entsteht durch Einblicke
Für Bewerber zählt vor allem Glaubwürdigkeit. Sie möchten nicht lesen, wie eine Praxis angeblich ist, sondern nachvollziehen können, wie sie tatsächlich arbeitet. Allgemeine Aussagen wie „starkes Team“ oder „angenehmes Arbeitsklima“ bleiben interpretationsbedürftig. Konkrete Beispiele hingegen schaffen Orientierung. Berichte aus dem Alltag, typische Abläufe oder kurze Einblicke in Besprechungen vermitteln ein realistisches Bild.
Besonders überzeugend wirken Stimmen aus dem Team selbst. Erfahrungsberichte, kurze Videos oder authentische Beiträge auf der Karriereseite oder in sozialen Medien erhöhen die Glaubwürdigkeit deutlich. Entscheidend ist dabei Kontinuität. Wer regelmäßig Einblicke gewährt – auch ohne akute Vakanz – baut langfristig Vertrauen auf. Bewegte Bilder verstärken diesen Effekt. Stimme, Mimik und Auftreten vermitteln Persönlichkeit und erzeugen Vertrautheit. So sinkt die Hemmschwelle zur Bewerbung.
Vom ersten Klick bis zur Einarbeitung
Recruiting endet nicht mit der Veröffentlichung einer Anzeige. Jeder Kontaktpunkt sendet Signale. Für Bewerber bedeutet ein Stellenwechsel immer ein Risiko. Entsprechend sensibel reagieren sie auf Details. Außendarstellung und tatsächliches Erleben müssen daher übereinstimmen. Wer sich als digital und modern präsentiert, sollte das auch im Bewerbungsprozess zeigen, etwa durch zeitgemäße Online-Bewerbungen, strukturierte Informationen vor Arbeitsbeginn und transparente Abläufe.
Besonders sensibel ist der erste Arbeitstag. Hier findet der Realitätscheck statt: Stimmen Versprechen und Praxis überein? Entsteht in dieser Phase Chaos oder Orientierungslosigkeit, kann schnell der Eindruck entstehen, im Bewerbungsprozess sei ein zu positives Bild vermittelt worden. Vertrauen geht dann schnell verloren.
Eine klar strukturierte Einarbeitung, definierte Ansprechpartner und, sofern passend zur Positionierung, digitale Lernangebote sorgen dafür, dass neue Mitarbeitende sich sicher fühlen und langfristig bleiben.
Fazit: Substanz statt Selbstdarstellung
Erfolgreiche Personalgewinnung ist kein Marketingtrick, sondern Ausdruck der eigenen Kultur. Je klarer und ehrlicher eine Praxis ihre Arbeitsrealität zeigt, desto eher entscheiden sich passende Kandidaten bewusst für sie.
Selbstselektion reduziert unpassende Bewerbungen und erhöht die Qualität der Gespräche. Langfristig entsteht ein stabiler Kreislauf: Eine klare Identität zieht Menschen an, die diese Kultur teilen und diese wiederum nach außen tragen. Wer auf Authentizität setzt, braucht keinen Hochglanz.
Über Nicolas Klose:
Nicolas Klose ist einer der Gründer und Geschäftsführer der Klose Consulting GmbH. Als Marketingexperte unterstützt er mithilfe digitaler Strategien Apotheken der gesamten DACH-Region dabei, Unternehmensprozesse zu digitalisieren sowie zu automatisieren und qualifiziertes Fachpersonal und Neukunden zu gewinnen. Seinen Kunden ermöglicht er damit, mehr Sichtbarkeit im Internet zu erlangen, den Markt ihrer Region nachhaltig zu prägen und endlich wieder mehr Zeit mit der Familie zu verbringen oder Freizeitaktivitäten nachzugehen. Weitere Informationen unter: www.kloseconsulting.de
Pressekontakt:
Klose Consulting GmbH
Nicolas Klose
E-Mail: kontakt@kloseconsulting.de
Webseite: https://kloseconsulting.de/
Ruben Schäfer
E-Mail: redaktion@dcfverlag.de
Original-Content von: Klose Consulting GmbH, übermittelt durch news aktuell