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„Unter den AstraZeneca-Geimpften hatte kein einziger einen schweren Verlauf“

„Unter den AstraZeneca-Geimpften hatte kein einziger einen schweren Verlauf“
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„Unter den AstraZeneca-Geimpften hatte kein einziger einen schweren Verlauf“

Gegenüber dem Impfstoff von AstraZeneca herrscht Misstrauen. Er soll weniger wirksam sein und zu unangenehmen Nebenwirkungen führen, „zu Unrecht“ sagt PD Dr. med. Irit Nachtigall. Die Infektiologin, Krankenhaushygienikerin und Fachärztin für Anästhesie und Intensivmedizin der Helios Region Ost erklärt den Irrtum und rät klar zum Impfen.

Was ist das Besondere am AstraZeneca Impfstoff?

Derzeit sind drei Covid-19-Impfstoffe in der EU zugelassen: von BioTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca. Die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna basieren auf mRNA und unterscheiden sich dadurch von allen bisherigen Impfstoffen. Der Impfstoff von AstraZeneca hingegen ist vekotorbasiert. Er enthält vollkommen ungefährliche, gut untersuchte, Trägerviren. In deren Erbgut befinden sich die Konstruktionspläne für ein bestimmtes Oberflächenprotein des Coronavirus, das sogenannte Spike-Protein. Bei der sich durch die Impfung entwickelnden Immunantwort werden zum einen Antikörper produziert, aber auch sogenannte Gedächtniszellen gebildet. Oftmals verschwinden die Antikörper nach einer bestimmten Zeit wieder aus dem zirkulierenden Blut, die Gedächtniszellen aber bleiben vermutlich erhalten.

Wirkt AstraZeneca ausreichend gegen das Coronavirus?

Ein klares Ja. Der Impfstoff von AstraZeneca beugt schweren Verläufen durch die Krankheit Covid-19 vor. Er schützt uns davor im schlimmsten Fall auf der Intensivstation zu landen und unter Umständen beatmet zu werden. Die Schutzwirkung durch den Impfstoff von AstraZeneca ist bereits nach der ersten Impfung gut. Anders als bei den anderen beiden Covid-Impfstoffen erfolgt die zweite Impfung deutlich später, erst nach zehn bis 14 Wochen. Die Schutzwirkung liegt dann bei über 80 Prozent.

Woher kommt das Misstrauen in den AstraZeneca Impfstoff?

Am Anfang wurde aus Mangel an Daten der Impfstoff nur für Menschen jünger als 65 Jahre empfohlen. Das hat vermutlich dazu beigetragen, dass viele Menschen diesem Impfstoff skeptisch gegenüberstehen und seine Wirksamkeit anzweifeln. Mittlerweile liegen die Daten vor und zeigen, dass die Schutzwirkung auch für ältere Menschen gegeben ist. Mittlerweile empfiehlt die STIKO den Impfstoff von AstraZeneca auch für Personen über 65 Jahren, da sich in den Studien eine gute Wirksamkeit belegt hat.

Welche Nebenwirkungen können nach der Impfung auftreten und gibt es Unterschiede zu den anderen Impfstoffen?

Hinsichtlich der Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen sehen wir beim AstraZeneca Impfstoff keine gravierenden Unterschiede im Vergleich zu den mRNA Impfstoffen von BioNTech/Pfizer und Moderna. Beim AstraZeneca Impfstoff treten vermehrt bei der ersten Impfung Reaktionen auf, bei der zweiten kaum noch. Bei den anderen Impfstoffen ist es anders herum. Insgesamt sind aber die Reaktionen in ihrer Häufigkeit und Schwere ähnlich. Ich selbst bin mit AstraZeneca geimpft und hatte lediglich leichte Schmerzen an der Einstichstelle direkt nach der ersten Impfung.

Über die allergischen Reaktionen wurde in den letzten Tagen viel geschrieben. Hiernach sind 41 mögliche Anaphylaxiefälle unter fünf Millionen Geimpften in Großbritannien bekannt. Anaphylaxien sind akute Nebenwirkungen bzw. Anzeichen und Symptome einer systemischen Reaktion des Immunsystems. Das ist allerdings auch bei anderen Impfstoffen bekannt.

Und was ist mit den Thrombosen nach der Impfung?

Nach der Impfung mit AstraZeneca wurden statistisch mehr Sinusvenenthrombosen bei jüngeren Frauen festgestellt. Um diesen Umstand abzuklären, haben mehrere Länder die Impfung kurzzeitig ausgesetzt, so auch Deutschland. Mittlerweile ist bekannt, wie man die Problematik nachweisen und auch therapieren kann. Ähnliche Nebenwirkungen kommen übrigens auch bei anderen Medikamenten vor und das deutlich öfter. Die Impfungen werden nun wieder unter Ergänzung eines weiteren Warnhinweises fortgesetzt.

