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22.08.2019 – 16:21

SRH Fernhochschule - The Mobile University

Studie: Negative Nachrichten im Fernsehn

Studie: Negative Nachrichten im Fernsehn
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Studie: Negative News dominieren die Nachrichtensendungen des Fernsehens

Unglücke, Katastrophen, Politik und Sport - die Nachrichten informieren täglich über die relevantesten Themen und Ereignisse in der Welt. Ob in den deutschen Prime-Time Fernsehnachrichten jedoch eine überwiegend positive, negative oder neutrale Berichterstattung vorliegt, haben Prof. Dr. Alfred-Joachim Hermanni, Studiengangsleiter Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule - The Mobile University, und seine Masterabsolventin Tatjana Schiller untersucht.

Sehen Sie sich auch jeden Abend im Fernsehen die Nachrichten an? Tatjana Schiller, Absolventin der SRH Fernhochschule hat dies gemacht und in ihrer Masterarbeit den Negativismus in den Fernsehnachrichten untersucht:

Dazu wurden eine Woche lang in einer quantitativen Medieninhaltsanalyse die Sendungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten "Tagesschau" und "heute" sowie die privaten Sendungen "RTL Aktuell" und "Sat. 1 Nachrichten" analysiert. Ausgewertet wurden dabei die Beiträge auf ihre neutrale, negative oder positive Valenz sowie die Themenkategorien.

"In der analysierten Woche waren 146 Beiträge geprägt von Negativismus,123 waren neutral gehalten und neun waren positiv. Vor allem bei Gesellschafts- und außenpolitischen Themen war eine erhöhte negative Ausrichtung erkennbar. Die Innenpolitik hingegen war größtenteils neutral gehalten. Somit lag in den analysierten Nachrichten eine überwiegende negative Valenz, also Wertigkeit, in der Berichterstattung vor", erklärt Tatjana Schiller die Forschungsergebnisse. Für Prof. Hermanni lässt sich begründen, warum die Innenpolitik größtenteils neutral gehalten wird: "Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist zur Ausgewogenheit verpflichtet und diesem Auftrag kommt er insbesondere bei innenpolitischen Themen nach. Kein Wunder, denn Parteienvertreter sitzen in den Aufsichtsgremien und kontrollieren die Berichterstattung im eigenen Interesse."

Im Vergleich der öffentlich-rechtlichen mit den privaten Nachrichtensendungen war erkennbar, dass die "Tagesschau" ein Gleichgewicht zwischen negativen und neutralen Beiträgen aufwies. Bei der öffentlich-rechtlichen Sendung "heute" überwog minimal die negative Valenz. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch bei den "Sat. 1 Nachrichten". Die Sendung "RTL Aktuell" hingegen wies eine deutlich höhere negative Berichterstattung auf. Dort waren es insgesamt 50 negative sowie 36 neutrale und nur sechs positive Berichte. "Ein Grund für diese negative Dominanz ist, dass die Gesellschaftsthemen die meiste Sendezeit erhielten. Wie die Analyse gezeigt hat, weist dieses Genre bei allen Sendungen eine eindeutig negative Ausprägung auf", so die Absolventin Tatjana Schiller. Zu den Gesellschaftsthemen zählen Berichte über Unglücke wie Diebstähle, Straftaten, Todesfälle und Umweltprobleme.

"Somit hat die Studie gezeigt, dass die Berichterstattung in den Fernsehnachrichten zur Prime-Time deutlich negativ geprägt ist. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Zuschauer auf die eigenen Denkweisen und Lebensansichten sowie auf die Weltgeschehnisse. In diesem Kontext stellt sich die Frage, warum die Fernsehnachrichten nicht positive Ereignisse in stärkerem Maße abbilden, die täglich weltweit eintreten?", so das Fazit des Medienexperten Prof. Hermanni.

Für Interviews stehen Ihnen unsere Medienexperten gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Amelie Möller

Ansprechpartnerin:                                               

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