Alle Meldungen
Abonnieren
Abonnieren Sie alle Meldungen von UBA - Umweltbundesamt

01.02.2018 – 05:00

UBA - Umweltbundesamt

"Luftqualität 2017" - Auswertung des Umweltbundesamts zeigt, ob wir aufatmen können oder nicht!

Ein Audio

  • 180201_OTP_Luftqualität.mp3
    MP3 - 2,3 MB - 02:27
    Download

Dessau-Roßlau (ots)

Anmoderationsvorschlag: Was bei uns alles durch die Luft schwirrt, ist kein Geheimnis. Dazu gehören zum Beispiel Schadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon. Deren Konzentrationen messen Bund und Länder mehrmals täglich an über 650 Stationen im ganzen Land. Diese Daten veröffentlicht das Umweltbundesamt kurz danach auf seiner Homepage und wertet sie darüber hinaus natürlich ausführlich aus. Wie gut oder wie schlecht die Luftqualität 2017 war, weiß Marion Wichmann-Fiebig, die Abteilungsleiterin "Luft" im Umweltbundesamt, hallo.

Begrüßung: "Einen schönen guten Tag!"

1. Frau Wichmann-Fiebig, wie sauber beziehungsweise wie schmutzig war die Luft 2017 bei uns in Deutschland?

O-Ton 1 (Marion Wichmann-Fiebig, 18 Sek.): "Wir haben erstmals gute Nachrichten, denn die Stickstoffdioxid-Belastung ist zurückgegangen. Nicht in dem Maße, wie es erforderlich ist, aber doch um einige Mikrogramm. Was noch immer als Problem daneben bleibt, ist der Feinstaub: auch hier etwas niedrigere Werte, aber deutlich höher als von der Weltgesundheitsorganisation empfohlen."

2. Was macht Ihnen denn besonders große Sorgen?

O-Ton 2 (Marion Wichmann-Fiebig, 22 Sek.): "Der Stickstoffdioxid-Grenzwert sollte eigentlich seit 2010 eingehalten sein. Durch diesen Schadstoff entstehen erhebliche Gesundheitsgefährdungen. Aber an mehr als 30 Prozent der Messstationen ist der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter immer noch deutlich überschritten - und wir müssen einfach mehr und schneller etwas tun, als dies in der Vergangenheit passiert ist."

3. Diese Grenzwertüberschreitungen: Wo sehen Sie da die Hauptursache?

O-Ton 3 (Marion Wichmann-Fiebig, 21 Sek.): "Es ist ja kein Zufall, dass die hohen NO2-Werte an stark befahrenen Straßen auftreten: Der Verursacher ist nach wie vor der Diesel-Verkehr. Auch die neueren Diesel-Fahrzeuge sind noch nicht sauber genug. Aber insbesondere die, die auf der Straße sehr hohe Emissionen haben, viel höher als auf dem Prüfstand, die tragen eben auch zu diesen Grenzwertüberschreitungen bei."

4. Über Feinstaub wird ja auch viel diskutiert: Wie sieht es denn damit konkret aus?

O-Ton 4 (Marion Wichmann-Fiebig, 19 Sek.): "Auf den ersten Blick ganz gut: Der Grenzwert wird tatsächlich nur noch an einer Station überschritten. Aber tatsächlich ist das gesundheitliche Risiko durch Feinstaub viermal so hoch wie das durch Stickstoffdioxid. Deswegen empfiehlt auch die Weltgesundheitsorganisation einen deutlich niedrigeren Wert als den geltenden Grenzwert - und wir sollten uns anstrengen, den auch zu erreichen."

5. Was müsste Ihrer Meinung nach getan werden, damit die durch den Diesel-Verkehr verursachten hohen Stickstoffdioxid-Werte in Zukunft zurückgehen?

O-Ton 5 (Marion Wichmann-Fiebig, 25 Sek.): "Nach den Software-Updates muss jetzt auch eine Nachrüstung mit Katalysatoren für die alten Fahrzeuge erfolgen. Wenn das nicht passiert, kommen wir um eine 'Blaue Plakette', die die schmutzigen Diesel aussperrt, sicherlich nicht herum. Aber auch die Kommunen können etwas tun, indem sie ihre Busflotte nachrüsten, indem sie den öffentlichen Nahverkehr stärken. Langfristig brauchen wir allerdings ein deutlich anderes Mobilitätskonzept mit viel weniger Fahrzeugen auf der Straße."

6. Und beim Feinstaub? Welche Maßnahmen schlagen Sie da vor?

O-Ton 6 (Marion Wichmann-Fiebig, 25 Sek.): "Auch hier müssen wir auf den Verkehr gucken. Mittlerweile sind aber gar nicht mehr die Abgase so relevant, sondern vor allen Dingen der Abrieb aus Bremsen und Reifen. Was vielleicht überraschend ist, ist, dass die Emissionen aus privaten Holzöfen mittlerweile aber genauso groß sind. Diese Öfen werden häufig in bester Absicht gekauft, aber die Feinstäube, die da freigesetzt werden, sind der Gesundheit genauso abträglich wie die aus dem Verkehr."

Marion Wichmann-Fiebig, Abteilungsleiterin "Luft" im Umweltbundesamt, über die Luftqualität und was dringend getan werden muss, um die weiter zu verbessern. Danke Ihnen für das Gespräch!

Verabschiedung: "Gerne geschehen - und einen schönen Tag noch!"

Abmoderationsvorschlag: Mehr Infos zum Thema "Luftqualität" - und die gerade frisch veröffentlichte Auswertung für 2017 zum Download - finden Sie im Internet unter Umweltbundesamt.de.

Pressekontakt:

Felix Poetschke
Tel.: 0340/21032675
Mail: felix.poetschke@uba.de

Original-Content von: UBA - Umweltbundesamt, übermittelt durch news aktuell