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Kommunen werden Energieunternehmer

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In Rheinland-Pfalz gründen immer mehr Kommunen eine Anstalt des öffentlichen Rechts, um beim Ausbau von erneuerbaren Energien die Wertschöpfung vor Ort zu halten.

PRESSEINFORMATION

Kommunen setzen verstärkt auf AöR für den Ausbau erneuerbarer Energien

75 Kommunen in Rheinland-Pfalz setzen beim Ausbau erneuerbarer Energien auf die Rechtsform der Anstalt des öffentlichen Rechts (AöR) – und entwickeln sich damit zunehmend zu eigenständigen Akteuren im Energiemarkt. Statt Projekte über klassische Verwaltungsstrukturen abzuwickeln, schaffen sie unternehmerisch handlungsfähige Organisationseinheiten mit klarer Steuerung und wirtschaftlicher Zielsetzung.

„Anstalten des öffentlichen Rechts sind ein effektives Instrument für rheinland-pfälzische Kommunen. Mit ihnen können Gemeinden die Energiewende aktiv gestalten, die lokale Autarkie steigern, die Akzeptanz bei den Bürgern erhöhen und gleichzeitig die Gemeindefinanzen langfristig stärken“, erklärt Stefan Scholz, Referent für Solidarpakte und Geschäftsmodelle bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.

Wertschöpfung bleibt in der Region

Welche ökonomische Dimension das Thema inzwischen erreicht hat, zeigt eine Studie des Landesverbandes Erneuerbare Energie Rheinland-Pfalz / Saarland e. V.: Bereits 2022 lag die Nettowertschöpfung durch erneuerbare Energien in Rheinland-Pfalz bei rund 930 Millionen Euro. Bis 2030 könnte dieser Wert auf bis zu 1,2 Milliarden Euro steigen.

„Das Thema kommunale Beteiligung an erneuerbaren Energieprojekten beschäftigt viele Kommunen. Allein in den letzten beiden Jahren haben wir rund 40 Kommunen zu dem Thema beraten. Für Gemeinden ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Einnahmen aus erneuerbaren Energien in der Region verbleiben“, so Scholz.

Stabile Einnahmen statt einmaliger Effekte

Konkrete Projekte zeigen die wirtschaftliche Tragweite: Drei Windenergieanlagen können – abhängig von Standort und Leistung – jährliche Pachteinnahmen zwischen 300.000 Euro und über einer Million Euro generieren. Hinzu kommen jährliche EEG-Zuwendungen von bis zu 90.000 Euro.

Für viele Kommunen entstehen damit planbare, langfristige Einnahmeströme. Überschüsse fließen in Infrastruktur, Schulen oder weitere Investitionen – und reduzieren zugleich die Abhängigkeit von Schlüsselzuweisungen und volatilen Steuereinnahmen.

Interkommunale Solidarpakte als Verteilmodell

Besonders innovativ ist das in Rheinland-Pfalz praktizierte Solidarpakt-Modell. Nicht jede Gemeinde verfügt über geeignete Flächen für Wind- oder Solarparks. Über AöR-Strukturen werden Erträge jedoch anteilig verteilt – auch an Kommunen ohne eigene Anlagenstandorte.

Damit entsteht ein regionales Beteiligungsmodell, das Skaleneffekte nutzt, Akzeptanz erhöht und wirtschaftliche Teilhabe sichert. Beispiele wie die Verbandsgemeinden Aar-Einrich, Daun oder Montabaur zeigen, dass sich interkommunale Energiegesellschaften zunehmend als wirtschaftlich tragfähige Organisationsform etablieren.

Kommunen werden Energieunternehmer

Mit Blick auf das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 wächst der Investitionsdruck – und zugleich das Marktpotenzial. Kommunen entwickeln sich dabei vom Genehmigungsakteur zum Energieproduzenten mit eigener Ertragsstrategie.

Die AöR fungiert als Brücke zwischen öffentlicher Kontrolle und marktwirtschaftlichem Handeln. Sie ermöglicht professionelle Geschäftsführung, klare Haftungsstrukturen und langfristige Investitionsplanung – bei gleichzeitiger Sicherung der kommunalen Steuerungshoheit.

Die Energiewende wird damit nicht nur zu einem ökologischen Transformationsprojekt, sondern zu einem regionalen Wirtschaftsfaktor mit wachsender strategischer Bedeutung. Stefan Scholz wagt einen Blick in die Zukunft: „Wir gehen davon aus, dass in den nächsten Jahren viele weitere AöR gegründet werden, die konkrete Energiewendeprojekte in ihrem Verantwortungsbereich umsetzen und damit die Energiewende weiter vorantreiben.“

Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz unterstützt als kompetenter Dienstleister Kommunen und ihre Bürger in Rheinland-Pfalz bei der Umsetzung von Aktivitäten zur Energiewende und zum Klimaschutz. Sie wurde 2012 als Einrichtung des Landes gegründet und informiert unabhängig, produkt- sowie anbieterneutral.

Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Ansprechpartnerin:
Dagmar Schneider / Leiterin Kommunikation & Pressesprecherin
Tel.: 0631 - 34371-158, mobil 0151 - 65555013   
dagmar.schneider@energieagentur.rlp.de

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