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Bestimmungsservice für die Große Drüsenameise geht online - Ameisenart kann Schäden an Gebäuden und Infrastruktur anrichten

Bestimmungsservice für die Große Drüsenameise geht online - Ameisenart kann Schäden an Gebäuden und Infrastruktur anrichten
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Bestimmungsservice für die Große Drüsenameise geht online

Ameisenart kann Schäden an Gebäuden und Infrastruktur anrichten

Wiesbaden, 25.02.2026 – Im Gegensatz zu unseren heimischen Ameisenarten hält sie keine Winterruhe und ist auch noch bei niedrigen Temperaturen aktiv: Die Große Drüsenameise (Tapinoma magnum). Die aus dem Mittelmeerraum stammende Ameisenart breitet sich seit einigen Jahren in Deutschland aus und kommt mittlerweile auch in Hessen vor. Eingeschleppt wird sie durch den Pflanzenhandel – durch den Verkauf von Topfballen aus dem Mittelmeerraum, in deren Wurzelballen sie mittransportiert wird. Das Problem daran: Die Ameisenart bildet Superkolonien, die aus einer Vielzahl an unterirdisch verbundenen Nestern bestehen, Gehwege und Straßen unterhöhlen und Internet- und Stromkabel gefährden können. Wo sie auftritt, kann sie große Schäden verursachen. Für die erfolgreiche Bekämpfung eines Befalls, ist ein schnelles und professionelles Vorgehen entscheidend.

Aus diesem Grund startet das Land Hessen einen Bestimmungsservice für die Große Drüsenameise. Bei Verdacht auf ein Tapinoma magnum-Vorkommen können Bürgerinnen und Bürger ab sofort Fotos über das Meldeportal des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) hochladen und die Art sicher bestimmen lassen. Die Bestimmung erfolgt durch Expertinnen und Experten der Entomologie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt.

Vor dem Hochladen der Bilder sollten die Bürgerinnen und Bürger allerdings zunächst selbst überprüfen, ob das gefundene Vorkommen, die wesentlichen Merkmale der Großen Drüsenameise erfüllt. Die Anleitung für das Vorgehen und die Beschreibung der wesentlichen Merkmale sind auf der Homepage des HLNUG (hlnug.de/druesenameise) zu finden.

Die Große Drüsenameise kommt bevorzugt in Siedlungsgebieten vor, wo sie in der Nähe von Mauern und Hausfundamenten ihre Nester in einer Tiefe von bis zu einem Meter beispielsweise unter Pflaster- oder Gehwegplatten anlegt. Sie ist in der Lage, große Mengen an Erdmaterial auszutragen, was zu stark abgesenkten Pflasterflächen führen kann. Sie kann bis in die Dachetagen von Häusern vordringen, insbesondere, wenn sie in den Wintermonaten auf der Suche nach Nahrung und Wärme ist. Die Bekämpfung der Art ist besonders schwierig, da etablierte Superkolonien Flächen bis zu zwei Hektar besiedeln können und aus einer Vielzahl an Königinnen bestehen. Dadurch führt das Töten einzelner Königinnen nicht zur Auflösung der Kolonie – sie werden einfach durch neue Königinnen ersetzt.

Aufgrund dessen wird insbesondere bei großen, etablierten Superkolonien davon abgeraten, privat Insektizide einzusetzen, denn ein unsachgemäßer Einsatz der Wirkstoffe kann negative Folgen für die Gesundheit, das Grundwasser und andere Insektenarten haben. Bei einem Befall wird empfohlen, einen Schädlingsbekämpfer hinzuzuziehen sowie die Gemeinde zu informieren, um gegebenenfalls ein koordiniertes Vorgehen auf privaten und öffentlichen Grundstücken zu ermöglichen.

Um eine mögliche Verschleppung der Ameisenart vorzubeugen, sollten Gärtnereien, Gartencenter und auch Privatpersonen beim Kauf von mediterranen Großpflanzen den Topf und den Wurzelballen auf einen möglichen Ameisenbefall kontrollieren. Befallene Teile können luftdicht verpackt im Hausmüll entsorgt werden.

Hintergrund:

Das Bundesamt für Naturschutz bewertet die Große Drüsenameise als „potentiell invasive Art“ für Deutschland und führt diese auf der nationalen Beobachtungsliste. Bislang ist nicht abschließend untersucht, ob die invasive Ameisenart negative Auswirkungen auf unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten hat.

Eine Verpflichtung zur Bekämpfung der Großen Drüsenameise besteht in Deutschland nicht. Allerdings sind Maßnahmen gegen die Ameisenart unerlässlich, um Schäden an Gebäuden und Infrastruktur abzuwenden.

Weitere Informationen:

Informationen zur Großen Drüsenameise (Tapinoma magnum): hlnug.de/druesenameise

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie
Rheingaustraße 186
D-65203 Wiesbaden
0611 6939 307 
pressestelle@hlnug.hessen.de
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