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Neue Perspektiven für bio-basierte und bio-abbaubare Kunststoffe für die Praxis der Land- und Forstwirtschaft

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Neue Perspektiven für bio-basierte und bio-abbaubare Kunststoffe für die Praxis der Land- und Forstwirtschaft

Fachworkshop des PerPlacsBio Projektes bringt Praxis, Forschung und Unternehmen zusammen

Wie können Kunststoffe in der Land- und Forstwirtschaft nachhaltiger eingesetzt, reduziert oder durch geeignete bio-basierte und/oder biologisch abbaubare Alternativen ersetzt werden? Diese Frage stand im Mittelpunkt des Workshops „Perspektiven für bio-basierte und bio-abbaubare Kunststoffe in Land- und Forstwirtschaft“, der am Donnerstag, den 18. Juni 2026, im Haus Düsse in Bad Sassendorf stattfand.

Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projektes PerPlacsBio organisiert und brachte Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Forschung, Beratung, Unternehmen und weiteren Organisationen zusammen. Das Ziel des Workshops bestand darin, den aktuellen Wissensstand zu bündeln, praktische Herausforderungen zu diskutieren und gemeinsam Perspektiven für den Einsatz bio-basierter und biologisch abbaubarer Kunststofflösungen zu entwickeln.

Im Fokus standen sowohl die Anforderungen der Anwenderinnen und Anwender als auch Produkteigenschaften, Unternehmenskompetenzen sowie bestehende und künftige Einsatzmöglichkeiten. Fachbeiträge gaben Einblicke in Herausforderungen bei der Nutzung und Reduzierung von Kunststoffen in der land- und forstwirtschaftlichen Praxis, in mögliche Anwendungsbereiche biologisch abbaubarer Kunststoffe sowie in verfügbare Lösungen und Anbieter.

Interdisziplinärer Austausch für einen nachhaltigeren Kunststoffeinsatz

Ein zentrales Element des Workshops war das World-Café. An verschiedenen moderierten Thementischen konnten die Teilnehmenden konkrete Anwendungen, Produktbeispiele und offene Fragen mit Unternehmen und Projektpartnern diskutieren. Dabei ging es unter anderem um Kunststoffprodukte und Alternativen in Bereichen wie Folien, Befestigungen, Umhüllungen und forstwirtschaftliche Anwendungen wie Wuchshüllen. Vertreten waren unter anderem die Hersteller biologisch abbaubarer Wuchshüllen Rainbow und Deosend sowie die Unternehmen BASF und FKuR, die biologisch abbaubaren Materialien für zum Beispiel Mulchfolien und Clips präsentierten. Ergänzt wurde das World-Café durch einen Beitrag des Partnerprojekts AgriRePlas sowie durch einen Tisch mit Anzuchttopf auf Basis von Naturfasern von der Firma Neisser:Geotextilien.

Die Diskussionen machten deutlich, dass biologisch abbaubare Kunststoffe in der Land- und Forstwirtschaft große Vorteile bieten können, wenn geeignete Regulierung, Leistungsfähigkeit, Vertrauen und klare Informationen zusammenkommen. Bei Wuchshüllen wurden bereits mehr als 500.000 biologisch abbaubare Produkte verkauft. Auch bei Mulchfolien ist ein wachsendes Interesse erkennbar, wobei die Nachfrage je nach Kultur und Anwendungsbereich unterschiedlich ausfällt. In der EU liegt das Marktvolumen bei rund 80.000 Tonnen pro Jahr; derzeit entfallen etwa 5 % auf biologisch abbaubare Mulchfolien. In China werden solche Lösungen bereits mit einem Anteil von rund 10% eingesetzt. Darüber hinaus zeigte sich, dass auch in weiteren Bereichen wie Saatgutbeschichtungen und Trägermaterialien für Düngemittel ein deutlicher Marktwandel bevorsteht. Neue regulatorische Vorgaben und mögliche Verbote herkömmlicher Kunststoffe erhöhen den Druck auf Unternehmen, geeignete Alternativen zu entwickeln und einzusetzen - darunter auch biologisch abbaubare Lösungen.

ReCaCO: Unternehmensverzeichnis für erneuerbare Kohlenstofflösungen

Viele Unternehmen, die biologisch abbaubare Produkte für die Land- und Forstwirtschaft herstellen, sind bereits im Online-Verzeichnis Renewable Carbon Companies (ReCaCo) zu finden. ReCaCo bündelt Unternehmen, Rohstoffe, Technologien und Produkte auf Basis erneuerbaren Kohlenstoffs – bio-basiert, CO2-basiert oder recyclingbasiert. Im Rahmen von PerPlacsBio wird ReCaCo gezielt erweitert, um Endnutzerinnen und Endnutzern in der Land- und Forstwirtschaft den Zugang zu passenden bio-basierten und biologisch abbaubaren Lösungen zu erleichtern.

