Pressemitteilung Prostata-Check: 15 Minuten, die sich lohnen können
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Prostata-Check: 15 Minuten, die sich lohnen können
Der Wagen muss zum TÜV, beim Smartphone wird jedes Update sofort installiert. Nur die eigene Gesundheit wird oft auf später verschoben. Bei Prostatakrebs kann genau das problematisch werden, denn die Erkrankung verursacht im frühen Stadium häufig keine Beschwerden.
Warum überhaupt zum Arzt, wenn nichts wehtut?
Weil Prostatakrebs genau so beginnt: Unbemerkt. Rund 79.600 Männer erhielten 2023 in Deutschland diese Diagnose. Damit ist Prostatakrebs die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die schlechte Nachricht ist: 2024 starben in Deutschland rund 15.500 Männer daran, die gute: Früh erkannt, lässt sich die Erkrankung häufig noch heilen. „Wer auf Schmerzen oder Beschwerden wartet, wartet oft zu lange“, sagt Dr. med. Fabian Blümke, Facharzt für Urologie und medikamentöse Tumortherapie im Medizinischen Versorgungszentrum in Krefeld von Helios Ambulant.
Was passiert beim Termin?
Gesetzlich versicherte Männer haben ab 45 Jahren einmal jährlich Anspruch auf eine Krebsfrüherkennungsuntersuchung. Dazu gehören ein Gespräch über Beschwerden und mögliche familiär bedingte Risiken sowie die Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, der Lymphknoten und das Abtasten der Prostata über den Enddarm. „Diese Untersuchung ist, entgegen der Befürchtungen vieler Männer, meist völlig schmerzfrei und dauert nur wenige Sekunden“, beruhigt Blümke.
Die aktuelle medizinische Leitlinie bewertet die alleinige Tastuntersuchung zur Früherkennung inzwischen allerdings kritisch, weil sie kleine oder ungünstig gelegene Tumoren häufig nicht zuverlässig erkennt. Sie empfiehlt Männern, die nach einer ergebnisoffenen Beratung eine Früherkennung wünschen, stattdessen die Bestimmung des PSA-Wertes. Dieser gehört bei beschwerdefreien Männern derzeit jedoch noch nicht zum regulären Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen.
„Niemand muss sich für dieses Gespräch oder die Untersuchung schämen. Ganz im Gegenteil: Es spricht für die Männer, wenn ihnen ihre eigene Gesundheit am Herzen liegt und sie das Thema einfach früh anpacken,“ betont Blümke. Welche Untersuchungen im Einzelfall sinnvoll sind, wird gemeinsam mit dem Patienten entschieden.
Und der Bluttest, von dem alle reden?
Der PSA-Test bestimmt die Konzentration des prostataspezifischen Antigens im Blut, eines Eiweißes, das in der Prostata gebildet wird. Prostatakrebszellen produzieren davon etwa zehnmal so viel wie gesunde Prostatazellen. Somit „enttarnen“ sich Tumore bei erhöhten oder schnell ansteigenden PSA-Werten irgendwann selbst. Manchmal stecken aber auch nur eine Entzündung oder eine gutartige Vergrößerung dahinter. Bei beschwerdefreien Männern wird der Test derzeit nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, bei einem konkreten Krankheitsverdacht schon. „Gute Früherkennung beginnt nicht mit der Blutabnahme, sondern mit einem offenen Gespräch darüber, was ein auffälliges Ergebnis bedeuten würde,“ so Blümke. Denn auch mögliche Nachteile gehören zur Wahrheit und einer ehrlichen Beratung dazu: Der Test kann Tumoren aufdecken, die nie Beschwerden verursacht hätten. Zudem kann ein auffälliger Wert Ängste auslösen und weitere Untersuchungen nach sich ziehen, obwohl sich der Krebsverdacht später nicht bestätigt.
Und wenn der Wert erhöht ist?
„Ein einzelner hoher Wert bedeutet daher noch gar nichts: Entscheidend sind der PSA-Verlauf sowie die Begleitumstände wie eventuelle Beschwerden oder die Größe der Prostata. Mithilfe wissenschaftlich geprüfter Bewertungskriterien kommen wir auffälligen Konstellationen heute frühzeitig auf die Schliche“, erklärt der Urologe. Ab einem Wert von 3 ng/ml wird zunächst nach drei Monaten erneut gemessen, um den Befund zu überprüfen. Bleibt der Wert erhöht, kommt meist ein MRT, bevor überhaupt eine Biopsie zur Debatte steht. So lassen sich verdächtige Bereiche gezielt untersuchen und unnötige Gewebeproben vermeiden.
Und wenn sich der Verdacht bestätigt?
Ob tatsächlich Prostatakrebs vorliegt, lässt sich erst durch eine Gewebeentnahme sicher feststellen. Bestätigt sich die Diagnose, werden Eigenschaften und Ausbreitung des Tumors genauer untersucht. Davon hängt ab, wie es weitergeht.
„Die Diagnose bedeutet nicht automatisch, dass sofort operiert werden muss“, erläutert Blümke. Bei langsam wachsenden und wenig aggressiven Tumoren kann eine engmaschige aktive Überwachung ausreichen. Je nach Befund kommen eine Operation, eine Bestrahlung oder medikamentöse Therapien infrage. Welche Vorgehensweise geeignet ist, wird individuell mit dem Patienten besprochen und richtet sich unter anderem nach dem Tumorstadium, dem allgemeinen Gesundheitszustand und den persönlichen Wünschen.
Ändert sich gerade etwas?
Ja. Ob PSA-Test plus MRT künftig zur gesetzlichen Früherkennung gehören, wird gerade geprüft. Eine Entscheidung fällt frühestens Ende 2026. „Bis dahin abzuwarten, bringt nichts“, betont Blümke. „Für den Einzelnen zählt die Situation heute.“
Was, wenn Vater oder Bruder betroffen waren?
Dann steigt das eigene Risiko, und genau das sollte zur Sprache kommen, selbst wenn die Diagnose Jahrzehnte zurückliegt. „Viele Männer kennen die Krankengeschichte ihrer Familie erstaunlich schlecht. Einmal nachfragen lohnt sich“, rät der Urologe.
Und wenn schon etwas auffällt?
Probleme beim Wasserlassen, ein schwächer werdender Harnstrahl oder häufige nächtliche Toilettengänge bedeuten nicht automatisch Prostatakrebs; viel häufiger steckt eine gutartige Vergrößerung der Prostata dahinter. Neu auftretende oder zunehmende Beschwerden sowie Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit, Schmerzen im Beckenbereich oder ungeklärte Knochenschmerzen sollten immer ärztlich abgeklärt werden. In diesen Fällen geht es nicht mehr um reine Früherkennung, sondern um die Untersuchung konkreter Beschwerden.
Der Termin allein ist schon ein Gewinn
Früherkennung verhindert keinen Krebs, aber sie verbessert die Chance auf dessen Heilung. „Mutig sein muss man dafür nicht. Es reicht, Fragen mitzubringen“, sagt Blümke.
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit insgesamt rund 130.000 Mitarbeitenden bei Helios in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika in rund 140 Kliniken sowie zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich etwa 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius.
Pressekontakt: Annette Kary Referentin Unternehmenskommunikation & Marketing Helios Versorgungszentren GmbH Tel: 0175 98 31 564 E-Mail: annette.kary@helios-gesundheit.de

