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Zum Schulstart – Worauf kommt es heutzutage an?

Zum Schulstart – Worauf kommt es heutzutage an?
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Der September ist da. Vielerorts beginnen neue Erstklässler ihre schulischen Karrieren. Bunte Einschulungstüten stapeln sich neben allerlei Glückwunschkarten. Für Eltern verbindet sich mit dem Eintritt in das Schulleben die Hoffnung auf einen Bildungsweg, der von Erfolg geprägt ist. Dass eigene Kind möge es einmal besser haben als man selbst, gute Noten schreiben und seinen Platz in der Gesellschaft finden. So weit die gängigen Erwartungen, die sich über die Jahrzehnte kaum verändert haben.

Doch worauf kommt es heutzutage wirklich an? Wie kann sich aus schulischem Erfolg ein solides Fundament für eine erfolgreiche Zukunft entwickeln? Hat die Schule von heute die Antworten auf die Herausforderungen von morgen?

In Zeiten von Künstlicher Intelligenz, entfesselter wirtschaftlicher Dynamik und tiefgreifenden Veränderungen am Arbeitsmarkt stellt sich die Frage, was die Bildungsinstitution Schule heute leisten muss, damit unsere jungen Lerner gewappnet sind für die Aufgaben, die sie in Zukunft erwarten. Derzeit sieht sich die deutsche Wirtschaft mit einer beispiellosen Jugendarbeitslosigkeit, die seit 2022 um satte 40 Prozent gestiegen ist, konfrontiert. Demnach waren im Mai 2025 mehr als 250.000 Menschen unter 25 Jahren arbeitslos. Gleichzeitig bleiben im Handwerk zahlreiche Ausbildungsstellen offen. Wie passt das zusammen?

Einerseits beklagen Unternehmen mangelnde Kompetenzen der heranwachsenden Generation. Insbesondere junge Menschen ohne Berufsabschluss haben ein drastisch erhöhtes Risiko, dauerhaft vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen zu sein. Auch sei der generelle Qualifizierungsbedarf an Berufsschulen deutlich gestiegen, insbesondere hinsichtlich des Text- und Leseverständnisses. Die bereits in der Schule festgestellten Probleme lösen sich demnach beim Eintritt ins Berufsleben nicht einfach in Luft auf. Arbeitsanweisungen müssen gelesen und verstanden werden können, das Bedienen von Technik erfordert bisweilen mathematische Grundlagenkenntnisse. Viele Jugendliche sind den Anforderungen an bestimmte Berufsbilder schlicht nicht gewachsen. Gleichzeitig suchen Handwerksbetriebe händeringend nach Fachkräften.

Laut Berufsausbildungsbericht von 2024 gilt die Lesekompetenz als wichtigster Schlüssel für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang. Genau daran mangelt es. Die Lesefähigkeiten und das Textverständnis heutiger Schüler werden nachweislich immer schlechter. Dieser Trend zeigt sich über alle Schulformen hinweg.

Doch braucht es grundlegende Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen überhaupt noch? Schließlich ersetzen Digitalisierung und Künstliche Intelligenz die Notwendigkeit einer korrekten Rechtschreibung oder das Lösen mathematischer Probleme zunehmend. Für nahezu alles gibt es bereits eine hilfreiche, digitale Lösung. Sollten unsere Kinder also nicht vielmehr lernen, sich der neuen Technik vollends anzupassen, anstatt sich durch den mühsamen Erwerb von Schrift- und Lesekompetenz zu quälen?

Wie so oft hilft ein Blick nach Norden. Skandinavien, einst als Vorreiter digitaler Bildung bewundert, kehrt mittlerweile zum klassischen, analogen Lernen zurück. Erkenntnisse der Bildungsforschung ergaben, dass zu viel Bildschirmzeit dem Entwicklungsprozess eher im Wege steht. Auch der Einsatz Künstlicher Intelligenz wird massiv begrenzt. In den Fokus rücken stattdessen der sichere Erwerb von Schreib-, Lese- und Rechenkompetenzen sowie von Resilienz und kritischem Denken. Wer in eine hoch technologisierte Welt hineingeboren wird, soll in der Lage sein, diese kritisch zu betrachten und nicht blind auf Ergebnisse zu vertrauen, die eine (durchaus fehleranfällige und manipulierbare) Künstliche Intelligenz erzeugt. Es gilt, heute wie zukünftig, sich flexibel an neue Situationen anzupassen und mit Rückschlägen umgehen zu können. Als nachweislich leistungsfördernd haben sich dabei folgende Punkte erwiesen:

  • Ein Umfeld, dass die Freude am selbsttätigen Lernen anregt
  • Eine positive Beziehungsgestaltung zu engen Bezugspersonen, die von intensiver und hochwertiger Kommunikation geprägt ist
  • Eine strikte Begrenzung und Kontrolle der Nutzungsdauer digitaler Medien

Um einen weiteren Beitrag zur gezielten Lese- und Sprachförderung zu leisten, tourt das Autorenduo rund um Kinderbuchautor Felix Walk und Illustratorin Marie Reimann seit vielen Jahren durch Kindertagesstätten und Schulen. Ihre Bücher rund um „Die Kleine Eins“ werden deutschlandweit zur mathematischen Frühförderung eingesetzt. Die Erzählungen von der namensgebenden Protagonistin und ihren Zahlenfreunden handeln von Themen wie Identität, Freundschaft, Mut und dem Umgang mit Rückschlägen, verpackt in einen spielerischen Bezug zu mathematischen Inhalten wie Mengen, Größen oder Grundlagen des Rechnens. So müssen die Eins und ihre Weggefährten im vierten und neuesten Buch, „Die kleine Eins und das Mengenkrokodil“, zunächst den Bau einer Terrasse, auf der sie gemeinsam sitzen möchten, planen und koordinieren. Nichtsahnend, dass ihnen dabei ein gefräßiges Krokodil in die Quere kommt, befinden sich die Freunde ruckzuck in einem Abenteuer, das ihnen alles abverlangt. Neben dem Vergleichen von Mengen (z.B. Welche Zahl kann mehr Steine tragen?) gilt es, knifflige Rechenaufgaben und Rätsel zu meistern. Nur als Team können sie eine Lösung für ihr Problem finden und haben eine Chance, das Krokodil zu überlisten.

Neben den deutschsprachigen Ausgaben wurden im Interesse der Förderung heimatlicher Mundarten auch Übersetzungen ins Niederdeutsche getätigt. Ziel ist es, jungen Lesenden die plattdeutsche Kultur zielgerichtet zu vermitteln und so einen Beitrag zum Spracherhalt zu leisten. Darüber hinaus wurden die ersten drei Bücher der kleinen Eins auch ins Englische übersetzt, dessen Bedeutung als Wirtschafts- und Weltsprache weiterhin unschätzbar groß ist.

Bei aller Freude über die Wunder der modernen Technik sind die grundlegenden Kulturtechniken also längst noch nicht überholt. Vielmehr werden sie mehr denn je gebraucht, um die Komplexität unserer Welt zu verstehen und sich in ihr zurechtzufinden. In diesem Sinne: ein Lob auf das Lesen, Schreiben und Rechnen!

Herzlichst

Ihr Felix Walk

Kontakt zum Autor via Instagram: felix_walk_autor

Artikelverweise:

Warum 257.000 junge Menschen keine Arbeit finden - dhz.net . Abruf am 02.07.2026

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