ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V.
Immobilienstimmungsindex von IW und ZIA: Deutlicher Stimmungseinbruch am Immobilienmarkt
Iris Schöberl: „Das ist kein Betriebsunfall des Marktes, sondern ein lautes Alarmsignal an die Politik“
Ein Dokument
Immobilienstimmungsindex von IW und ZIA: Deutlicher Stimmungseinbruch am Immobilienmarkt / Iris Schöberl: „Das ist kein Betriebsunfall des Marktes, sondern ein lautes Alarmsignal an die Politik“
- ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) ist kräftig gesunken und zeigt wachsende Unsicherheit im Markt.
- Die Geschäftslage verschlechtert sich um 6,7 Punkte auf 7,9 Punkte, die Erwartungen brechen um 27,8 Punkte auf –11,4 Punkte ein.
- Insgesamt fällt das Immobilienklima um 17,5 Punkte auf nun –2,0 Punkte.
Berlin, 12.6.2026 – „Dieser Stimmungseinbruch ist kein Betriebsunfall des Marktes, sondern ein lautes Alarmsignal an die Politik”, kommentiert ZIA-Präsidentin Iris Schöberl die Ergebnisse. „Gerade im Wohnungsmarkt beschleunigt sich der Abwärtstrend. Der ZIA hat zusammen mit anderen Verbänden wiederholt konkrete Vorschläge auf den Tisch gelegt: schnellere Genehmigungen, stabile Finanzierung, einfaches Bauen und weniger regulatorische Bremsen. Daraus muss jetzt endlich Baupraxis werden.“
Unsicherheit belastet nahezu alle Segmente
Die negative Entwicklung insbesondere bei den Erwartungen zieht sich durch nahezu alle Nutzungsarten. Als wesentliche Treiber gelten anhaltende geopolitische und wirtschaftliche Risiken sowie Unsicherheiten bei der Zinsentwicklung.
Im Bürosegment bleibt die aktuelle Lage mit 15,5 Punkten zwar noch vergleichsweise stabil, gestützt durch bestehende Mietverhältnisse. Allerdings sind die Erwartungen deutlich eingebrochen (-6,9 Punkte). Die Nachfrage konzentriert sich zunehmend auf hochwertige Flächen („Flight to Quality“), während Unsicherheiten über den künftigen Flächenbedarf die Perspektiven weiterhin belasten.
Der Einzelhandel zeigt ein ambivalentes Bild: Während die aktuelle Geschäftslage gegenüber den anderen Nutzungsarten noch weiter vorn liegt, sinken die Erwartungen auf -17,2 Punkte ab. Besonders gefragt bleiben Nahversorgungsformate und Fachmarktzentren, wohingegen klassische Shopping-Center und Mixed-Use-Ansätze stärker unter Druck stehen.
Auch im Wohnsegment beschleunigt sich der Abwärtstrend. Die Erwartungen fallen auf -22,9 Punkte. Neben steigenden Kosten belastet insbesondere die Diskussion um eine mögliche Verschärfung der Mietenregulierung die Stimmung. Gleichzeitig gewinnen Bestandssanierungen, Seniorenwohnen und Umnutzungen gegenüber Neubauprojekten an Attraktivität.
„Immer neue Debatten über Mietendeckel, mehr Regulierung und neue Eingriffe verschärfen die Verunsicherung im Markt. Unternehmerisches Handeln und Investitionen brauchen hingegen Vertrauen und verlässliche Rahmenbedingungen”, betont Schöberl.
Die Projektentwicklung verbleibt in einer äußerst angespannten Lage. Mit alarmierenden -25,0 Punkten bei der Geschäftslage und einem weiterhin negativen Immobilienklima zeigt sich die Branche stark unter Druck. Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie schwache Nachfrage hemmen die Entwicklung. So gehen knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen von einem ungünstigeren Finanzierungsumfeld in den nächsten 12 Monaten aus. Leicht positive Erwartungen (7,5 Punkte) sind der noch verbliebenen Hoffnung auf bessere Rahmenbedingungen zuzuschreiben.
Kapitalströme verlagern sich
Die Sonderauswertung mit Blick auf kommende Projektaktivitäten zeigt: Besonders attraktiv sind derzeit Wohnimmobilien mit Fokus auf die Sanierung im Bestand sowie Rechenzentren und Logistikimmobilien. Büro- und Einzelhandelsimmobilien stehen dagegen weiter vor großen Veränderungen. Investitionen hängen hier immer stärker von der Qualität des Objekts, der Lage und davon ab, wie gut sich die Immobilien an neue Nutzerbedürfnisse anpassen lassen.
Die Befragung wurde im Zeitraum vom 07.05.2026 bis 01.06.2026 durchgeführt.
Details zum Stimmungsindex finden Sie hier: https://zia-deutschland.de/project/zia-iw-immobilienstimmungsindex/
Details zu Q2 finden Sie hier:
https://zia-deutschland.de/wp-content/uploads/2026/06/ZIAIWStimmungsindex_ISI_2026-Q2.pdf
Hintergrund: Der Immobilienstimmungsindex wird vom Institut der deutschen Wirtschaft IW seit 2020 in Kooperation mit dem ZIA erstellt. Ziel ist es, zeitnahe Informationen über die Lage sowie die Erwartungen von Immobilieninvestoren und Projektentwicklern zu gewinnen und so die Transparenz auf dem Markt weiter zu verbessern. Die Befragung findet jedes Quartal statt.
---
Der ZIA Der Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA) ist der Spitzenverband der Immobilienwirtschaft. Er spricht durch seine Mitglieder, darunter mehr als 30 Verbände, für rund 37.000 Unternehmen der Branche entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der ZIA gibt der Immobilienwirtschaft in ihrer ganzen Vielfalt eine umfassende und einheitliche Interessenvertretung, die ihrer Bedeutung für die Volkswirtschaft entspricht. Als Unternehmer- und Verbändeverband verleiht er der gesamten Immobilienwirtschaft eine Stimme auf nationaler und europäischer Ebene mit Präsenz in Brüssel – sowie im Bundesverband der deutschen Industrie (BDI). Präsidentin des Verbandes ist Iris Schöberl.
Kontakt: ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss e.V. Sandra Kühberger Leipziger Platz 9 10117 Berlin Tel.: 030 / 20 21 585 – 17 E-Mail: sandra.kuehberger@zia-deutschland.de Internet: www.zia-deutschland.de
Weiteres Material zum Download Dokument: 2602-06-12_IWI Immob~stimmungsindex.docx