Das Verzeichnis ist unter https://renewable-carbon.eu/companies/ verfügbar.

Regulatorische und normative Rahmenbedingungen geben die Richtung vor

Ein weiterer Programmpunkt widmete sich normativen Entwicklungen. Vorgestellt wurde die DIN SPEC 35808, die sich mit der Biobasiertheit und dem biologischen Abbau von Wuchshüllen unter waldnahen Bedingungen befasst. Dabei wurde deutlich, dass die Abbaurate je nach Bodenbeschaffenheit und Umweltbedingungen variieren und in der Praxis länger dauern kann als im Prüfverfahren. Deshalb umfasst die Norm zwei Prüfkonzepte: Zum einen wird die grundsätzliche biologische Abbaubarkeit geprüft, zum anderen der Abbau unter waldnahen Bedingungen. Während der erste Test den vollständigen biologischen Abbau nachweisen soll, fordert der zweite Test einen Mindestabbau von 10% (orientiert am Abbau von Kiefern-Kernholz). So soll sichergestellt werden, dass langfristig kein persistenter Kunststoff im Waldboden verbleibt. Der Beitrag machte deutlich, dass neben technischen Produktlösungen auch verlässliche Kriterien, Prüfverfahren und Standards eine zentrale Rolle für die Bewertung und Akzeptanz biologisch abbaubarer Kunststoffe spielen.

Die Ergebnisse des Workshops fließen in die weitere Arbeit des Projekts PerPlacsBio ein. Das Ziel ist es, Wissen aufzubauen, bestehende Lösungen sichtbar zu machen und Anwenderinnen und Anwender, Unternehmen sowie weitere Akteure bei der Bewertung geeigneter Alternativen zu unterstützen.

Eine weitere Gelegenheit für einen intensiven Austausch bietet die Renewable Materials Conference 2026: Im Workshop „Rethinking Plastics in Agriculture and Forestry“ werden Expertinnen und Experten des nova-Instituts und von Hydra Marine Science Einblicke in die Rolle biologisch abbaubarer Materialien in der Land- und Forstwirtschaft geben und Erfahrungen aus den Projekten PerPlacsBio und AgriRePlas teilen.

Weitere Informationen: https://renewable-materials.eu.

Über das PerPlacsBio Projekt

Ende 2025 riefen die Universität Münster, die Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg und das nova-Institut das zweijährige Projekt PerPlacsBio ins Leben. Das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Rahmen des Programms „Nachwachsende Rohstoffe nachhaltig“ geförderte Projekt hat zum Ziel, die Perspektiven für biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in der Land- und Forstwirtschaft zu untersuchen.

Das Projekt PerPlacsBio wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über den Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Ressourcen“ unter den Förderkennzeichen 2224NR022A gefördert.

Alle Pressemitteilungen des nova-Instituts, Bildmaterial und mehr zum Download (frei für Pressezwecke) finden Sie auf https://nova-institute.eu/news/pr/

Verantwortlicher im Sinne des deutschen Presserechts (V. i. S. d. P.):
Dr. Lars Börger (Geschäftsführer)    
nova-Institut für politische und ökologische Innovation GmbH
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Das nova-Institut beschäftigt sich seit Mitte der 1990er-Jahre mit Nachhaltigkeitsthemen und konzentriert sich heute auf erneuerbare Kohlenstoffkreisläufe. Als unabhängiges Forschungsinstitut unterstützt es Unternehmen – insbesondere aus der Chemie-, Kunststoff- und Materialbranche – bei der Nutzung erneuerbaren Kohlenstoffs aus Biomasse, direkter CO₂-Nutzung (CCU) und Recycling.

Mit einem multidisziplinären Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern begleitet das nova-Institut internationale Innovationsprojekte und bietet wissenschaftlich fundierte Managementberatung. Dabei verfolgt es einen ganzheitlichen Ansatz: Die Expertinnen und Experten analysieren, welche Technologien und Rohstoffe für bestimmte Produkte geeignet sind, in welchen Märkten deren Einsatz möglich ist, welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten, wie nachhaltig die jeweiligen Lösungen sind und wie sich diese erfolgreich im Markt positionieren lassen.

Auf dieser Grundlage entwickelt das Team maßgeschneiderte Strategien für die Transformation von fossilem zu erneuerbarem Kohlenstoff. Rund 50 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Disziplinen arbeiten gemeinsam an der Defossilisierung der Industrie – für eine klimaneutrale Zukunft.

Mehr Informationen unter  nova-institute.eurenewable-carbon.eu
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