Sommerhitze: Wenn der Körper an seine Grenzen kommt
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Sommerhitze: Wenn der Körper an seine Grenzen kommt
Warum Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes oder Nierenerkrankungen bei hohen Temperaturen besonders vorsichtig sein sollten
Für viele gehört der Sommer zu den schönsten Wochen des Jahres – Freibad, Eis, lange Abende draußen. Für andere wird er zur echten Belastungsprobe. Denn Hitze kann den Körper ernsthaft überfordern, vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken sowie Säuglingen und Kleinkindern. Was als Erschöpfung beginnt, kann sich zu Schwindel, Verwirrtheit oder im schlimmsten Fall einem Hitzschlag entwickeln.
Für viele gehört der Sommer zu den schönsten Wochen des Jahres: Freibad, Eis, lange Abende draußen. Für andere wird er zur echten Belastungsprobe. Denn Hitze kann den Körper ernsthaft überfordern, vor allem bei älteren Menschen, chronisch Kranken sowie Säuglingen und Kleinkindern. Was als Erschöpfung beginnt, kann sich zu Schwindel, Verwirrtheit oder im schlimmsten Fall einem Hitzschlag entwickeln.
„Viele unterschätzen, wie stark Hitze in den Kreislauf eingreift", sagt Mark Tullius, Facharzt für Allgemeinmedizin im Helios MVZ Wipperfürth und Chefarzt der Interdisziplinären Notaufnahme der Helios Klinik Wipperfürth. „Der Körper kühlt sich über Schwitzen und eine stärkere Durchblutung der Haut ab.Das bedeutet für das Herz Mehrarbeit, der Blutdruck kann sinken, und durch den Flüssigkeitsverlust gerät der Kreislauf zusätzlich unter Druck."
Vorerkrankungen als Risikofaktor
Für gesunde Erwachsene sind heiße Tage meist gut zu bewältigen. Für ältere Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Nierenerkrankungen gilt das nur bedingt.
Bei Herzpatientinnen und -patienten erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt, während das Herz gleichzeitig härter arbeiten muss. Dazu kommen Flüssigkeits- und Salzverluste durch starkes Schwitzen. Für Menschen mit Nierenerkrankungen ist das besonders heikel: Die Nieren regulieren den Wasser- und Elektrolythaushalt, und wenn durch Schwitzen zu wenig Flüssigkeit nachkommt, können sie unter Druck geraten, bis hin zu einer akuten Verschlechterung der Nierenfunktion.
Menschen mit fortgeschrittenem Diabetes wiederum haben oft eine eingeschränkte Wahrnehmung für körperliche Warnsignale und bemerken Kreislaufprobleme mitunter später als andere. „Plötzlich ist da Schwindel, Schwäche, das Schwarzwerden vor Augen", sagt Tullius. „Wer dann einfach weitermacht und denkt, das geht schon wieder weg, riskiert, dass aus einem Kreislaufproblem ein echter Notfall wird."
Medikamente bei Hitze: Nicht absetzen, aber im Blick behalten
Blutdruckmittel, Entwässerungstabletten, Diabetesmedikamente, Schlaf- oder Schmerzmittel, sie alle können bei Hitze anders wirken als gewohnt: manchmal stärker, manchmal den Flüssigkeitshaushalt beeinflussend oder die körpereigene Wärmeregulation verändernd. Besonders Diuretika (Entwässerungstabletten) und bestimmte Blutdrucksenker können in Kombination mit starkem Schwitzen den Kreislauf destabilisieren.
Der falsche Reflex wäre, Medikamente einfach selbst abzusetzen. „Wer an heißen Tagen ungewöhnlich niedrigen Blutdruck, anhaltenden Schwindel oder starke Müdigkeit bemerkt, sollte mit seiner Hausarztpraxis sprechen", rät Tullius. „Eine vorübergehende Dosisanpassung kann sinnvoll sein, aber das ist eine ärztliche Entscheidung, keine Eigeninitiative." An sehr heißen Tagen empfiehlt sich eine häufigere Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker, sofern das zur Behandlung ohnehin dazugehört.
