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Krisen früher erkennen:Künstliche Intelligenz für die Lagebildentwicklung im deutschen Gesundheitssystem [18.08.2026] Welche Krankenhäuser könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie viele Intensivbetten sind verfügbar, wie viele Medikamente? A
Krisen früher erkennen Künstliche Intelligenz für die Lagebildentwicklung im deutschen Gesundheitssystem
Welche Krankenhäuser könnten bei einer Naturkatastrophe ausfallen? Wie viele Intensivbetten sind verfügbar, wie viele Medikamente? Antworten auf solche Fragen sollen in Zukunft schneller gefunden und aktualisiert werden. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen entwickeln dafür als Teil des Verbundprojekts AtheneKI mit Partner:innen in Hamburg und München die datenwissenschaftlichen Grundlagen und Methoden. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das 3-jährige Forschungsvorhaben mit circa 7,4 Millionen Euro. Davon fließen rund 2,4 Millionen Euro an die Essener Wissenschaftler:innen des Instituts für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM).
Die COVID-19-Pandemie hat gezeigt, wie schwierig es ist, Gesundheitslagen ohne digitale Infrastruktur zu überblicken. Dort setzen die Macher:innen der AtheneKI an. Sie kann sehr viele Informationen sammeln, Krisenszenarien simulieren und so helfen, Probleme früher zu erkennen und bessere Entscheidungen zu treffen. „Daten im Gesundheitssystem sind in Deutschland eher mit Angst besetzt, das Fehlen von Daten zur Lage ist aber eine Bedrohung in sich“, sagt Prof. Dr. Folker Meyer. Er arbeitet am IKIM und hat an der Universität Duisburg-Essen den Lehrstuhl für Medizininformatik mit dem Schwerpunkt „Medical Data Science“ inne. „Es geht uns zudem nicht um Daten von Personen, sondern um Daten aller Krankenhäuser, Apotheken und um Abwasser- sowie Wetterdaten.“
Das Herzstück entsteht in Essen
Am IKIM entwickeln die Forschenden die datenwissenschaftlichen Kernverfahren des Projekts. Sie bündeln Informationen, vereinheitlichen die Daten und entwickeln KI-gestützte Verfahren, die Trends sowie ungewöhnliche Veränderungen erkennen und früh melden.
„Deutschland hat keine Infrastruktur für digitale, zeitnahe Informationen über die Gesundheitslage und den Zustand des Gesundheitssystems im Land. AtheneKI baut diese“, sagt Prof. Dr. Folker Meyer. „Im IKIM erstellen wir die Datengrundlage, ohne dass aufwändige Berichtspflichten notwendig werden.“ Die gewonnenen Erkenntnisse können fachliche sowie politische Entscheidungsträger:innen sowie Vertreter:innen von Krankenhäusern und Gesundheitsämtern unterstützen. Der Verbund wird von der Sanitätsakademie der Bundeswehr (Details) koordiniert. Eine Übersicht der beteiligten Partner:innen ist auf der Projektwebsite verfügbar.
Pressekontakt Dr. Milena Hänisch Wissenschaftsredakteurin Referat für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen E-Mail: milena.haenisch@uk-essen.de Telefon: 0201/723-1615 Internetseite: www.uni-due.de/med Social Media: Instagram | Facebook | LinkedIn
Über die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen Die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) ist auf dem Campus des Universitätsklinikums Essen angesiedelt. Wissenschaftler:innen verschiedener Disziplinen arbeiten hier gemeinsam am medizinischen Fortschritt und geben ihr Wissen an den Nachwuchs weiter. Das Ziel: Forschung auf internationalem Spitzenniveau und eine exzellente Ausbildung zukünftiger Wissenschaftler:innen, Ärzt:innen und Pflegefachpersonen.
Zu den Forschungsschwerpunkten zählen Herz- und Kreislauferkrankungen, Immunologie und Infektiologie, Onkologie, Translationale Neuro- und Verhaltenswissenschaften sowie Transplantation. Eine Reihe in Essen entwickelter diagnostischer und therapeutischer Verfahren ist weltweiter Standard. Die Core Facilities der Medizinischen Fakultät unterstützen die Forschungsarbeiten der rund 1.500 Wissenschaftler:innen im klinischen und grundlagenwissenschaftlichen Bereich.
Das Studium umfasst naturwissenschaftliche und medizinische Grundlagen, klinische Fächer sowie Psychologie und Soziologie. Es verknüpft die Theorie und Anwendung am individuellen Krankheitsfall. Die Medizinische Fakultät der UDE entwickelt die Lehre durch regelmäßige Evaluationen sowie ein strukturiertes Qualitätsmanagement kontinuierlich weiter.
Über die Essener Universitätsmedizin Die Essener Universitätsmedizin (UME) umfasst das Universitätsklinikum Essen sowie 15 Tochterunternehmen, darunter die Ruhrlandklinik, das St. Josef Krankenhaus Werden, die Herzchirurgie Huttrop und das Westdeutsche Protonentherapiezentrum Essen. Die UME ist mit etwa 1.700 Betten und rund 11.000 Mitarbeitenden das führende Gesundheitskompetenzzentrum des Ruhrgebiets und deckt die ganze Bandbreite einer umfassenden medizinischen Versorgung ab: von der Geburtshilfe über die Kinderheilkunde bis zum Behandlungsspektrum der inneren Medizin sowie der Unfall- und Notfallversorgung. Wesentliche Grundlage für die klinische Leistungsfähigkeit ist die Forschung an der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen.
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