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06.08.2020 – 11:02

SOS-Kinderdorf e.V.

Zum Weltjugendtag: Straßenjugendliche brauchen Perspektiven!

Zum Weltjugendtag: Straßenjugendliche brauchen Perspektiven!
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Rund 37000 junge Menschen, davon allein 7000 unter 18 Jahren, leben in Deutschland auf der Straße. Jugendhilfe und Politik müssen die prekäre Situation von Straßenjugendlichen in Deutschland stärker in den Blick nehmen. Sie brauchen die Perspektive auf ein abgesichertes und selbstbestimmtes Leben - das fordert SOS-Kinderdorf e.V. zum Internationalen Tag der Jugend am 12. August.

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Weltjugendtag am 12. August weist SOS-Kinderdorf auf die dramatische Lage der Straßenjugendlichen in Deutschland hin.

Unsere Pressemitteilung finden Sie anbei.

Gern vermitteln wir dazu auch Gespräche mit Expert*innen aus Sozialforschung und / oder Praxis.

Bitte beachten Sie: Das Bildmaterial darf ausschließlich im Zusammenhang mit der Arbeit des SOS-Kinderdorf e.V. und mit gut ersichtlichen Copyright-Angaben genutzt werden: © SOS-Kinderdorf e.V.

Beste Grüße

Magdalena Tanner

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SOS-Kinderdorf e.V. zum Weltjugendtag:

Wohnungslose Jugendliche besser begleiten

Nirgendwo zu Hause Straßenjugendliche brauchen Perspektiven und Orientierung

München, 06. August 2020 – Rund 37000 junge Menschen* leben in Deutschland auf der Straße. Sie erleben die prägenden Jugendjahre ohne festen Wohnsitz, ohne verlässliche Bezugspersonen und ohne in Schule oder Ausbildung eingebunden zu sein. Darauf weist SOS-Kinderdorf e.V. anlässlich des Internationalen Tags der Jugend am 12. August hin. „Jugendhilfe und Politik müssen die prekäre Situation von Straßenjugendlichen in Deutschland stärker in den Blick nehmen. Diese jungen Menschen brauchen die Perspektive auf ein abgesichertes und selbstbestimmtes Leben“, sagt Dr. Kristin Teuber, Leiterin des Sozialpädagogischen Instituts der Kinderhilfsorganisation.

Der Internationale Tag der Jugend wurde 1985 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen und erinnert an die Bedeutung der Jugend als wichtige Lebensphase. Schätzungen des Deutschen Jugendinstituts zufolge erleben allerdings rund 37000 junge Menschen bis zum Alter von 27 Jahren, davon ca. 7000 sogar unter 18 Jahren, diese so prägende Zeit ohne gesicherte Wohnsituation. „Die Jugend ist für das weitere Leben eine essentielle Phase. In diesen jungen Jahren komplett auf sich gestellt zu sein, ohne soziale Einbindung und Unterstützung von daheim oder durch die Jugendhilfe, kann eine Hypothek für das ganze Leben sein“, warnt Teuber davor, die jungen Menschen in diesen prekären Umständen allein zu lassen.

Wohnungslosigkeit bei Jugendlichen stärker in den Blick nehmen!

„Es braucht eine intensive Begleitung für betroffene junge Menschen durch speziell ausgebildete Sozialarbeiter*innen, um einfühlsam und gemeinsam mit ihnen Perspektiven abseits der Straße zu entwickeln“, appelliert Teuber an die Verantwortung der Jugendhilfe. Dem Thema Wohnungslosigkeit bei jungen Menschen werde fachlich und öffentlich noch zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Zuständigkeiten innerhalb des sozialen Sektors seien ungeklärt, niedrigschwellige Angebote wie Streetwork oder speziell auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnittene Jugendtreffs seien oftmals unzureichend ausgebaut und unterfinanziert, so die Expertin.

Jugendliche in ausweglosen Situationen fliehen auf die Straße

Viele der betroffenen jungen Menschen haben Erfahrungen von Armut, häuslicher Gewalt, Verwahrlosung und Beziehungsabbrüchen gemacht. Manche haben verschiedene Stationen in der stationären Jugendhilfe, zum Beispiel in Pflegefamilien oder Heimen, hinter sich oder sind als so genannte Care Leaver mit der Volljährigkeit aus dem Jugendhilfesystem herausgefallen. All das bringt Jugendliche dazu, sich von dem, was man gemeinhin unter „normalen Lebensumständen“ versteht, abzuwenden. Das Leben auf der Straße – oder in vielen Fällen auch, das Leben „mal hier, mal dort“, bei Freunden, beim Couchsurfing, bei Bekanntschaften – ist ein Leben im Verborgenen und schließt die Betroffenen zunehmend aus der Gesellschaft aus. Der Weg zurück ist oft nicht gewollt oder sehr schwer.

SOS-Kinderdorf ist für wohnungslose junge Menschen da

Der SOS-Kinderdorfverein kümmert sich seit vielen Jahren mit niedrigschwelligen Angeboten um diese vernachlässigte Gruppe Heranwachsender. Die Freiburger Straßenschule der Kinderhilfsorganisation unterstützt und fördert seit 1997 junge Menschen ohne festen Wohnsitz und in akuter Wohnungsnot. Mit Streetwork und festen wie mobilen Anlaufstellen für die Betroffenen sowie individuellen Beratungshilfen begleitet sie jährlich rund 500 Straßenjugendliche. Das SOS-Kinderdorf Saarbrücken unterstützt wohnungslose Jugendliche mit Streetwork und bietet in einem offenen Jugendtreff Beratung und Orientierung. Wenn die Jugendlichen wieder Vertrauen in sich selbst und das Umfeld gefasst haben, können sie an speziell auf sie zugeschnittenen Angeboten der Ausbildungsvorbereitung/-hinführung teilnehmen.

Weitere Infos zu den Projekten vor Ort:

www.sos-kinderdorf.de/freiburger-strassenschule

https://www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-saarbruecken/angebote/familie-bildung-und-beratung/jugenddienste

https://www.sos-kinderdorf.de/kinderdorf-saarbruecken/angebote/ausbildung-und-qualifizierung/hilfe-fuer-wohnungslose-jugendliche

* Alle Zahlen stammen aus dem Bericht des Deutschen Jugendinstituts, München, 2017

SOS-Kinderdorf e.V.
Magdalena Tanner
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Renatastraße 77
80639 München
Telefon +49 89 12606 269
Mobil +49 170 375 8107 

magdalena.tanner@sos-kinderdorf.de