Trinken, bevor der Durst kommt
Ausreichend Flüssigkeit ist einer der wichtigsten Schutzfaktoren bei Hitze. Sinkt das Blutvolumen durch Schwitzen, fällt der Blutdruck, der Kreislauf wird instabil. Etwa 1,5 bis 2 Liter täglich gelten als Richtwert. An sehr heißen Tagen kann mehr sinnvoll sein. Geeignet sind Wasser, ungesüßte Tees oder leichte Saftschorlen; Alkohol und stark zuckerhaltige Getränke belasten den Kreislauf zusätzlich.
Das Problem: Ältere Menschen spüren Durst oft erst spät oder gar nicht mehr. „Einfach über den Tag verteilt immer wieder ein Glas einschenken, auch wenn man kein Durstgefühl hat", empfiehlt Tullius. „Das klingt banal, macht aber einen echten Unterschied."
Wichtige Ausnahme: Wer wegen einer Herz- oder Nierenerkrankung eine ärztlich festgelegte Trinkmenge einhält, sollte diese nicht eigenmächtig erhöhen; im Zweifel lieber kurz nachfragen.
Warnzeichen erkennen und ernst nehmen
Hitzeprobleme beginnen oft still: Müdigkeit, leichter Schwindel, Kopfschmerzen, ein schneller Puls. Das ist die Phase, in der Gegenmaßnahmen noch leicht greifen: Schatten, kühle Räume, Flüssigkeit. Gefährlicher wird es, wenn Verwirrtheit, Benommenheit, Muskelkrämpfe oder eine heiße, trockene Haut hinzukommen. Ein Hitzschlag, der schwerste Verlauf, zeigt sich durch hohe Körpertemperatur über 40 Grad, Bewusstseinsstörungen und ausbleibendes Schwitzen trotz extremer Hitze. Dann gilt: betroffene Person in den Schatten bringen, Kleidung lockern, Nacken und Handgelenke mit feuchten, kühlen (nicht eiskalten) Tüchern kühlen. Bei Bewusstlosigkeit, Atemnot oder Brustschmerzen sofort den Notruf 112 wählen.
Hitzeschutz fängt früher an, als man denkt
Wer erst reagiert, wenn die Erschöpfung da ist, hat oft schon zu lang gewartet. Körperliche Aktivitäten lieber in die frühen Morgenstunden oder den Abend verlegen, Wohnräume tagsüber abdunkeln und kühl halten, Arzttermine möglichst früh am Tag legen. Für chronisch Erkrankte gilt: ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad besonders aufmerksam sein. Wer allein lebt, sollte an Hitzetagen kurze Kontakte mit Angehörigen oder Nachbarn vereinbaren. Eine kurze Nachricht oder ein Anruf kann viel bedeuten.
„Hitze ist kein Grund zur Panik", sagt Tullius. „Aber wer seine Erkrankung kennt und früh auf Signale des Körpers hört, ist klar im Vorteil. Die meisten Probleme lassen sich vermeiden, wenn man sie ernst nimmt, bevor sie groß werden."
In Deutschland betreibt Helios mehr als 80 Kliniken, rund 200 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), sechs Präventionszentren und 30 arbeitsmedizinische Zentren. Helios behandelt im Jahr 2025 rund 5,6 Millionen Menschen in Deutschland, davon mehr als 4 Millionen ambulant. Seit seiner Gründung setzt Helios auf messbare, hohe medizinische Qualität und Datentransparenz und ist bei über 90 Prozent der Qualitätsziele besser als der bundesweite Durchschnitt. In Deutschland beschäftigt Helios rund 80.000 Mitarbeitende. Helios steht mit 35 eigenen Bildungszentren für Aus-, Fort- und Weiterbildung im Gesundheitswesen. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.
Fresenius Helios ist der führende private Gesundheitsdienstleister in Europa und versorgt mit insgesamt rund 130.000 Mitarbeitenden bei Helios in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika in rund 140 Kliniken sowie zahlreichen ambulanten Einrichtungen jährlich etwa 27 Millionen Menschen. Zusammen mit Fresenius Kabi, Anbieter von Gesundheitsprodukten für kritisch und chronisch Kranke, gehört Fresenius Helios zum Gesundheitskonzern Fresenius.
Pressekontakt: Annette Kary Referentin Unternehmenskommunikation & Marketing Helios Versorgungszentren GmbH Tel: 0175 98 31 564 E-Mail: annette.kary@helios-gesundheit.de