Falls längere Zeit nach der Impfung anhaltende Kopfschmerzen oder punktförmige Hautblutungen auftreten, kann das auf Komplikationen hinweisen. Weitere Anzeichen und Symptome von größeren Blutgerinnseln sind Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm- oder Beinschwellungen. Treten diese Beschwerden auf, sollte dringend ein Arzt konsultiert werden. Leichte Kopf- und Gliederschmerzen, wie wir sie auch von einem grippalen Infekt kennen, sind hingegen eine normale, häufige und ungefährliche Reaktion auf die COVID-19 Impfung.

Die Behörden sind zu dem Entschluss gekommen, dass der Impfstoff sicher ist und der Nutzen das Risiko deutlich übersteigt.

Gibt es schon klinische Erfahrungen mit Patienten, die mit AstraZeneca geimpft sind?

In unserem Klinik-Alltag sehen wir, dass alle Impfstoffe bisher schwere Infektionen mit SARS-CoV2 und einen weiteren schweren Verlauf durch eine Covid-19 Erkrankung verhindern konnten. Unter den AstraZeneca Geimpften hatte kein einziger einen schweren Verlauf oder ist an einer Covid-19 Infektion gestorben. Wichtig ist auch, dass die AstraZeneca Impfung nach ersten Erkenntnissen wohl auch gegen die britische Variante wirksam ist.

Welche Impf-Prognose gibt es?

Noch sind die Impfstoffe gegen das Coronavirus zu knapp, um flächendeckend eingesetzt zu werden. Nach Einschätzung der Bundesregierung soll sich das bald ändern. Wir rechnen im zweiten Quartal des Jahres mit über 60 Millionen Dosen Impfstoff.

Bei Helios haben wir bereits Ende Dezember damit begonnen, die ersten Mitarbeiter:innen zu impfen, zunächst jene des ärztlichen Dienstes und der Pflege mit besonders hohem Expositionsrisiko (z. B. in Notaufnahmen, in der medizinischen Betreuung von COVID-19-Patient:innen) sowie mit engem Kontakt zu gefährdeten Gruppen. Das ist eine weitere Vorkehrung zum Schutz aller Patient:innen und unserer Mitarbeiter:innen. Die Impfbereitschaft unserer Belegschaft ist sehr hoch, was mich sehr stolz macht. Über 70 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen sich impfen lassen.

Das ist auch wichtig für unsere Kliniken, um wieder in den Normalbetrieb zu kommen und schrittweise planbare Operationen vorzunehmen. Wir haben zudem in allen Helios Kliniken ein umfangreiches Sicherheits- und Hygienekonzept etabliert, das sich in den vergangenen Monaten bewährt hat und weiterhin für alle Mitarbeiter:innen und Patient:innen Gültigkeit hat. Die Impfung unserer Mitarbeiter:innen ist dabei ein wichtiger Baustein.

Neues Ressort für Infektiologie und Antibiotic Stewardship in der Helios Region Ost

Corona hat vieles verändert. Die Infektionsmedizin ist wichtiger denn je. Helios stellt sich den kommenden Herausforderungen von Pandemien und dem wachsenden Problem der Multiresistenz. PD Dr. med. Irit Nachtigall ist seit Februar 2021 neue Regionalleiterin für Infektiologie und Antibiotic Stewardship in der Helios Region Ost. Einer der Schwerpunkte des neuen Ressorts ist die Beratung bei infektiologischen Fragestellungen sowie die interdisziplinäre Vernetzung von Experten.

Helios ist Europas führender privater Krankenhausbetreiber mit insgesamt rund 120.000 Mitarbeitern. Zum Unternehmen gehören unter dem Dach der Holding Helios Health die Helios Kliniken in Deutschland sowie Quirónsalud in Spanien und Lateinamerika. Rund 20 Millionen Patienten entscheiden sich jährlich für eine medizinische Behandlung bei Helios. 2020 erzielte das Unternehmen einen Gesamtumsatz von 9,8 Milliarden Euro.

In Deutschland verfügt Helios über 89 Kliniken, rund 130 Medizinische Versorgungszentren (MVZ) und sechs Präventionszentren. Jährlich werden in Deutschland rund 5,2 Millionen Patienten behandelt, davon 4,1 Millionen ambulant. Helios beschäftigt in Deutschland 73.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro. Helios ist Partner des Kliniknetzwerks „Wir für Gesundheit“. Sitz der Unternehmenszentrale ist Berlin.

Quirónsalud betreibt 52 Kliniken, davon sechs in Lateinamerika, 70 ambulante Gesundheitszentren sowie rund 300 Einrichtungen für betriebliches Gesundheitsmanagement. Jährlich werden hier rund 15 Millionen Patienten behandelt, davon 14,1 Millionen ambulant. Quirónsalud beschäftigt rund 40.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2020 einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro.

Helios Deutschland und Quirónsalud gehören zum Gesundheitskonzern Fresenius.

Pressekontakt:

Birgit Gugath
Managerin Unternehmenskommunikation und Marketing
Mobil: +49 173 2812169 birgit.gugath@helios-gesundheit.de
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