Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V.

Erhebung zur Ernährungssituation im Südsudan
Studie von Help - Hilfe zur Selbsthilfe beweist humanitäre Katastrophe in East Yirol im Südsudan

Messung von Unterernährung mit dem MUAC-Band in Yirol East, Südsudan / Studie von Help - Hilfe zur Selbsthilfe beweist humanitäre Katastrophe in East Yirol im Südsudan / Foto: Marcus Simaitis. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/15739 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Help - Hilfe zur Selbsthilfe e.V./Marcus Simaitis"
Messung von Unterernährung mit dem MUAC-Band in Yirol East, Südsudan / Studie von Help - Hilfe zur Selbsthilfe beweist humanitäre Katastrophe in East Yirol im Südsudan / Foto: Marcus Simaitis. Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/15739 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle... mehr

Bonn (ots) - Die Bonner Hilfsorganisation "Help - Hilfe zur Selbsthilfe" hat im Südsudan, Bezirk Yirol East im Bundesstaat Lakes, vom 2. bis 11. Juni eine Studie zur Ernährungssituation durchgeführt. Mit alarmierendem Ergebnis: 22,6 Prozent der 3.500 Personen, die für die Studie herangezogen wurden, leiden aktuell an einer akuten Unterernährung. Die Lage in der Region ist bedrohlich und katastrophal.

"Juli markiert im Südsudan die sogenannte "Lean Season", also eine Hungerperiode, in der die Vorräte aus der vergangenen Ernte ganz oder fast aufgebraucht sind. Der Bedarf an Lebensmitteln kann nicht mehr gedeckt werden, da die nächste Ernte erst ab August oder gar September eingefahren wird", sagt Fabian Nolde, Programmkoordinator Südsudan bei Help. In der humanitären Hilfe wird die Global Acute Malnutrition (GAM)-Messung als ein Faktor bei der Bestimmung einer Hungersnot hinzugezogen. Liegt sie bei 30 Prozent oder höher, handelt es sich offiziell um eine Hungersnot, ab 15 Prozent spricht man bereits von einem humanitären Notfall. "Unsere Studie in East Yirol ergab eine GAM-Rate von 22,6 Prozent, was ein katastrophaler Wert ist. 11,6 Prozent der Kinder zwischen sechs und 17 Monaten leiden unter anhaltendem Gewichtsverlust durch Muskel- und Fettschwund. Ohne Behandlung ist dies tödlich."

Im Kampf gegen den Hunger: Therapeutische Fertignahrung für Kinder

Help engagiert sich bereits seit 2011 im Südsudan. In zwölf Gesundheitszentren werden jährlich 4.000 Kinderleben gerettet: Die Kinder erhalten eine therapeutische Fertignahrung, die auf einer Erdnussmasse basiert. Erdnüsse haben einen hohen Nährstoff- und Proteingehalt und sind ein sehr guter Energielieferant. "Wie stark ein Kind unterernährt ist, kann beispielsweise durch Wiegen und Messen bestimmt werden. Bei einer anderen Methode wird der mittlere Oberarmumfang mit einem farbkodierten Messband, dem sogenannten MUAC-Band, ermittelt. Liegt der Umfang eines fünfjährigen Kindes unter 11,5 Zentimetern leidet es unter schwerer Mangelernährung", erklärt Karin Settele, Geschäftsführerin von Help. "Aber unsere Hilfe geht über die akute Bekämpfung von Unterernährung hinaus: In vielen Gegenden haben die ohnehin geschwächten Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sind anfällig für Durchfallerkrankungen, was verheerende Folgen haben kann. Wir bauen daher Brunnen, entsorgen volle Latrinen und bauen dem Bedarf entsprechend neue Sanitäranlagen."

Hintergrund der Katastrophe

Vor genau sieben Jahren, am 9. Juli 2011, erklärte der Südsudan seine Unabhängigkeit vom Norden. Im Dezember 2013 eskalierte jedoch der Machtkampf zwischen den Anhängern des Präsidenten Salva Kiir und seinem Stellvertreter Riek Machar. Der Konflikt entwickelte sich zum Bürgerkrieg mit anhaltender Gewalt und massiven Fluchtbewegungen innerhalb des Landes. Insbesondere die Nahrungsmittelversorgung ist seit dem alarmierend, da etwa 80 Prozent der Südsudanesen von Landwirtschaft leben. Der Bürgerkrieg verhindert den Anbau von Nahrungsmitteln, weil die Betroffenen zur Flucht gezwungen sind. Die Ernten fallen aus, die Lebensmittelknappheit verschärft sich und die Preise für Nahrungsmittel steigen aufgrund der wachsenden Nachfrage. Gleichzeitig ist die Landeswährung, das Südsudanesische Pfund, einer Inflation ausgesetzt, wodurch die Kaufkraft der Bevölkerung zusätzlich geschwächt wird.

Für Redaktionen:

Detaillierte Informationen zu unserer Studie im Südsudan, Bezirk East Yirol, stellen wir Ihnen bei Interesse gerne zu Verfügung.

Gerne vermitteln wir Ihnen auch ein Interview mit unserem Programmkoordinator und WASH-Experten Fabian Nolde.

Bitte kontaktieren Sie uns unter 0228 91529 - 13 oder unter 0173 2790 438. Per E-Mail erreichen Sie uns unter mezger@help-ev.de.

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Michaela Mezger
Pressesprecherin
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