Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
Soziale Vermieter: Ferienwohnungen oder bezahlbarer Wohnraum – auf die Mischung kommt es an
60/2026
Das Bauministerium Mecklenburg-Vorpommerns hat am Montag ein Hinweispapier für Gemeinden erarbeitet, das ihnen als Hilfestellung bei der kommunalen Regulierung und Steuerung von Ferien- und Zweitwohnungen dienen soll. In dem Papier würden die rechtlichen Instrumente erläutert, die den Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern auf der Grundlage des Baugesetzbuchs, des Zweckentfremdungsgesetzes M-V und des Kommunalabgabengesetzes M-V zur Verfügung stünden, heißt es in einer Mitteilung von Landesbauminister Christian Pegel.
Dazu erklärt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW):
„Auch wenn die Verantwortung letztlich in der Hand der Kommunen liegt, so ist die Veröffentlichung des Hinweispapiers sinnvoll. Es sorgt für Rechtssicherheit und rückt den Konflikt zwischen (zu vielen) Ferienwohnungen und bezahlbarem Wohnraum in den Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung.
Die sozialen Vermieter erleben, dass bezahlbarer Wohnraum in den Feriengebieten kaum mehr zu bekommen ist und der Neubau unter dem Mangel an bezahlbaren Grundstücken leidet. Sinnvoll wäre es daher, wenn in sogenannten Milieuschutzgebieten auch der Neubau und nicht nur die Umwandlung von Ferienwohnungen eingeschränkt wird.
‚Verbieten‘ allein reicht allerdings nicht aus. Daher sollte die Umsetzung der Verordnung von den Kommunen durch das Anlegen eines Bodenkatasters und einer Neubaustrategie ergänzt werden. Kommunen, die bezahlbare Grundstücke bieten, können auch damit rechnen, dass auf diesen Flächen bezahlbarer Wohnraum errichtet wird.
Tourismus ist wichtig, aber …
Wir wissen, dass für viele Orte an den Küsten und der Mecklenburgischen Seenplatte die Einnahmen aus dem Tourismus überlebenswichtig sind und dies grundsätzlich von den Menschen berücksichtigt wird. Die in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage des „Nordkuriers“ besagen, dass eine Mehrheit die hohe Zahl von Touristen im Land positiv bewertet oder sich gar für weitere ausspricht.
Allerdings klagen Hotels und Unternehmen verstärkt, dass Arbeitskräfte keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden. Vermehrt denken Unternehmen darüber nach, sogenannte Betriebswohnungen zu errichten. Aber auch diese Pläne scheitern oft an den hohen Baukosten und dem Mangel an geeigneten Grundstücken.
Bau-Turbo kann helfen
Es geht darum, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen bezahlbarem Wohnraum und Feriendomizilen zu schaffen. Hier stehen die Bürgermeister in der Verantwortung. Der von der Bundesregierung beschlossene Bau-Turbo ermöglicht es Kommunen, für einen begrenzten Zeitraum von zentralen bauplanungsrechtlichen Vorgaben abzuweichen, um Wohnungsbau zu ermöglichen. Sie können zugleich soziale Infrastruktur, zum Beispiel Kitas, errichten.
Mehr als 33 Millionen Gäste-Übernachtungen zählte die Tourismusbranche Mecklenburg-Vorpommerns im vergangenen Jahr. Die Zahl zeigt die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Genauso wichtig aber ist das bezahlbare Wohnen in den Urlaubergebieten. Das darf bei all der Freude über den wirtschaftlichen Erfolg nicht vergessen werden.“
2026/08/17
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 398 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de