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01.04.2020 – 13:28

Universität Hohenheim

Sommersemester + Uni-Finanzierung: Uni bereitet Lehrbetrieb vor
begrüßt Hochschulfinanzierungsvertrag

PRESSEMITTEILUNG DER UNIVERSITÄT HOHENHEIM

Analog oder digital:

Uni Hohenheim bereitet Lehrbetrieb für Sommersemester vor

Sondersitzung des Senats diskutiert Strategien für verschiedene Lehr-Szenarien / Hochschulfinanzierungsvertrag gibt Perspektive für Arbeitsfähigkeit auch nach der Krise

Seit dem 1. Tag der Schließung ihres Präsenzbetriebes bereitet die Universität Hohenheim die Wiederaufnahme der Lehre im Sommersemester vor. Diese könne sowohl im ggf. eingeschränkten Präsenzbetrieb als auch durch digitale Studienformen umgesetzt werden, bekräftigte der Senat auf seiner gestrigen Sitzung am Mittwoch, 31. März 2020. Außerdem appellierte das Gremium an das Land, baldmöglichst einheitliche Regelungen für verschiedene bestehende rechtliche Unsicherheiten zu schaffen und die Universitäten in ihren besonderen Belastungen durch Digitalisierung und andere Corona-Folgen zu unterstützen. Gleichzeitig würdigte der Senat den heutigen Abschluss der Hochschulfinanzierungsvereinbarung: Das Land gäbe seinen Hochschulen damit die Perspektive, ihre Arbeitsfähigkeit nach Überwindung der Corona-Krise zu erhalten.

Hohenheimer Studierende, Lehrende, Didaktiker, IT-Spezialisten, Management – sie alle leisten, unter so noch nie dagewesenen Bedingungen, Großartiges, um schon im kommenden Sommersemester bestmögliche Studienbedingungen zu schaffen, betonte der Vorsitzende des Senates, Prof. Dr. Stephan Dabbert.

Das gelte auch für das Szenario, dass die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung keinen oder nur einen eingeschränkten Präsenzbetrieb erlaubten. Für diesen Fall bereitet sich die Universität darauf vor die Studieninhalte auf digitale Angebote umzustellen. Herzstück der Strategie ist ein Serviceportal, das Dozentinnen und Dozenten bei der Umstellung unterstützt. Dazu gehören Hilfen zu Technik und Didaktik, eine Telefonberatung oder logistischer Unterstützung, um Lehrveranstaltungen aufzunehmen.

Um ausreichend Serverkapazität für bis zu 10.000 Studierende im Heimstudium zu bieten, sollen Lehrveranstaltungen asynchron, d.h. ohne Livestreaming übertragen werden. Damit auch bei eingeschränktem Laborbetrieb Abschlussarbeiten angefertigt werden können, sollen verstärkt Themen vergeben werden, die z.B. bereits erhobene Daten auswerten.

„Trotz aller Kreativität und Flexibilität bleibt natürlich ein gutes Maß an Unsicherheit, weil wir von Rahmenbedingungen abhängen, die wir nicht vorhersehen und nicht beeinflussen können“, betonte der Rektor. „Umso mehr danke ich der Taskforce und ihrer Vorsitzenden, Prorektorin Prof. Dr. Korinna Huber, für ihre herausragende Arbeit!“

Appell an das Land um Unterstützung

Für die Universität Hohenheim sei dies ein Kraftakt, mit vielfältigen Anforderungen, auch finanziellen: Um schnell und im Sinne von Lehre und Forschung zu reagieren, habe die Universitätsleitung sehr kurzfristig erhebliche Mittel für IT-Infrastruktur, Schutzmaßnahmen oder Personalausfälle bereitgestellt.

Als wichtige Themen sah der Senat auch bestehende Unsicherheiten über Abitur- und Semestertermine sowie rechtlichen Fragen. Die Universität Hohenheim beteilige sich deshalb an der gemeinschaftlichen Taskforce Studienbetrieb aller Landesuniversitäten und hoffe, dass das Land bei offenen Fragen zu Zulassungsvoraussetzungen, Semesterterminen oder der Unterstützung für internationale Studierende rasch Klarheit schaffen werden.

Hochschulfinanzierungsvereinbarung bringt Verlässlichkeit in unsicheren Zeiten

Angesichts der Ausnahmesituation, in der sich das Land derzeit befinde, wertete es der Rektor als besonderes Zeichen der Zuversicht, dass die Landesregierung angekündigt hatte, die Hochschulfinanzierungsvereinbarung für die Jahre 2021 bis 2025 unbeirrt von der Corona-Krise am Folgetag zu unterzeichnen.

Im vergangenen Sommer hatte unter anderem der Senat der Universität Hohenheim das Land aufgefordert, die Grundfinanzierung nachhaltig zu verbessern. Zu den Forderungen gehörten unter anderem ein künftiger Inflationsausgleich von jährlich 3 % und zusätzlich einen Sprung in der Grundfinanzierung von 1.000 Euro pro Studierendem.

Die Hochschulfinanzierungsvereinbarung solle die Grundfinanzierung der Universitäten sicherstellen. Der jährliche 3 % Aufwuchs sei erreicht worden – ein besonders wichtiges Element, erläuterte Prof. Dr. Dabbert: „Die Vereinbarung, die die Hochschulen und die Landesregierung nun gegenzeichnen, ist ein sehr komplexes Regelwerk. Der Wirkung der begrüßenswerten zusätzlichen Mittel auf Landesebene wird durch Entwicklungen auf Bundes- und EU-Ebene entgegengewirkt. Der Wegfall der Bundesmittel aus dem Qualitätspakt Lehre, die geplante Umsatzsteuerreform, E-Rechnungen und ein immer aufwendigeres Vergaberecht sind beispielsweise Themen, die den Haushalt der Universität Hohenheim absehbar mit erheblichen Millionenbeträgen belasten werden.“

Was die Universitätsleitung vor allem begrüße, sei die verlässliche Basis, die die Vereinbarung biete. „Wir erhalten damit unsere Arbeitsfähigkeit und können uns jetzt darauf konzentrieren, den durch Corona eingeschränkten Betrieb der Universität in Studium und Lehre in den nächsten Monaten möglichst umfassend und teilweise auf neue Art wiederherzustellen“, erklärte der Rektor.

Sein Dank gelte neben dem Land auch den vielen Universitätsangehörigen und vor allem den Studierenden, die sich wiederholt und nachdrücklich mit Demonstrationen und anderen Aktionen dafür eingesetzt hatten, dass es auch in Zukunft an den Universitäten gute Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre geben werde. Der Beitrag der Universitäten zur Innovations- und Zukunftsfähigkeit des Standorts Baden-Württemberg müsse bei der Hochschulfinanzierung auch in den kommenden Jahren eine angemessene Berücksichtigung finden.

Text: Klebs

Weitere Informationen

Infoseite Corona

Landesrektorenkonferenz zur Hochschulfinanzierungsvereinbarung

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