Studie: Rund jede*r fünfte Deutsche kann sich eine romantische Beziehung mit der KI vorstellen
Mehr als jede*r Zweite von ihnen als Ersatz für eine bestehende Partnerschaft
Ludwigshafen (ots)
Künstliche Intelligenz (KI) hält Einzug in menschliche Beziehungen. Besonders aufgeschlossen zeigt sich die Generation Z. Insgesamt glaubt fast jede*r dritte Befragte, dass romantische Kontakte mit einem KI-Chatbot künftig gesellschaftlich ähnlich akzeptiert sein werden wie Beziehungen zwischen Menschen. Das zeigt die repräsentative Studie "KI-Nutzung im privaten Alltag 2026" der Pronova BKK mit 3.485 befragten Frauen und Männer ab 18 Jahren, die mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt leben.
Liebe, Nähe, Sexualität - bislang zutiefst menschliche Bereiche. Doch mit der Nutzung von KI im privaten Alltag wird für viele denkbar, was bislang nach Science-Fiction klang: 22 Prozent der Deutschen können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. 44 Prozent von ihnen als Ergänzung zu einer bestehenden Partnerschaft und 56 Prozent sogar als Ersatz. Bei den jüngeren Befragten ist die Zustimmung für den emotionalen Austausch mit einem Bot noch größer: 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen, die in einer Partnerschaft leben, können sich eine erotische und romantische Beziehung mit einem KI-Chatbot vorstellen. Von ihnen sehen 65 Prozent diese sogar als Ersatz für eine menschliche Partnerschaft.
"Das Ergebnis zeigt, wie stark sich Bedürfnisse verändert haben. KI bietet vermeintlich genau das, wonach sich viele Menschen sehnen: emotionale Sicherheit", erklärt Patrizia Thamm, Referentin für Gesundheitsförderung bei der Pronova BKK sowie Trainerin für Resilienz und Achtsamkeit. "Nur kann KI keine menschliche Partnerschaft ersetzen. Diese lebt von gemeinsamem Wachstum, körperlicher Nähe, Spannungen und echter Wechselseitigkeit mit emotionaler Tiefe und Resonanz. All das kann KI nur sehr eingeschränkt oder gar nicht leisten."
Trotz dieser Einschränkungen halten viele Menschen KI auch in zwischenmenschlichen Beziehungen für zukunftsfähig: 36 Prozent der Männer und 26 Prozent der Frauen gehen davon aus, dass KI menschliche Partnerschaften künftig zumindest teilweise ersetzen wird. Unter allen Befragten glauben 28 Prozent zudem, dass virtuelle Partner*innen eines Tages ähnlich anerkannt sein werden wie menschliche Partner*innen.
Jede*r achte unter 30-Jährige macht Dirty Talk mit der KI
Zu einer Partnerschaft gehört neben der Romantik für viele auch die Erotik. Einige der Befragten beziehen daher Chatbots auch in ihr Sexleben ein: 29 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen können sich vorstellen, sexuell anregende Nachrichten (Dirty Talk) mit der KI auszutauschen. Sieben Prozent aller Befragten und 13 Prozent der unter 30-Jährigen haben es bereits getan. "KI kann wie ein geschützter Raum erscheinen. Manchmal geht es in den Chats um Wünsche oder Vorlieben, die in echten Beziehungen nicht ausgelebt werden können oder schwer anzusprechen sind. KI kann zwar intime Kommunikation simulieren, aber echte Intimität nicht ersetzen", betont die Referentin für Gesundheitsförderung Patrizia Thamm von der Pronova BKK. Entscheidend sei, dass KI nicht die echte Kommunikation verdränge und nicht wie ein dritter Partner wirke. "Die eigentliche Beziehungsgestaltung bleibt im Kern eine zwischenmenschliche Aufgabe", sagt Thamm.
KI wird zum Beziehungscoach
Neben Erotik und Romantik wird KI vor allem auch für Beziehungstipps genutzt. 39 Prozent der Deutschen haben Chatbots bereits Fragen rund um Partnerschaft gestellt - etwa um Streit zu vermeiden, um das Sexleben in der Partnerschaft zu verbessern oder um Tipps für romantische Dates zu bekommen. Besonders Jüngere greifen häufiger auf KI zurück: Bereits 31 Prozent der unter 30-Jährigen haben sich schon Anregungen für romantische Verabredungen geholt, unter allen Befragten sind es 16 Prozent. Die Erfahrungen mit dem KI-Beziehungscoach fallen überwiegend positiv aus: 88 Prozent derjenigen, die bereits partnerschaftlichen Rat bei ChatGPT und Co. gesucht haben, bewerten diesen als gut.
Zudem zeigt die Studie, dass der KI-Chatbot auch als vertraulicher Gesprächspartner genutzt wird. 44 Prozent der Männer, aber nur 33 Prozent der Frauen sind der Meinung, mit einem Bot offener über Beziehungsprobleme sprechen zu können als mit ihre*r Partner*in. Doch der digitale Austausch über intime Beziehungsdetails kann auch zur Beziehungsfalle werden: 37 Prozent der Männer und 32 Prozent der Frauen sehen es als Trennungsgrund, wenn die Partnerin oder der Partner persönliche Probleme mit der KI teilt. "Auf den ersten Blick wirkt das widersprüchlich, ist es aber eigentlich nicht. Der Chatbot nimmt keine Bewertung vor, das erleichtert die Offenheit. In einer Partnerschaft gelten jedoch andere Regeln. Dort geht es um Vertrauen, Exklusivität und das Gefühl, dass bestimmte Themen in die gemeinsame Kommunikation gehören. Wenn Probleme stattdessen mit einer KI besprochen werden, kann das als emotionale Untreue erlebt werden", ordnet die Pronova-BKK-Expertin Patrizia Thamm ein.
Mehr Informationen zur Studie "KI im Alltag" finden Sie hier: Pronovabkk.de/kiimalltag
Über die Studie
Für die repräsentative Studie "KI im Alltag 2026" der Pronova BKK wurden 3.485 Frauen und Männer ab 18 Jahren im März 2026 online befragt. Darunter befinden sich 2.005 Personen mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren im Haushalt. Die Befragung gibt einen Einblick, inwieweit die KI schon Einzug in den privaten Alltag der Bevölkerung genommen hat. Besondere Schwerpunkte setzt die Umfrage auf die private Nutzung von KI für partnerschaftliche, erzieherische und gesundheitliche Belange.
Über die Pronova BKK
Mit der Pronova BKK fühlt sich Krankenkasse leicht an. Ob analog oder digital - über 600.000 Versicherte und rund 86.000 Firmenkund*innen können auf den ausgezeichneten Service und das Engagement der 1.500 Mitarbeitenden zählen. Seit über 200 Jahren gestaltet sie als Betriebskrankenkasse das Gesundheitssystem von morgen mit. Neben einfachen, schnellen und klaren Prozessen liegt der Fokus der Pronova BKK auf nachhaltigem Management.
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