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10 typische Fehler bei der privaten Altersvorsorge

Frankfurt (ots) - Von Rogier Minderhout, CEO und Gründer von www.mypension.de

Fehler Nr. 1: Sparbuch statt Sparplan

Laut Schätzungen haben die Deutschen rund 4.000 Milliarden Euro auf Spar- oder Tagesgeldkonten zu Minizinsen angelegt - oder in letzter Zeit sogar mit Negativzinsen. Niedrige Zinsen plus Inflationsrate und Steuern enteignen die Sparer schleichend. 20 Jahre zweiprozentige Inflation bedeuten: In zwanzig Jahren kann für das gleiche Geld 33% weniger gekauft werden. Es wird Zeit, das zu ändern: Lieber einen langfristigen Sparplan mit niedrigen Kosten und hoher Rendite als ein schrumpfendes Sparbuch.

Fehler Nr. 2: Zu spät mit dem Sparen anfangen

Wenn ein 47-Jähriger 20 Jahre lang monatlich 100 Euro für sein Alter spart, kann er mit 67 Jahren eine monatliche Rente von 130 Euro erwarten. Wenn ein 27-Jähriger die gleichen 100 Euro über 40 Jahre anlegt, kommt er bei Renteneintritt auf 454 Euro, also mehr als 3-mal so viel! Doppelte Anspardauer bringt dreifaches Ergebnis!

Fehler Nr.3: Kleinbeträge lohnen sich nicht

Ein typischer Irrtum von Geringverdienern und Berufsanfängern: Ich verdiene so wenig Geld, dass mir zum Sparen nichts übrig bleibt. Wer im Monat auf vier Schachteln Zigaretten verzichtet und 20 Euro pro Monat spart, kann sich nach 30 Jahren auf ein schönes Zusatzgeld in Höhe von 58 Euro freuen. Das Guthaben liegt dann bei 19.585 Euro.

Fehler Nr. 4: Angst vor Aktien

Wenn ein 37-jähriger 100 Euro in eine klassische Rentenversicherung anlegt, ergibt sich nach 30 Jahren eine monatliche Rente von 163 Euro. Wenn er den gleichen Betrag in ein Aktienportfolio investiert, ergibt sich voraussichtlich eine Monatsrente von 294 Euro.

Fehler Nr. 5: Angst vor Kursschwankungen

Langfristig bieten Aktien eine höhere Rendite. Gleichwohl kann eine Anlage in Aktien stärker schwanken. Das Risiko kurzfristig fallender Kurse verringert sich, wenn die Anlage breit gestreut ist und langfristig gehalten wird. Zusätzlich kann man gegen Renteneintritt in stabilere aber weniger rentable Anlageformen umschichten. So wird vermieden, dass ein sinkender Aktienmarkt kurz vor Renteneintritt unmittelbar auf das Guthaben einwirkt. Im Übrigen gibt es auch bei Anleihen Kursschwankungen.

Fehler Nr. 6: Mangelndes Kostenbewusstsein

Ein Sparplan ist letztlich ein Produkt wie jedes andere: Der Preis muss stimmen. Beim Benzinpreis achten Bundesbürger auf jeden Cent, bei der Altersvorsorge werden unnötig hohe Kosten in Kauf genommen, weil vielen das Thema zu kompliziert ist. Die Gesamtkosten für eine Rentenversicherung sind typischerweise 2,0 % oder sogar mehr pro Jahr. Langfristig fressen so hohe Kosten die schmalen Renditen auf. Auf Dauer ist der Unterschied beträchtlich. Die Anlage von 100 Euro mit einer Brutto-Rendite von 6 % und Kosten von 2 % pro Jahr ergibt nach 30 Jahren eine Rente von 203 Euro. Mit den niedrigen Kosten beispielsweise von www.myPension.de ergibt sich eine Rente von 254 Euro, also 51 Euro mehr!

Fehler Nr. 7: Starre Verträge abschließen

An sich ist es vorteilhaft, regelmäßig zu sparen. Nur soll man vermeiden, dass man sich auf einen festen Beitrag pro Monat festlegt. Über die Lebenszeit wird das Einkommen schwanken, zum Beispiel durch Jobwechsel, Kauf eines Hauses etc. Bei vielen Rentenverträgen muss dann eine kostenpflichtige "Beitragspause" eingelegt werden. Nach zwei Jahren Beitragspause wird der Vertrag dann aufgelöst, inkl. teurer Stornogebühren. Besser ist es, einen Vertrag zu wählen, bei dem Beitragsänderungen und Entnahmen immer möglich sind - ohne Extra-Gebühren.

Fehler Nr. 8: Hohe Abschlussprovisionen akzeptieren

Die typische Abschlussprovision für eine Rentenversicherung mit festen Monatsbeträgen ist 4 % der Beitragssumme über die gesamte Laufzeit. Bei einem Monatsbeitrag von 200 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren ergibt sich also eine Provision von 2.880 Euro. Diese wird über die ersten fünf Jahre aus dem Vertrag genommen. Entsprechend fließt von jedem 200 Euro Monatsbeitrag nur 152 Euro in die Anlage und 48 Euro an den Versicherungsvertreter. Erst nach fünf Jahren landen die vollen 200 Euro in der Anlage. Übrigens werden viele Rentenversicherungen schon lange vor Verrentung gekündigt - nicht zuletzt weil Kunden den festen Monatsbeitrag nicht mehr aufbringen können. Wenn der Kunde danach einen neuen Vertag abschließt, ist die Abschlussprovision erneut fällig.

Fehler Nr. 9: Steuervorteile links liegen lassen

Der Staat fördert die private Rentenversicherung mit erheblichen Steuervorteilen. Dies ist geschenktes Geld, was man mitnehmen sollte. Konkret werden Kapitalerträge in der Ansparphase nicht versteuert. Man spart also die normalerweise auf Kapitalerträge fällige Abgeltungsteuer von 25 % (plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer). Erst ab Renteneintritt werden die Erträge versteuert, und dann zu einem niedrigeren Tarif aufgrund des niedrigeren Renteneinkommens. Klingt langweilig, aber es geht um viel Geld. Der "Steuermantel" führt im Schnitt zu einem 15-20 % höheren Guthaben am Ende. Das kann man im Alter gut nutzen.

Fehler Nr. 10: Verträge nicht verstehen

Viel zu oft schließen Bundesbürger eine Altersvorsorge ab, die sie nicht verstehen. Einzelheiten zu Anlage, Kosten und Stand des Guthabens bleiben ihnen unbekannt, weil sie die oft intransparenten Verträge nicht lesen oder nicht verstehen. Stattdessen vertrauen sie auf die persönliche Beziehung zum Berater oder auf den bekannten Namen des Anbieters. Diese Einstellung ist verständlich, aber teuer. Viele Verträge liefern nur eine Minirendite und hinken der Inflation hinterher. Fragen werden unklar beantwortet und Änderungen führen zu neuen Gebühren.

Mehr Informationen unter: www.mypension.de

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