Die Infrastruktur gegen Hitze existiert längst: In Thüringens Heilbädern und Kurorten
Erfurt (ots)
Nach dem bislang heißesten Wochenende des Jahres rückt eine Frage stärker in den Mittelpunkt vieler Ausflüge und Urlaubsplanungen: Wo lässt sich der Sommer angenehm verbringen? Während Städte über Hitzeschutzpläne diskutieren, existieren in Thüringens Heilbädern und Kurorten seit Generationen Orte, die genau dafür geschaffen wurden: große schattige Baumbestände, Wasser, Trinkquellen, Kneippanlagen, Gradierwerke, Solebecken und weitläufige Wege, die auch an heißen Tagen Bewegung ermöglichen.
Dass diese Orte weit mehr als klassische Gesundheitsstandorte sind, zeigt auch ihre touristische Bedeutung. 2025 wurden in Thüringens staatlich anerkannten Heilbädern und Kurorten rund 2,7 Millionen Übernachtungen gezählt. Damit entfällt mehr als jede vierte Übernachtung im Freistaat (26,8 Prozent) auf diese Orte. Thüringen verfügt noch dazu über eine außergewöhnlich hohe Dichte staatlich anerkannter Heilbäder und Kurorte auf vergleichsweise kurzer Distanz mit ganz unterschiedlichen Angeboten für natürliche Abkühlung, leichte Bewegung und Erholung.
Belebende Abkühlung
Wenn die Temperaturen steigen, bietet Wasser eine wohltuende Erfrischung. Wer in Bad Tabarz oder Bad Liebenstein die Arme und Füße ins kühle Wasser taucht, erlebt den belebenden Reiz unmittelbar. Kneippbecken gehören zum festen Bestandteil dieser Kuranlagen und werden vielerorts durch Barfußpfade ergänzt. Was früher Element einer klassischen Kur war, wird heute auch in Bad Klosterlausnitz und Heilbad Heiligenstadt für viele Gäste zur unkomplizierten Auszeit an heißen Sommertagen.
In Bad Berka verbindet sich das Kneipp-Angebot mit einem der traditionsreichsten Kurparks Thüringens. Der heutige Kurpark geht auf eine Anregung von Johann Wolfgang von Goethe zurück. Weitläufige Promenaden, alte Bäume und naturnah gestaltete Bereiche prägen die Anlage bis heute und schaffen an heißen Sommertagen schattige Naturräume.
Durchatmen im Heilklima
Im Kurpark von Friedrichroda geht der Aufenthalt beinahe nahtlos in den Thüringer Wald über. Von den Ruheliegen führen ausgewiesene Heilklimawanderwege direkt in den Thüringer Wald und regen dazu an, auch bei sommerlichen Temperaturen leicht in Bewegung zu bleiben. Im historischen Kurpark selbst sorgen ein alter Baumbestand, der Trinkpavillon mit dem mineralreichen Wasser der Ludowingerquelle sowie seltene Gehölze vom Mammutbaum bis zu japanischen Kirschbäumen für einen besondere Wohlfühlfaktor.
Trinkbrunnen und Sole als Erfrischung
In Bad Sulza fließt bis heute Sole aus der historischen Trinkhalle. Ein Angebot, das es in dieser Form nur noch an wenigen Orten gibt. Im denkmalgeschützten Kurpark wird in der historischen Trinkhalle noch immer die Sole der Carl-Alexander-Sophienquelle ausgeschenkt und die angenehme Wegführung, überraschende Sichtachsen und schattige Baumgruppen prägen ihn bis heute. In Bad Frankenhausen ergänzt der Vitalpark als innovativer Open Air Gesundheitspark mit Solewasser und Gradierwerk das Areal.
Kurparks, die mehr können als Grün sein
Kurparks unterscheiden sich von klassischen Parkanlagen. Sie sind fester Bestandteil jedes staatlich anerkannten Kurortes und verbinden Natur, Bewegung, Ruhe und Gesundheitsangebote. Damit sind diese Aufenthaltsräume im Freien, die auch an heißen Tagen funktionieren, verbindlicher Teil der Infrastruktur. Sie ist über viele Jahrzehnte gewachsen und macht Thüringen zu einem attraktiven Ziel für alle, die Erholung suchen.
Ob Wassertreten in Bad Tabarz, Heilklimawanderungen in Friedrichroda, Trinksole in Bad Sulza oder Spaziergänge durch historische Kurparks wie in Bad Berka: Während vielerorts neue Antworten auf heiße Sommer gesucht werden, zeigen Thüringens Heilbäder und Kurorte, dass manche Lösungen längst existieren, gewachsen über Generationen und heute aktueller denn je.
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