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Hochschule Bremerhaven

Projekt HibeBB sucht Teilnehmende für Umfrage zu Hitzeschutz in Unternehmen

Pressemitteilung der Hochschule Bremerhaven vom 24. Juni 2026

Projekt HibeBB sucht Teilnehmende für Umfrage zu Hitzeschutz in Unternehmen

Ergebnisse sollen in Handlungsempfehlung fließen

Der Sommer 2026 hat gerade erst begonnen, doch bereits jetzt häufen sich Meldungen über extreme Temperaturen. Prognosen sagen erneut einen „Hitzesommer“ mit neuen Temperaturrekorden voraus. Dies hat auch gesundheitliche Folgen. Speziell Beschäftigte, die nur bedingt Einfluss auf ihre Arbeitsbedingungen haben, gehören zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. An der Hochschule Bremerhaven arbeiten Forschende im Projekt „Hitzeschutz besonders exponierter Berufsgruppen im Bundesland Bremen“ (HibeBB) an umfassenden Handlungsempfehlungen für Unternehmen. Bis Ende Juli läuft eine Onlineumfrage für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzt:innen im Bundesland Bremen. Außerdem führen die Forschenden derzeit Interviews mit Führungskräften aus Bremer Unternehmen. Für beide Erhebungen werden noch Teilnehmende gesucht. Die Umfrage ist unter www.soscisurvey.de/HibeBB2026/ zu finden. Interessierte können sich außerdem per Mail bei Projektleiter Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens melden: uarens@hs-bremerhaven.de.

Die Folgen der Klimaerwärmung sind bereits seit längerer Zeit deutlich spürbar. Hitzewellen und Trockenperioden nehmen zu. Im Bundesland Bremen ist die Temperatur laut Deutschem Wetterdienst zwischen 1881 und 2023 durchschnittlich um 1,6 Grad gestiegen. Dies wirkt sich negativ auf die Gesundheit der Bevölkerung aus: Die Belastung des Herz-Kreislaufsystems nimmt zu, das Schlaganfallrisiko steigt und die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit sinken. Während viele Menschen versuchen, besonders heiße Tage zu Hause oder in klimatisierten Gebäuden zu verbringen, können Beschäftigte sich ihr Arbeitsumfeld nicht immer aussuchen. „Im Bundesland Bremen gibt es nach jüngsten Schätzungen etwa 316.000 Erwerbstätige im Alter zwischen 15 und 65 Jahren. Der Anteil der Beschäftigten im Freien ist unbekannt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass angesichts der Branchenstruktur mit den Schwerpunkten ‚Maritime Wirtschaft‘ und ‚Logistik‘ der Anteil der Außentätigkeiten überdurchschnittlich hoch ist. Außerdem sind entsprechende exponierte Tätigkeiten beispielsweise bei der Polizei, dem Ordnungsamt und im öffentlichen Gartenbau zu erwarten“, weiß Prof. Dr.-Ing. Uwe Arens. Er forscht am Smart Mobility Institute der Hochschule Bremerhaven und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema Arbeitssicherheit.

Das Land Bremen hat im September 2024 den Hitzeaktionsplan Bremen-Bremerhaven verabschiedet. Dieser umfasst verschiedene Aktivitäten, die von der Information der Bevölkerung über die Bewältigung von Akutereignissen bis hin zu städtebaulichen Maßnahmen reichen. Ein Fokus liegt auf dem Hitzeschutz besonders exponierter Berufsgruppen in Bremer und Bremerhavener Unternehmen. Im Projekt HibeBB arbeiten die Forschenden der Hochschule gemeinsam mit dem Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik an Maßnahmen zum Schutz vor hitzebedingten Gesundheitsfolgen am Arbeitsplatz. „Vielen Unternehmen sind die gesundheitlichen Folgen steigender Umgebungstemperaturen unbekannt. Daher geht es in dem Projekt auch darum, Informations- und Kommunikationskonzepte für die Bremer Unternehmen zu erarbeiten“, so Prof. Arens. Die Projektergebnisse sollen auch Fortbildungsangebote für Sicherheitsingenieur:innen und Betriebsärzt:innen einschließen. Davon profitieren nicht nur die Mitarbeitenden, sondern auch die Unternehmen: Arbeitsausfälle durch hitzebedingte Erkrankungen und steigende Unfallzahlen auf Grund abnehmender Konzentrationsfähigkeit könnten mit den richtigen Maßnahmen im Optimalfall verhindert werden.

Kürzlich startete die nächste Projektphase. Die Forschenden führen derzeit Interviews mit Führungskräften in Bremer Unternehmen. Zeitgleich läuft eine Onlineumfrage für Fachkräfte für Arbeitssicherheit und Betriebsärzt:innen. „Wir möchten herausfinden, wie der aktuelle Wissensstand zum Thema Hitzeschutz in Unternehmen ist und ob es vielleicht bereits Maßnahmen gibt, die erfolgreich umgesetzt wurden“, erklärt Prof. Arens. Um ein möglichst gutes Bild vom aktuellen Stand zu bekommen, suchen die Forschenden noch nach Personen, die sich beteiligen möchten. „Konkret suchen wir noch Führungskräfte für unsere Interviews. Außerdem freuen wir uns, wenn sich noch weitere Fachkräfte und Betriebsärzt:innen zehn Minuten Zeit für unsere Onlineumfrage nehmen würden. Die Umfrage ist noch bis Ende Juli geöffnet.“ Wichtig sei dabei, dass die Teilnehmenden im Bundesland Bremen tätig sind, da die entwickelten Maßnahmen in den Hitzeaktionsplan des Landes einfließen sollen. Perspektivisch sei allerdings möglich, dass die Projektergebnisse auch in anderen Bundesländern relevant sind.

HibeBB wird finanziert im Rahmen des Zentralen Umsetzungsprogramms zur Anpassung an den Klimawandel (ZUP) aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und dem Land Bremen. Die BAB - Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven berät zum Förderprogramm und begleitet den Prozessablauf.

Mit Begeisterung studieren, lehren und forschen – dafür steht die Hochschule Bremerhaven. In mehr als 20 praxisnahen und innovativen Studiengängen profitieren die rund 3.000 Studierenden von der engen Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft und modernen Lehr- und Lernansätzen. Die zahlreichen Forschungsaktivitäten der „Hochschule am Meer“ wurden bereits vielfach ausgezeichnet und unterstützen nachhaltige Entwicklungen in der Region und darüber hinaus.

Pressekontakt:
Hochschule Bremerhaven
Nadine Metzler
An der Karlstadt 8
27568 Bremerhaven
nmetzler@hs-bremerhaven.de
presse@hs-bremerhaven.de
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