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06.11.2019 – 14:11

Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest e.V.

Pflegeberufekammer in S-H unterstützen

DBfK Nordwest fordert die Stärkung der Emanzipation der Pflegeberufe

Die politische Partizipation der Pflegeberufe war in Schleswig-Holstein viele Jahrzehnte völlig unzureichend. In einem von Organen der Selbstverwaltung gestalteten Gesundheitssystem hat den Pflegeberufen bis zur Errichtung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein das entscheidende Instrument gefehlt. Der DBfK fordert sowohl die politischen Vertreterinnen und Vertreter aller demokratischen Parteien als auch Sozialminister Dr. Heiner Garg auf, der Pflegeberufekammer den Rücken zu stärken und die Bedeutung der Kammer als Selbstverwaltung der Pflegeberufe im Gesundheitswesen hervorzuheben.

Die Pflegeberufekammern sind eine der wichtigsten Reformbewegungen der Pflegefachberufe und sie zeigen Wirkung. Dies belegen die zahlreichen Anfragen des Ministeriums sowie anderer Akteure an die Pflegeberufekammer. "Zu lange wurden wir Pflegefachpersonen fern gehalten von den Entscheidungsrunden, in denen das Gesundheitssystem gestaltet wird. Heute haben wir als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen endlich selbst ein Organ der Selbstverwaltung, in dem alle berufsständischen Interessen gebündelt werden", so Swantje Seismann-Petersen, stellvertretende Vorsitzende des DBfK Nordwest. Die Pflegeberufekammer vertritt die Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein mit Sitz und Stimme mittlerweile im u.a. Landespflegeausschuss sowie dem Gemeinsamen Landesgremium. Daneben vertritt die Kammer Pflegefachpersonen in der Beteiligtenrunde.

In den genannten Gremien wurden bisher Entscheidungen ohne die Beteiligung beruflich Pflegender getroffen, obwohl diese den entscheidenden Einfluss auf die Qualität der pflegerischen Versorgung haben. Es ist ein Meilenstein, dass Pflegefachpersonen endlich die Interessen der Berufsgruppe hier vertreten können und pflegefachlicher Sachverstand in die Entscheidungen dieser Gremien einfließt. "Die aktuell zur Schau tretende negative Haltung einzelner Parteien und der Gewerkschaft Ver.di zeigt wie wichtig diese Emanzipationsbewegung der Pflegefachpersonen in Schleswig-Holstein ist", sagt Seismann-Petersen.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklungen, der steigenden Anzahl von Menschen mit chronischen Erkrankungen und des grassierenden Mangels an Pflegefachpersonen sowie Ärzten steht das Gesundheitswesen in Schleswig-Holstein vor riesigen Herausforderungen. Gleichzeitig befeuern die ungenügenden Arbeitsbedingungen für und das völlig unzureichende Lohnniveau von beruflich Pflegenden täglich den Pflegenotstand und führen zu einer stetig abnehmenden Attraktivität des Berufs.

Mit Lösungen von gestern, die ein "weiter so" bedeuten und die Selbstverwaltung der Pflegeberufe und damit mehr politische Partizipation verhindern, ist den Herausforderungen nicht adäquat zu begegnen. Es bestätigt sich, dass sowohl Ver.di als auch die FDP kein Interesse an einer eigenständigen und machtvollen Vertretung der Pflegeberufe im Gesundheitswesen haben. Zudem haben sie nicht verstanden, dass die Kammern, um unabhängig handeln zu können, sich nur selbständig finanzieren können. Erst das macht sie zu einer wirkungsvollen Institution. Die Ablehnung der Pflegeberufekammer aus Angst vor der eigenen Bedeutungslosigkeit bzw. einer neuen starken Institution von und für Pflegefachpersonen zeugt von mangelndem Willen konstruktiv und weitsichtig das Gesundheitssystem weiter zu entwickeln.

"Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es keine Alternative zur Kammer für die Pflegeberufe gibt. Das Ziel einer evidenz- und personenzentrierten Pflege kann nur durch die politische Partizipation und die Expertise aus der Berufsgruppe in einer unabhängigen Institution verfolgt und durchgesetzt werden", so Seismann-Petersen. Die Reduktion der Kammerdiskussion auf die Beiträge und die Pflichtmitgliedschaft führt dazu, dass die langfristigen Herausforderungen, denen sich Politik und Gesellschaft stellen muss, aus dem Blick geraten. Mit dem demographischen Wandel erwarten wir eine der dramatischsten Veränderungen in der Sozialfürsorge. Diese Veränderungen sind nicht zu bewältigen, wenn mit den Pflegefachpersonen die größte Ressource in der Gesundheits- und Sozialfürsorge in Deutschland weiterhin davon abgehalten wird, sich selbstverantwortet weiter zu entwickeln.

Neben der Etablierung der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein bedarf es der deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen sowie der Vergütung von beruflich Pflegenden. Hier gibt es ein breites Spektrum an Aufgaben. Der DBfK fordert explizit die Gewerkschaft Verdi sowie die Arbeitgeber und politischen Entscheidungsträger auf ihrer Verantwortung gerecht zu werden und hier für deutliche Verbesserungen zu sorgen.


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(Vorsitzender), Dr. Nina Fleischmann, Swantje Seismann-Petersen 

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