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Energiewende am solaren Scheideweg

Pressemitteilung des Bundesverbandes Solarwirtschaft e. V.

Energiewende am solaren Scheideweg

Berlin, 10.02.2026: Der Bundesverband Solarwirtschaft appelliert an die Bundesregierung, die Potenziale der Solarenergie als Effizienzbooster für eine klimafreundliche und bezahlbare Strom- und Wärmeversorgung noch deutlich stärker zu heben. Bei den anstehenden Reformen, u. a. des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG), dürfe der Ausbau Erneuerbarer Energien keinesfalls gedrosselt werden. Andernfalls werde die Energiewende im Stromsektor ins Stocken geraten und die Wärmewende nicht aus den Startlöchern kommen, so der Branchenverband.

Zwar haben Wärmepumpen im Jahr 2025 erstmals die Top-Position im Wärmemarkt eingenommen; mit einem Minus von 46 bzw. 29 Prozent 2025 seien gleichzeitig jedoch deutlich weniger Solarthermie- und Photovoltaikanlagen im Heimsegment in Betrieb genommen worden als noch im Vorjahr 2024. Insgesamt liege der Erneuerbare-Energien-Anteil an der Stromerzeugung inzwischen zwar bei über 50 Prozent, in der Wärmeerzeugung aber weiterhin bei nicht einmal 20 Prozent.

„Die große Heterogenität der Verbrauchs- und Gebäudestruktur macht es erforderlich, jetzt alle verfügbaren klimafreundlichen Wärmetechnologien zu mobilisieren“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW-Solar). Dabei müsse in Zukunft noch stärker auf die Solarenergie gesetzt werden. Anstrengungen zur Erhöhung der Energieeffizienz in Gebäuden seien ebenfalls erforderlich, könnten einen möglichst zügigen und konsequenten Umstieg auf Erneuerbare Energien bei der Raumwärme aber nicht ersetzen.

„Um die Klimaziele zu erreichen und Deutschland schnell unabhängiger von immer teureren Energieimporten zu machen, bedarf es eines gut austarierten Mixes aus Fordern, Fördern und CO2-Bepreisung“, so Körnig. Hierzu gehören ambitionierte gesetzliche Mindeststandards für den Einsatz Erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz von Gebäuden, verlässliche, sozial abfedernde Förderangebote, sowie ein konsequentes Einpreisen der Klima- und Gesundheitsfolgekosten bei der Nutzung fossiler Energieträger. Darüber hinaus müssen Strom- und Wärmenetze modernisiert, beschleunigt ausgebaut und der Zugang zu diesen für Erneuerbare Energien und Speicher vereinfacht werden.

Eine kostengünstige und vergleichsweise niederschwellige Maßnahme zur Einsparung von Strom- und Heizkosten ist die Ergänzung einer Solaranlage zur bestehenden oder neuen Heizung. Solarthermie- oder Solarstromanlagen reduzieren die jährlichen Verbrauchskosten von Gas- und Holzheizungen sowie Wärmepumpen gleichermaßen. Solaranlagen können die Effizienz und Lebensdauer von Wärmepumpen deutlich erhöhen.

Im künftigen Gebäudemodernisierungsgesetz müsse daher die Leistungsfähigkeit der Solarenergie stärker gewürdigt werden. Dabei sollte nach Auffassung des BSW-Solar der Wärmeertrag und nicht länger die solarthermische Kollektorfläche als Erfüllungsmaßstab herangezogen werden. „Solarthermie muss als gleichwertige Option zur Senkung des Erdgasbezugs anerkannt werden – auf Augenhöhe mit anderen Erneuerbaren-Technologien“, fordert Körnig.

Um besonders sinnvolle und CO2-sparende Kombinationen unterschiedlicher EE-Wärmesysteme anzureizen, müsse zudem die Deckelung der förderfähigen Kosten für EE-Hybridsysteme von derzeit 30.000 Euro im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) angehoben werden. Dies würde die Effizienzsteigerung von Wärmepumpen und Pelletheizungen mit Hilfe von Solarkollektoren für zahlreiche Haushalte attraktiv machen.

Breite Verbändebündnisse appellierten in den letzten Wochen an die Politik, EE-Mindeststandards im GMG nicht aufzuweichen. Verzichten solle die Bundesregierung ebenso auf Einschnitte bei der Photovoltaikförderung. Andernfalls werde nicht nur die Strom-, sondern auch die Wärmewende ausgebremst. „Preiswerter Solarstrom macht die Anschaffung und den Betrieb von Wärmepumpen für viele Haushalte erst bezahlbar.“ Laut dem Bundesverband Wärmepumpe (BWP) kombinieren etwa drei Viertel der Hausbesitzer mit einer Wärmepumpe diese mit einer Photovoltaikanlage.

PRESSEKONTAKT, REDAKTIONELLE RÜCKFRAGEN:
Bundesverband Solarwirtschaft e. V.
EUREF Campus 16
10829 Berlin 
 presse@bsw-solar.de
Tel.: 030 29 777 88-30

www.solarwirtschaft.de

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